(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof hat am 11. Okto­ber 2011 eine Ent­schei­dung zur Haf­tungs­be­frei­ung im KFZ-Miet­ver­trag getrof­fen.

Dar­auf ver­weist der Bad Nau­hei­mer Fach­an­walt für Ver­kehrs­recht Roma­nus Schlemm, Vize­prä­si­dent des VdVKA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 11.10.2011 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage, Az.: VI ZR 46/10.

In dem Fall ist die Klä­ge­rin eine Kraft­fahr­zeug­ver­mie­te­rin. Im Juni 2008 ver­ur­sach­te der Beklag­te einen Ver­kehrs­un­fall mit einem PKW, den die Klä­ge­rin an die Arbeit­ge­be­rin des Beklag­ten ver­mie­tet hat­te. Der Beklag­te führ­te das Fahr­zeug nach einem Streit mit sei­ner Ehe­frau und einem Knei­pen­be­such erheb­lich alko­ho­li­siert und mit über­höh­ter Geschwin­dig­keit. Er kam des­halb nach rechts von der Fahr­bahn ab und kol­li­dier­te mit einem Baum. An dem Miet­wa­gen ent­stand ein wirt­schaft­li­cher Total­scha­den in Höhe von über 16.000 €. Die Klä­ge­rin ver­langt von dem Beklag­ten Ersatz die­ses Scha­dens.

Das Land­ge­richt hat der Kla­ge im Wesent­li­chen statt­ge­ge­ben. Das Ober­lan­des­ge­richt hat das Urteil des Land­ge­richts abge­än­dert und den Beklag­ten zur Zah­lung von ledig­lich 770 € ver­ur­teilt. Das ist die Selbst­be­tei­li­gung, die der Kraft­fahr­zeug­mie­ter nach den All­ge­mei­nen Ver­mie­tungs­be­din­gun­gen der Klä­ge­rin bei einer Beschä­di­gung des Fahr­zeugs zu zah­len hat. Aller­dings tritt die Beschrän­kung der Haf­tung auf die Selbst­be­tei­li­gung nach den Ver­mie­tungs­be­din­gun­gen nicht ein, wenn der Mie­ter oder der berech­tig­te Fah­rer den Scha­den durch Vor­satz oder gro­be Fahr­läs­sig­keit her­bei­ge­führt haben.

Der u.a. für das Haf­tungs­recht des Stra­ßen­ver­kehrs zustän­di­ge VI. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat ent­schie­den, so Schlemm, dass der in den All­ge­mei­nen Ver­mie­tungs­be­din­gun­gen für den Fall gro­ber Fahr­läs­sig­keit vor­ge­se­he­ne undif­fe­ren­zier­te Haf­tungs­vor­be­halt zwar unwirk­sam ist, dies aber nicht unbe­dingt dazu führt, dass nur die Selbst­be­tei­li­gung zu zah­len ist. Viel­mehr tritt an die Stel­le der unwirk­sa­men Klau­sel über den Haf­tungs­vor­be­halt der Grund­ge­dan­ke der gesetz­li­chen Rege­lung des § 81 Abs. 2 VVG, die u.a. für die Kas­ko­ver­si­che­rung maß­geb­lich ist. Danach kommt es für die Fra­ge, in wel­chem Umfang der Ver­mie­ter Scha­dens­er­satz ver­lan­gen kann, dar­auf an, wie schwer das Ver­schul­den des grob fahr­läs­sig Han­deln­den nach den Umstän­den des Ein­zel­falls zu bewer­ten ist. Dar­über wird im vor­lie­gen­den Fall das Beru­fungs­ge­richt zu ent­schei­den haben, an das die Sache zurück­ver­wie­sen wor­den ist.

Schlemm emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und in der­ar­ti­gen Fäl­len recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die Anwäl­te und Anwäl­tin­nen in dem VdVKA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­an­wäl­te e. V. — www.vdvka.de — ver­wies.

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