(Kiel) Wer auf einem ver­eis­ten Fried­hofs­weg stürzt, kann des­we­gen kei­nen Scha­den­er­satz von der Gemein­de ver­lan­gen, wenn geräum­te Fried­hofs­we­ge zur Ver­fü­gung stan­den.

Dar­auf ver­weist der Lim­bur­ger Fach­an­walt für Ver­kehrs­recht Klaus Schmidt-Strunk, Vize­prä­si­dent des VdVKA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf ein am 21.06.2010 ver­öf­fent­lich­tes Urteil des Land­ge­richts (LG) Coburg vom 28.10.2009–  12 O 459/09, wel­ches vom Ober­lan­des­ge­richt Bam­berg durch Beschluss vom 07.04.2010 — 5 U 232/09 bestä­tigt wur­de.

Der Klä­ger besuch­te im Win­ter eine Beer­di­gung. Dabei benutz­te er einen nicht geräum­ten und gestreu­ten Weg. Dort stürz­te der Klä­ger und ver­lang­te des­halb von der Gemein­de, die für den Fried­hof ver­ant­wort­lich war, 4.000 € Schmer­zens­geld. Der Klä­ger behaup­tet, dass der von ihm benutz­te Weg die glei­che Ver­kehrs­be­deu­tung wie ande­re Wege auf dem Fried­hof gehabt habe. Daher hät­te die Gemein­de auch die­sen Weg räu­men und streu­en müs­sen. Die Beklag­te Gemein­de hat im Pro­zess nach­ge­wie­sen, dass der Weg vom Ein­gang des Fried­hofs bis zur Begräb­nis­stät­te vor der Beer­di­gung geräumt wur­de. Die Gemein­de mein­te, dass sie ande­re Wege auf dem Fried­hof nicht räu­men müs­se. Es sei aus per­so­nel­len Grün­den nicht mög­lich, sämt­li­che Wege auf allen Fried­hö­fen im Gemein­de­ge­biet zu räu­men und zu streu­en.

Das Land­ge­richt Coburg konn­te kei­ne Pflicht­ver­let­zung der beklag­ten Gemein­de erken­nen und wies die Kla­ge ab, so Schmidt-Strunk.

Es sei im vor­lie­gen­den Fall aus­rei­chend gewe­sen, dass die Gemein­de die Fried­hofs­we­ge zur Begräb­nis­stel­le geräumt habe. Auch war das Glatt­eis auf dem Weg, auf dem der Klä­ger stütz­te, deut­lich erkenn­bar. Gegen die­se Ent­schei­dung leg­te der Klä­ger beim Ober­lan­des­ge­richt Bam­berg Beru­fung ein, wel­che zurück­ge­wie­sen wur­de. Das Ober­lan­des­ge­richt hat aus­ge­führt, dass von der Gemein­de nicht gefor­dert wer­den kann, weit­räu­mig um die Grab­stel­le, an der eine Beer­di­gung statt­fin­den soll, zu räu­men. Die Gemein­de dür­fe dar­auf ver­trau­en, dass die Besu­cher einer Beer­di­gung sich in ver­nünf­ti­ger Art und Wei­se auf erkenn­ba­re Gefah­ren, die noch ver­blie­ben, ein­stel­len. Wenn der Klä­ger nicht auf geräum­te und gestreu­te Wege aus­weicht, führt dies nicht dazu, dass eine Ver­let­zung der Räum- und Streu­pflicht durch die Gemein­de anzu­neh­men ist. Daher wur­de auch die Beru­fung des Klä­gers zurück­ge­wie­sen.

Schmidt-Strunk emp­fahl, dies zu beach­ten und in der­ar­ti­gen Fäl­len unbe­dingt recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf den VdVKA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­an­wäl­te e. V. — www.vdvka.de — ver­wies.

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