(Kiel) Ein Por­sche mit einem lt. Aus­stel­lungs­ka­ta­log 67 l Kraft­stoff fas­sen­den Tank­vo­lu­men ist nicht man­gel­haft, wenn der Bord­com­pu­ter nach einem Kraft­stoff­ver­brauch von 59 l und dann im Tank noch vor­han­de­nen 6,4 l Kraft­stoff kei­ne Restreich­wei­te mehr anzeigt und wenn die letz­ten 3,3 l im Tank für die Kraft­stoff­ver­sor­gung des Motors nicht zur Ver­fü­gung ste­hen.

Dar­auf ver­weist der Lim­bur­ger Fach­an­walt für Ver­kehrs­recht Klaus Schmidt-Strunk, Vize­prä­si­dent des VdVKA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Hamm vom 4.11.2015 zu sei­nem Urteil vom 16.06.2015 (28 U 165/13).

Der Klä­ger aus Dort­mund erwarb im Mai 2011 beim beklag­ten Auto­haus in Holzwi­cke­de einen Por­sche 911 Tur­bo S Cabrio­let zum Preis von ca. 176.500 Euro mit einem lt. Aus­stat­tungs­ka­ta­log 67 l Kraft­stoff fas­sen­den Tank. Kur­ze Zeit nach der Fahr­zeug­über­ga­be bemän­gel­te der Klä­ger, dass der Bord­com­pu­ter nach einem Ver­brauch von 59 l Kraft­stoff eine Restreich­wei­te von 0 km anzei­ge, so dass er das im Kata­log ange­ge­be­ne Tank­vo­lu­men von 67 l nicht nut­zen kön­ne. Der Klä­ger hat gemeint, die Kon­struk­ti­on des Kraft­stoff­tanks ein­schließ­lich der Mes­sung des Tank­in­halts und die Ermitt­lung der Restreich­wei­te sei­en man­gel­haft und hat von der Beklag­ten die Rück­ab­wick­lung des Kauf­ver­tra­ges begehrt.

Das Kla­ge­be­geh­ren ist erfolg­los geblie­ben. Nach Anhö­rung einer Sach­ver­stän­di­gen hat der 28. Zivil­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Hamm kei­nen Sach­man­gel beim ver­kauf­ten Por­sche fest­stel­len kön­nen. Ihm feh­le kein tech­ni­scher Stan­dard, die ein Käu­fer bei Fahr­zeu­gen die­ser Klas­se erwar­ten dür­fe. Die Kon­struk­ti­on der Tank­an­la­ge ent­spre­che dem Stand der Tech­nik. Es stel­le kei­nen Man­gel dar, dass das im Aus­stat­tungs­ka­ta­log ange­ge­be­ne Tank­vo­lu­men von 67 l nicht voll­stän­dig für den Fahr­be­trieb genutzt wer­den kön­ne. Die­se Anga­be sei nicht mit der Men­ge des ver­fahr­ba­ren Kraft­stoffs gleich­zu­set­zen. Zum Schutz des Motors vor schäd­li­chen Schweb­teil­chen im Kraft­stoff sei es nicht zu bean­stan­den, wenn — wie von der Sach­ver­stän­di­gen beim Por­sche fest­ge­stellt — eine Rest­men­ge von ca. 3,3 l Kraft­stoff von der Kraft­stoff­pum­pe im Pum­pen­sumpf des Tanks nicht zu errei­chen sei.

Die Restreich­wei­ten­an­zei­ge des klä­ge­ri­schen Fahr­zeugs wei­se eben­falls kei­nen Man­gel auf. Neben der Rest­men­ge im Pum­pen­sumpf las­se die­se zwar eine wei­te­re Kraft­stoff­rest­men­ge von bis zu 3,1 l Kraft­stoff unbe­rück­sich­tigt. Auch die­se her­stel­ler­seits gewoll­te Com­pu­ter­ein­stel­lung die­ne dem Schutz des Motors. Sie sol­le ver­hin­dern, dass der Tank soweit leer gefah­ren wer­de, dass die Kraft­stoff­pum­pen — etwa bei extre­men Kur­ven­fah­ren — Luft ansau­gen könn­ten, was eben­falls zu Motor­schä­den füh­ren kön­ne. Wenn der Bord­com­pu­ter mit­hin nur die Restreich­wei­te anzei­ge, die gefahr­los zurück­ge­legt wer­den kön­ne, sei dies kein Man­gel, eben­so nicht der Umstand, dass der Por­sche unter bestimm­ten Fahr­be­din­gun­gen noch eine gewis­se Stre­cke wei­ter­ge­fah­ren wer­den kön­ne, obwohl der Com­pu­ter bereits 0 km als Restreich­wei­te anzei­ge.

Schmidt-Strunk emp­fahl, dies beach­ten und in der­ar­ti­gen Fäl­len unbe­dingt recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf den VdVKA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­an­wäl­te e. V. – www.vdvka.de — ver­wies.

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