(Kiel) Das Land Nord­rhein-West­fa­len kann auf­grund einer Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht­ver­let­zung für einen Fahr­bahn­be­lag haf­ten, der eine unzu­rei­chen­de Grif­fig­keit auf­weist, wenn es auf­grund die­ser Gefah­ren­quel­le zu einem Motor­rad­un­fall kommt.

Dar­auf ver­weist der Bad Nau­hei­mer Fach­an­walt für Ver­kehrs­recht Roma­nus Schlemm, Vize­prä­si­dent des VdVKA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts Hamm vom 19.01.2016 zu sei­nem Urteil vom 18.12.2015 (11 U 166/14).

Im Juli 2012 befuhr die Klä­ge­rin aus Lot­te mit ihrem Motor­rad Hon­da die L 967. Hin­ter der Orts­durch­fahrt Lem­go-Kirch­hei­de stürz­te die Klä­ge­rin bei regen­nas­ser Fahr­bahn. An ihrem Motor­rad ent­stand ein Sach­scha­den in Höhe von ca. 2.100 Euro. Die­sen hat die Klä­ge­rin vom beklag­ten Land unter dem Gesichts­punkt einer Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht­ver­let­zung ersetzt ver­langt und behaup­tet, sie sei gestürzt, weil die Fahr­bahn­ober­flä­che im Bereich der Unfall­stel­le nicht grif­fig genug gewe­sen sei.

Die Kla­ge hat­te über­wie­gend Erfolg. Der 11. Zivil­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Hamm hat der Klä­ge­rin — unter Berück­sich­ti­gung der ihr anzu­rech­nen­den Betriebs­ge­fahr des Motor­ra­des — 75%igen Scha­dens­er­satz in Höhe von ca. 1.600 Euro zuge­spro­chen.

Das beklag­te Land habe, so der sach­ver­stän­dig bera­te­ne 11. Zivil­se­nat, die ihm oblie­gen­de Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht ver­letzt. Im Bereich der Unfall­stel­le sei der Fahr­bahn­be­lag min­des­tens seit dem Jah­re 2008 nicht grif­fig genug gewe­sen. Des­we­gen sei nicht mehr gewähr­leis­tet gewe­sen, dass auch ord­nungs­ge­mäß fah­ren­de Motor­rad­fah­rer den Stre­cken­ab­schnitt bei Näs­se gefahr­los pas­sie­ren könn­ten. Die feh­len­de Grif­fig­keit sei 2008 im Rah­men einer Stra­ßen­zu­stands­er­he­bung fest­ge­stellt und dem Lan­des­be­trieb Stra­ßen­bau spä­tes­tens im Jah­re 2010 bekannt gewe­sen. Das Land sei gehal­ten gewe­sen, im Bereich der Unfall­stel­le durch eine Beschil­de­rung auf die bei Näs­se bestehen­de Schleu­der- und Rutsch­ge­fahr hin­zu­wei­sen und die zuläs­si­ge Höchst­ge­schwin­dig­keit bei Näs­se auf maxi­mal 30 km/h zu begren­zen. Die­se Beschil­de­rung sei vor­werf­bar unter­blie­ben. Bereits des­we­gen haf­te das Land. Ob das Land dar­über hin­aus auch gehal­ten gewe­sen wäre, den betref­fen­den Fahr­bahn­ab­schnitt bau­lich zu sanie­ren, kön­ne im vor­lie­gen­den Fall dahin­ste­hen.

Schlemm emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und in der­ar­ti­gen Fäl­len recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die Anwäl­te und Anwäl­tin­nen in dem VdVKA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­an­wäl­te e. V. – www.vdvka.de — ver­wies.

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