(Kiel) in einem am 03.03.2010 ver­öf­fent­lich­ten Beschluss hat das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main eine neue Ver­hand­lung über Vor­wurf einer mit “PoliScan Speed” gemes­se­nen Geschwin­dig­keits­über­schrei­tung ange­ord­net.

Dar­auf ver­weist der Bad Nau­hei­mer Fach­an­walt für Ver­kehrs­recht Roma­nus Schlemm, Vize­prä­si­dent des VdV­KA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf den am 03.03.2010 ver­öf­fent­lich­ten Beschluss­des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Frank­furt am Main vom 01.03.2010, Az.: 2 Ss-OWi 577/09.

Der Betrof­fe­nen wird einen Geschwin­dig­keits­über­schrei­tung von 40 km/h zur Last gelegt, die im Mai 2009 mit dem Laser­mess­ver­fah­ren “PoliScan Speed” ermit­telt wur­de. Auf den Ein­spruch der Betrof­fe­nen gegen den Buß­geld­be­scheid hat das Amts­ge­richt Dil­len­burg durch Beschluss vom 2.10.2009 die Betrof­fe­ne “aus tat­säch­li­chen Grün­den zumin­dest nach dem Grund­satz in dubio pro reo” frei­ge­spro­chen, da “zumin­dest Rest­zwei­fel, ob die mit dem nicht stan­dar­di­sier­ten PoliScan Speed-Mess­ver­fah­ren ermit­tel­te Geschwin­dig­keit zutref­fend ist” ver­blie­ben sei­en.

Auf die Rechts­be­schwer­de der Staats­an­walt­schaft hob der Buß­geld­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts den Frei­spruch nun­mehr durch Beschluss vom 1.3.2010 auf und ver­wies die Sache zur erneu­ten Ver­hand­lung und Ent­schei­dung an das Amts­ge­richt zurück, betont Schlemm.

Zur Begrün­dung führt der Senat aus, die Fest­stel­lun­gen des Amts­ge­richts sei­en lücken­haft und trü­gen den Frei­spruch nicht. Das Amts­ge­richt stüt­ze sei­ne Zwei­fel an der zutref­fen­den Ermitt­lung der Geschwin­dig­keit durch das PoliScan Speed-Mess­ver­fah­ren dar­auf, dass die Mes­sung nicht nach­träg­lich über­prüft wer­den kön­ne, weil detail­lier­te Unter­la­gen über die Funk­ti­ons­wei­se des Mess­sys­tems fehl­ten. Inso­weit habe zwar der vom Amts­ge­richt beauf­trag­te Sach­ver­stän­di­ge Unzu­läng­lich­kei­ten bei dem Mess­sys­tem fest­ge­stellt, die­ser sei jedoch schließ­lich zu dem Ergeb­nis gelangt, dass sei­ne Beden­ken im kon­kre­ten Fall nicht zum Tra­gen kämen und es kei­ne Hin­wei­se für eine Fehl­mes­sung gebe.
Bei die­ser Sach­la­ge hät­te — so das Ober­lan­des­ge­richt — das Amts­ge­richt Fest­stel­lun­gen zu den kon­kre­ten Umstän­den der Geschwin­dig­keits­mes­sung sowie deren Aus­wer­tung tref­fen und sich damit aus­ein­an­der­setz­ten müs­sen, war­um der Sach­ver­stän­di­gen sei­ne Beden­ken auf­ge­ge­ben habe.

Die Ent­schei­dung des Ober­lan­des­ge­richts lässt offen, ob es sich bei dem Laser­mess­ver­fah­ren PoliScan Speed um ein aner­kann­tes und stan­dar­di­sier­tes Mess­ver­fah­ren han­delt. Das Gericht betont jedoch, dass allein die sys­tem­be­ding­te Unmög­lich­keit der nach­träg­li­chen Über­prü­fung der Geschwin­dig­keits­mes­sung der Ver­wert­bar­keit der Mes­sung nicht ent­ge­gen­ste­he, zumal dies auch bei ande­ren — stan­dar­di­sier­ten — Laser­mess­ver­fah­ren gege­ben sei.

Schlemm emp­fahl, dies zu beach­ten und in allen Fäl­len ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf den VdV­KA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­an­wäl­te e. V. — www.vdvka.de — ver­wies.

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