(Kiel) Das Land­ge­richt Coburg hat in einem soeben bekannt gege­be­nen Urteil die Kla­ge des Haft­pflicht­ver­si­che­rers eines Bus­un­ter­neh­mens gegen einen Schü­ler wegen Schub­sens bei dem Aus­stei­gen aus einem Schul­bus abge­wie­sen, bei der eine Schü­le­rin ver­letzt wur­de. Dem beklag­ten Schü­ler gelang der Nach­weis, dass er selbst gesto­ßen wur­de, bevor er auf die letzt­lich Geschä­dig­te fiel.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Prä­si­dent des VdVKA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf den am 26. Juli 2010 bekannt gege­be­ne Urteil des Land­ge­richts (LG) Coburg vom 04.05.2010, Az. 21 O 20/10; rechts­kräf­tig.

In dem Fall woll­te ein Haft­pflicht­ver­si­che­rer eines Schul­bus­un­ter­neh­mens für die Behand­lung einer geschä­dig­ten Schü­le­rin von einem Schü­ler über 8.000,00 Euro ein­kla­gen. Die­se war bei dem Aus­stei­gen aus einem Schul­bus von hin­ten gesto­ßen wor­den, dadurch gefal­len und ihr rech­ter Fuß war unter den anfah­ren­den Schul­bus gera­ten. Der Haft­pflicht­ver­si­che­rer behaup­te­te, der beklag­te Schü­ler habe den Unfall ver­ur­sacht, indem er die vor ihm ste­hen­de Geschä­dig­te absicht­lich geschubst und dadurch zu Fall gebracht habe. Der Schü­ler hat sich damit ver­tei­digt, dass er die Ver­letz­te nicht absicht­lich geschubst habe. Viel­mehr sei es zu einer Drän­ge­lei gekom­men, bei der er selbst von einer unbe­kann­ten Per­son geschubst wor­den und dann auf die Geschä­dig­te gefal­len sei.

Das Land­ge­richt Coburg wies die Kla­ge ab, da der Haft­pflicht­ver­si­che­rer den Nach­weis eines schuld­haf­ten Sto­ßes durch den Beklag­ten nicht füh­ren konn­te, betont Klar­mann.

Das Gericht ver­nahm meh­re­re Zeu­gen des Vor­falls. Die­se gaben ganz über­wie­gend an, dass der Beklag­te selbst im Bus an der Hal­te­stel­le von einer unbe­kann­ten Per­son geschubst wur­de. Dar­auf­hin geriet der Beklag­te ins Strau­cheln und fiel auf die spä­te­re Geschä­dig­te. Dabei stieß er mit bei­den Hän­den die Schü­le­rin nach vor­ne weg, so dass die gera­de Aus­stei­gen­de zu Boden fiel und vom abfah­ren­den Bus ver­letzt wur­de. Die­sen Her­gang des Vor­falls bestä­tig­te auch die Geschä­dig­te. Daher muss­te der beklag­te Schü­ler nicht zah­len und die Kla­ge wur­de abge­wie­sen.

Klar­mann emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf den VdVKA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­an­wäl­te e. V. — www.vdvka.de — ver­wies.
 

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Jens Klar­mann
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