(Kiel) Ragt jemand mit sei­nem par­ken­den Auto in ein abso­lu­tes Hal­te­ver­bot hin­ein und streift ein Drit­ter die­ses Auto und beschä­digt den Teil, der in dem Hal­te­ver­bot abge­stellt wur­de, hat der Falsch­par­ker einen Teil sei­nes Scha­dens selbst zutra­gen, im  kon­kre­ten Fall 1/3.

Dar­auf ver­weist der Erlan­ger Fach­an­walt für Ver­kehrs­recht Mar­cus Fischer, Vize­prä­si­dent des VdV­KA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf ein am 06.04.2010 ver­öf­fent­lich­tes Urteil des Amts­ge­richts (AG) Mün­chen vom 23.9.2009, Az.: 341 C 15805/09.

Ende Janu­ar 2009 park­te ein Taxi­fah­rer spät­nach­mit­tags sei­nen Wagen im Rosen­tal in Mün­chen. Dabei stell­te er es so ab, dass es 1,28 Meter ins abso­lu­te Hal­te­ver­bot rag­te. Etwas spä­ter kam ein Omni­bus an dem gepark­ten Taxi vor­bei und streif­te die­ses. Dabei wur­de die Stoss­fän­ger­leis­te hin­ten links ein­ge­kerbt, die Heck­leuch­te links ver­schrammt und das Sei­ten­teil hin­ten links ein­ge­drückt und ver­staucht. Alle die­se Tei­le des Taxis befan­den sich im Bereich des abso­lu­ten Hal­te­ver­bo­tes. Ins­ge­samt ent­stand ein Scha­den 3588 Euro.

Die­sen Scha­den woll­te der Taxi­un­ter­neh­mer ersetzt bekom­men. Das Bus­un­ter­neh­men sah sein Ver­schul­den auch ein, sah aber auch ein Mit­ver­schul­den des Taxi­fah­rers und zahl­te nur 60 Pro­zent des Scha­dens, wor­auf der Taxi­fah­rer den rest­li­chen Betrag ein­klag­te.

Die zustän­di­ge Rich­te­rin gab dem Taxi­fah­rer nur zum Teil Recht, so betont Fischer.

Unter Abwä­gung aller Umstän­de sei eine Haf­tung des Bus­un­ter­neh­mens zu 2/3 ange­mes­sen. Dabei sei zum einen zu berück­sich­ti­gen, dass der Klä­ger mit sei­nem Taxi so park­te, dass er 1,28 Meter ins abso­lu­te Hal­te­ver­bot hin­ein­rag­te. Sinn und Zweck eines abso­lu­ten Hal­te­ver­bo­tes an die­ser Stel­le sei es, den dort regel­mä­ßig ver­keh­ren­den Bus­sen das Umfah­ren der Kur­ve zu erleich­tern. Da der Klä­ger als Taxi­fah­rer am Taxi­stand gehal­ten habe, hät­te er auch wis­sen müs­sen, dass die Stel­le, an der er park­te, auf Grund der vie­len Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer sehr unüber­sicht­lich sei. Für ein Mit­ver­schul­den des Klä­gers sprä­che außer­dem, dass die Schä­den an sei­nem Fahr­zeug aus­schließ­lich an Tei­len ent­stan­den sei­en, die sich im abso­lu­ten Hal­te­ver­bot befun­den hät­ten.

Auf der ande­ren Sei­te sei die Stras­se so breit, dass ein Bus auch ohne Kol­li­si­on mit dem Fahr­zeug an den ins Hal­te­ver­bot hin­ein­ra­gen­den Tei­len vor­bei­ge­kom­men wäre. Aus die­sem Grund habe der Bus­un­ter­neh­mer zwei Drit­tel des Scha­dens zu tra­gen. Nach dem er 60 Pro­zent davon bereits bezahlt hat­te, sprach die Rich­te­rin dem Taxi­fah­rer die Dif­fe­renz noch zu und wies im Übri­gen die Kla­ge ab. Das Urteil ist rechts­kräf­tig.

Fischer riet, das Urteil zu beach­ten und in allen Scha­dens­fäl­len unbe­dingt recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf den VdV­KA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­an­wäl­te e. V. — www.vdvka.de — ver­wies.

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Mar­cus Fischer
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