(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof hat soeben eine Ent­schei­dung zum Scha­dens­er­satz­an­spruch einer Gemein­de aus Gefähr­dungs­haf­tung für Kos­ten der Besei­ti­gung von Ölspu­ren auf öffent­li­chen Gemein­de­stra­ßen getrof­fen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Prä­si­dent des VdVKA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) zu den Urtei­len vom 28. Juni 2011 — VI ZR 184/10 und VI ZR 191/10.

Die Klä­ge­rin ver­langt aus abge­tre­te­nem Recht der betrof­fe­nen Gemein­den von den beklag­ten Hal­tern und Haft­pflicht­ver­si­che­rern der betei­lig­ten Kraft­fahr­zeu­ge Ersatz der Kos­ten für die Besei­ti­gung von Ölspu­ren. Beim Betrieb von Trak­to­ren trat Hydrau­lik­öl aus, das die Fahr­bahn öffent­li­cher Gemein­de­stra­ßen ver­schmutz­te. Die für die öffent­li­che Sicher­heit ver­ant­wort­li­chen Gemein­den beauf­trag­ten ein pri­va­tes Unter­neh­men, die Ölspu­ren zu besei­ti­gen. Das Unter­neh­men rei­nig­te die Stra­ße im so genann­ten Nass­rei­ni­gungs­ver­fah­ren und berech­ne­te für die aus­ge­führ­ten Arbei­ten jeweils ca. 3.000 €. Die Gemein­den tra­ten etwai­ge Scha­dens­er­satz­an­sprü­che gegen Hal­ter und Haft­pflicht­ver­si­che­rer an die Klä­ge­rin ab. Die Vor­in­stan­zen haben im Hin­blick auf die Mög­lich­keit der öffent­lich recht­li­chen Kos­ten­er­stat­tung einen zivil­recht­li­chen Scha­dens­er­satz­an­spruch gemäß § 7 Abs. 1 StVG, § 249 BGB ver­neint. Die Revi­sio­nen der Klä­ge­rin führ­ten zur Auf­he­bung der Beru­fungs­ur­tei­le und Zurück­ver­wei­sung der Sachen an das Beru­fungs­ge­richt.

Der u.a. für Fra­gen der Stra­ßen­ver­kehrs­haf­tung zustän­di­ge VI. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hält grund­sätz­lich einen Scha­dens­er­satz­an­spruch der Gemein­den wegen Ver­let­zung ihres Eigen­tums an der Stra­ße gemäß § 7 Abs. 1 StVG, § 249 Abs. 2 Satz 1 BGB für gege­ben, betont Klar­mann.

Der öffent­lich-recht­li­che Kos­ten­er­stat­tungs­an­spruch und der zivil­recht­li­che Scha­dens­er­satz­an­spruch für den geschä­dig­ten Eigen­tü­mer der Stra­ße ste­hen neben­ein­an­der und erfül­len unter­schied­li­che Zwe­cke. Die Rege­lun­gen der öffent­lich-recht­li­chen Kos­ten­er­stat­tung betref­fen den Aus­gleich von Auf­wen­dun­gen für Maß­nah­men zur Abwen­dung von Gefah­ren und zur Besei­ti­gung der Fol­gen von Feu­er, Unglücks­fäl­len und bei öffent­li­chen Not­stän­den. Die­se Maß­nah­men kön­nen, müs­sen aber nicht zur Behe­bung eines mit dem Unglücks­fall ver­bun­de­nen Eigent­um­scha­dens der Gemein­de füh­ren. Hin­ge­gen dient der zivil­recht­li­che Scha­dens­er­satz­an­spruch dem Ziel, den Zustand wie­der­her­zu­stel­len, der wirt­schaft­lich gese­hen der hypo­the­ti­schen Lage ohne Scha­dens­er­eig­nis ent­spricht.  

Klar­mann emp­fahl, dies und den wei­te­ren Aus­gang zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf den VdVKA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­an­wäl­te e. V. — www.vdvka.de — ver­wies.

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