(Kiel) Ein Ver­kehrs­teil­neh­mer, der inner­halb eines Zeit­raums von weni­ger als 3 Jah­ren fünf ʺein­fa­che­reʺ Ver­kehrs­ver­stö­ße mit einem (zumin­dest abs­trak­ten) Gefähr­dungs­po­ten­zi­al für Drit­te begeht, kann mit einem ein­mo­na­ti­gen Fahr­ver­bot belegt wer­den.

Dar­auf ver­weist der Bad Nau­hei­mer Fach­an­walt für Ver­kehrs­recht Roma­nus Schlemm, Vize­prä­si­dent des VdVKA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts Hamm vom 17.11.2015 zu sei­nem rechts­kräf­ti­gen Beschluss vom 17.09.2015 (1 RBs 138/15).

Der heu­te 29 Jah­re alte Betrof­fe­ne aus Berg­ka­men nutz­te bei einer Fahrt in Hamm mit sei­nem Pkw VW Sha­ran im Sep­tem­ber 2014 ver­bots­wid­rig sein Han­dy. Für die­sen Ver­stoß beleg­te ihn das Amts­ge­richt Hamm mit einer Geld­bu­ße von 100 Euro und einem ein­mo­na­ti­gen Fahr­ver­bot. Bereits im Janu­ar 2012 und im März 2014 hat­te der Betrof­fe­ne so genann­te ʺHan­dy­ver­stö­ßeʺ began­gen, die mit Buß­gel­dern geahn­det wor­den waren. In der Zeit zwi­schen die­sen bei­den Taten über­schritt er die zuläs­si­ge Höchst­ge­schwin­dig­keit inner­orts in 2 Fäl­len um jeweils 22 km/h. Die bei­den Geschwin­dig­keits­ver­stö­ße wur­den eben­falls mit Buß­gel­dern geahn­det.

Der 1. Senat für Buß­geld­sa­chen des Ober­lan­des­ge­richts Hamm hat die Rechts­be­schwer­de des Betrof­fe­nen gegen die erst­in­stanz­li­che Ver­ur­tei­lung durch das Amts­ge­richt Hamm als unbe­grün­det ver­wor­fen. Gegen den Betrof­fe­nen sei — so der Senat — zu Recht neben der Geld­bu­ße auch ein Fahr­ver­bot ver­hängt wor­den. Der Betrof­fe­ne habe sei­ne Pflich­ten als Kraft­fahr­zeug­füh­rer beharr­lich ver­letzt.

Beharr­li­che Pflicht­ver­let­zun­gen lägen vor, wenn ein Ver­kehrs­teil­neh­mer durch die wie­der­hol­te Ver­let­zung von Rechts­vor­schrif­ten erken­nen las­se, dass es ihm an der für die Teil­nah­me am Stra­ßen­ver­kehr erfor­der­li­chen recht­streu­en Gesin­nung und der not­wen­di­gen Ein­sicht in zuvor began­ge­nes Unrecht feh­le. Inso­weit kom­me es auf die Zahl der Vor­ver­stö­ße, ihren zeit­li­chen Abstand und auch ihren Schwe­re­grad an. Dabei kön­ne neben gra­vie­ren­den Rechts­ver­stö­ßen auch aus einer Viel­zahl klei­ne­rer Rechts­ver­stö­ße auf eine man­geln­de Recht­streue zu schlie­ßen sein, wenn ein inne­rer Zusam­men­hang im Sin­ne einer Unrechts­kon­ti­nui­tät zwi­schen den Zuwi­der­hand­lun­gen bestehe.

Der Betrof­fe­ne habe ins­ge­samt 5 Ver­kehrs­ver­stö­ße inner­halb eines Zeit­raums von deut­lich weni­ger als 3 Jah­ren began­gen. Die Ver­kehrs­ver­stö­ße wie­sen jeweils Ver­hal­tens­wei­sen mit einem gewis­sen Gefähr­dungs­po­ten­zi­al für Drit­te auf, nach dem Stra­ßen­ver­kehrs­ge­setz han­de­le es sich um ʺver­kehrs­si­cher­heits­be­ein­träch­ti­gen­deʺ Ord­nungs­wid­rig­kei­ten. Das las­se auf die erfor­der­li­che Unrechts­kon­ti­nui­tät zwi­schen den Ver­kehrs­ver­stö­ßen schlie­ßen und recht­fer­ti­ge die Bewer­tung, dass es dem Betrof­fe­nen an der für die Teil­nah­me am Stra­ßen­ver­kehr erfor­der­li­chen recht­streu­en Gesin­nung und der not­wen­di­gen Ein­sicht in zuvor began­ge­nes Unrecht feh­le. Des­we­gen sei er zu Recht auch mit einem Fahr­ver­bot belegt wor­den.

Schlemm emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und in der­ar­ti­gen Fäl­len recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die Anwäl­te und Anwäl­tin­nen in dem VdVKA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­an­wäl­te e. V. – www.vdvka.de — ver­wies.

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