(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof hat soeben eine wei­te­re Ent­schei­dung zur Beweis­last für einen Man­gel der Kauf­sa­che nach der Durch­füh­rung von Nach­bes­se­rungs­ar­bei­ten, hier ein AUDI S4,  getrof­fen.

Dar­auf ver­weist  der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Prä­si­dent des VdV­KA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 9. März 2011 — VIII ZR 266/09.

Der Klä­ger leas­te von einer Lea­sing­ge­sell­schaft einen Neu­wa­gen Audi S4, den die Gesell­schaft bei der Beklag­ten erwarb. Die Gewähr­leis­tungs­an­sprü­che bezüg­lich des Pkw wur­den von der Lea­sing­ge­sell­schaft an den Klä­ger abge­tre­ten. Bereits kurz nach Über­ga­be bean­stan­de­te der Klä­ger ver­schie­de­ne Män­gel, dar­un­ter einen Feh­ler des Motors, der sich in Zünd­aus­set­zern, spo­ra­di­schem Leis­tungs­ver­lust und Rüt­teln des Motors zei­ge. Die Beklag­te führ­te mehr­fach Nach­bes­se­rungs­ar­bei­ten durch. Der Klä­ger behaup­tet, dass der Man­gel auch durch die Repa­ra­tur­ver­su­che der Beklag­ten nicht besei­tigt wor­den sei, und erklär­te den Rück­tritt vom Kauf­ver­trag.

Mit sei­ner Kla­ge begehrt der Klä­ger von der Beklag­ten die Rück­zah­lung des Kauf­prei­ses abzüg­lich der erlang­ten Gebrauchs­vor­tei­le Zug um Zug gegen Rück­ga­be des Audi S4. Im Rah­men der wäh­rend des Pro­zes­ses erfolg­ten Beweis­erhe­bung stell­te der Sach­ver­stän­di­ge erst­mals bei der drit­ten Begut­ach­tung des Fahr­zeugs den vom Klä­ger beschrie­be­nen Man­gel fest. Der Sach­ver­stän­di­ge konn­te jedoch nicht ange­ben, wann die­ser Man­gel erst­ma­lig auf­ge­tre­ten war. Das Land­ge­richt hat die Kla­ge abge­wie­sen. Das Beru­fungs­ge­richt hat die Beru­fung des Klä­gers zurück­ge­wie­sen, weil der Klä­ger nicht habe bewei­sen kön­nen, dass der vom Sach­ver­stän­di­gen im Pro­zess fest­ge­stell­te Fahr­zeug­man­gel auf der erfolg­lo­sen Nach­bes­se­rung der Beklag­ten beru­he und nicht auf eine neue Män­gel­ur­sa­che zurück­zu­füh­ren sei.

Die hier­ge­gen gerich­te­te Revi­si­on des Klä­gers hat­te jedoch Erfolg, so Klar­mann.

Der unter ande­rem für das Kauf­recht zustän­di­ge VIII. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat sei­ne Recht­spre­chung bekräf­tigt, dass der Käu­fer, der die Kauf­sa­che nach einer Nach­bes­se­rung des Ver­käu­fers wie­der ent­ge­gen­ge­nom­men hat, die Beweis­last für das Fehl­schla­gen der Nach­bes­se­rung trägt. Die Beweis­last erstreckt sich aller­dings nicht auf die Fra­ge, auf wel­che Ursa­che ein Man­gel der ver­kauf­ten Sache zurück­zu­füh­ren ist, sofern eine Ver­ur­sa­chung durch unsach­ge­mä­ßes Ver­hal­ten des Käu­fers aus­ge­schlos­sen ist. Weist die Kauf­sa­che — wie vor­lie­gend — auch nach den Nach­bes­se­rungs­ver­su­chen des Ver­käu­fers noch den bereits zuvor gerüg­ten Man­gel auf, muss der Käu­fer nicht nach­wei­sen, dass die­ser Man­gel auf der­sel­ben tech­ni­schen Ursa­che beruht wie der zuvor gerüg­te Man­gel.  

 Klar­mann emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf den VdV­KA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­an­wäl­te e. V. — www.vdvka.de — ver­wies.

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Jens Klar­mann
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