(Kiel) Allein die tech­ni­sche Mög­lich­keit, dass Was­ser im Motor­raum des Por­sche 911 Cabrio­let einen Aus­fall der Ser­vo­len­kung bewir­ken kann, begrün­det kei­nen Sach­man­gel, wenn es kei­ne kon­kre­ten Anhalts­punk­te dafür gibt, dass die Ser­vo­len­kung auch bei der übli­chen Ver­wen­dung des Por­sche im Stra­ßen­ver­kehr oder beim Auf­su­chen einer Wasch­stra­ße beein­träch­tigt wer­den kann.

Dar­auf ver­weist der Lim­bur­ger Fach­an­walt für Ver­kehrs­recht Klaus Schmidt-Strunk, Vize­prä­si­dent des VdVKA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Hamm vom 9.12.2015 zu sei­nem Urteil vom 15.10.2015 (28 U 158/12), nicht rechts­kräf­tig (BGH VIII ZR 258/15).

Das kla­gen­de Bau­un­ter­neh­men aus Bochum erwarb im Juni 2008 beim beklag­ten Auto­händ­ler aus Holzwi­cke­de für ca. 162.000 Euro einen Por­sche 911 Tur­bo Cabrio­let aus der Bau­se­rie 997. Kur­ze Zeit spä­ter rüg­te die Klä­ge­rin gegen­über der Beklag­ten als Fahr­zeug­man­gel, dass die Ser­vo­len­kung des Por­sche bei star­kem Regen oder dem Durch­fah­ren einer Wasch­stra­ße blo­ckie­re und dann auch ein stö­ren­des Quietsch­ge­räusch zu hören sei. Nach­dem die Beklag­te die Män­gel bestrit­ten hat­te, hat die Klä­ge­rin den Ver­trags­rück­tritt erklärt und auf Rück­ab­wick­lung des Kauf­ver­tra­ges geklagt.

Die Kla­ge ist erfolg­los geblie­ben. Der 28. Zivil­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Hamm konn­te nach sach­ver­stän­di­ger Begut­ach­tung kei­nen Sach­man­gel beim ver­kauf­ten Fahr­zeug fest­stel­len. Dass über­haupt Was­ser — beim Por­sche u.a. durch Lüf­tungs­schlit­ze im Heck­be­reich — in den Motor­raum ein­drin­gen kön­ne, sei bei Kraft­fahr­zeu­gen üblich und kein Man­gel. Bei dem von der Klä­ge­rin erwor­be­nen Por­sche bestehe zwar die tech­ni­sche Mög­lich­keit, dass in den Motor­raum gesam­mel­tes Was­ser auch den Flach­rie­men errei­che und die­sen durch­rut­schen las­se, so dass ein Quiet­schen ent­ste­he und die Ser­vopum­pe aus­fal­le. Das gesche­he aller­dings erst dann, wenn man die Heck­klap­pe des Fahr­zeugs öff­ne und in die Öff­nung zwi­schen den Ansaug­roh­ren durch einen dicht vor­ge­hal­te­nen Schlauch gezielt Was­ser auf den Flach­rie­men lei­te. Auf eine der­ar­ti­ge Über­be­an­spru­chung müs­se kein Fahr­zeug aus­ge­legt sein. Bei einer gewöhn­li­chen Ver­wen­dung des Por­sche im Stra­ßen­ver­kehr und einer Belas­tung durch Stark­re­gen oder das Auf­su­chen einer Wasch­stra­ße, lau­fe das Fahr­zeug feh­ler­frei ohne stö­ren­de Geräusch­ent­wick­lung. Nach dem Ergeb­nis des Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­tens gebe es kei­ne rea­lis­ti­schen Bedin­gun­gen im Stra­ßen­ver­kehr, bei denen es zu einer Was­ser­ein­wir­kung auf den Motor kom­men kön­ne, die zum Aus­fall der Ser­vopum­pe füh­re.

Schmidt-Strunk emp­fahl, dies beach­ten und in der­ar­ti­gen Fäl­len unbe­dingt recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf den VdVKA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­an­wäl­te e. V. – www.vdvka.de — ver­wies.

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Klaus Schmidt-Strunk
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