(Kiel) Ver­weist ein Ver­kaufs­pro­spekt auf nach “Richt­li­nie 80/1268/EWG ermit­tel­te Kraft­stoff­ver­brauchs­wer­te”, liegt bei einem über­höh­ten Kraft­stoff­ver­brauch schon dann kein erheb­li­cher Fahr­zeug­man­gel vor, wenn auch nur eine der bei­den Prü­fungs­me­tho­den der Richt­li­nie einen die Pro­spekt­an­ga­be um weni­ger als 10% über­stei­gen­den Sprit­ver­brauch ergibt.

Dar­auf ver­weist der Lim­bur­ger Fach­an­walt für Ver­kehrs­recht Klaus Schmidt-Strunk, Vize­prä­si­dent des VdVKA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Hamm vom 26.01.2016 zu sei­nem rechts­kräf­ti­gen Urteil vom 08.06.2015 (2 U 163/14).

Im Jah­re 2009 leas­te der Klä­ger aus Gevels­berg einen beim beklag­ten Auto­haus aus Dort­mund für 30.290 Euro gekauf­ten Neu­wa­gen Dodge Nitro SXT mit 2,8 l Die­sel­mo­tor. Der dem Kauf zugrun­de lie­gen­de Pro­spekt wies Ver­brauchs­wer­te von inner­orts 11,7 l/100 km, außer­orts 7,5 l/100 km und kom­bi­niert 9,0 l/100 km aus, ermit­telt nach “dem vor­ge­schrie­be­nen Mess­ver­fah­ren (Richt­li­nie 80/1268/EWG)”. Nach der Über­nah­me des Fahr­zeugs bean­stan­de­te der Klä­ger u.a. einen über­höh­ten Kraft­stoff­ver­brauch und ver­lang­te die Rück­ab­wick­lung des Kauf­ver­tra­ges. Das Land­ge­richt ließ die Ver­brauchs­wer­te auf der Grund­la­ge des für das gekauf­te Fahr­zeug kon­kret ermit­tel­ten Roll­wi­der­stan­des durch einen Kfz-Sach­ver­stän­di­gen ermit­teln. Nach den so getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen hat­te die Kla­ge Erfolg, weil die auf die­se Wei­se ermit­tel­ten tat­säch­li­chen Ver­brauchs­wer­te um mehr als 12% über den Pro­spekt­an­ga­ben lagen. Damit über­schrit­ten sie die ober­ge­richt­li­che Gren­ze des 10%-igen Mehr­ver­brauchs, bei der ein Mehr­ver­brauch einen erheb­li­chen Fahr­zeug­man­gel dar­stellt.

Die Beru­fung des beklag­ten Auto­hau­ses war erfolg­reich. Der 2. Zivil­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Hamm hat die Kla­ge nach einem ergänz­ten Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten abge­wie­sen. Nach der Pro­spekt­an­ga­be sei, so der 2. Zivil­se­nat, auf eine richt­li­ni­en­kon­for­me Ver­brauchs­er­mitt­lung abzu­stel­len. Die Richt­li­nie 80/1268/EWG erlau­be es sowohl den kon­kre­ten Fahr­wi­der­stand des geprüf­ten Fahr­zeugs zugrun­de zu legen als auch die dies­be­züg­li­chen, unab­hän­gig vom kon­kre­ten Fahr­zeug abs­trakt fest­ge­leg­ten Wer­te einer Tabel­le der wei­te­ren Richt­li­nie 70/229/EWG. Wäh­le man die zweit­ge­nann­te Prü­fungs­mög­lich­keit, lie­ge der Mehr­ver­brauch bei allen Ein­satz­va­ri­an­ten unter 9 % über den Pro­spekt­wer­ten. Im Durch­schnitt betra­ge der Mehr­ver­brauch dann 8,11 %. Hier­nach stel­le er kei­nen erheb­li­chen Man­gel dar. Da bei­de Prü­fungs­me­tho­den nach der Richt­li­nie mög­lich sei­en, die Richt­li­nie kei­ner Metho­de den Vor­zug gebe, kön­ne ein Käu­fer nur erwar­ten, dass die im Pro­spekt ange­ge­be­nen Ver­brauchs­wer­te, nach der einen oder der ande­ren Metho­de ermit­telt, ein­ge­hal­ten wür­den.

Schmidt-Strunk emp­fahl, dies beach­ten und in der­ar­ti­gen Fäl­len unbe­dingt recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf den VdVKA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­an­wäl­te e. V. – www.vdvka.de — ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Klaus Schmidt-Strunk
Rechts­an­walt
Fach­an­walt für Fami­li­en­recht
Fach­an­walt für Ver­kehrs­recht
Vize-Prä­si­dent des VdVKA — Ver­band Deut­scher Ver­kehrs­rechts­an­wäl­te e. V.
Sie­mens­str. 26 65549 Lim­burg
Tel.: 06431 / 22551
Fax: 06431 / 24261
Email: rechtsanwalt@schmidt-strunk.de
www.schmidt-strunk.de