Kiel) Der 1. Zivil­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Düs­sel­dorf hat — jeden­falls für den Bezirk des Ober­lan­des­ge­richts Düs­sel­dorf — in einem am 24.03.2015 ver­kün­de­ten Urteil den Frau­en­ho­fer-Markt­preis­spie­gel als vor­zugs­wür­di­ge Schät­zungs­grund­la­ge zur Ermitt­lung der “Nor­mal­ta­ri­fe” für die Anmie­tung eines Unfal­l­ersatz­fahr­zeu­ges bei der Scha­dens­be­rech­nung erklärt.

Eine Scha­dens­schät­zung auf­grund des Frau­en­ho­fer-Markt­preis­spie­gels sei sowohl einer Schät­zung nach der “Schwa­cke-Lis­te” als auch einer Schät­zung anhand eines Mit­tel­werts aus bei­den Lis­ten vor­zu­zie­hen.

Dar­auf ver­weist der Bad Nau­hei­mer Fach­an­walt für Ver­kehrs­recht Roma­nus Schlemm, Vize­prä­si­dent des VdVKA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Düseldorf vom 26.03.2015 zu sei­nem Urteil vom 24.03.2015 (I-1 U 42/14).

Zur Begrün­dung führt der Senat aus, dass die vom Frau­en­ho­fer-Insti­tut durch anony­me Markt­ab­fra­gen ermit­tel­ten Prei­se dem wirk­li­chen Ange­bots­spek­trum am ehes­ten ent­sprä­chen. Sie beruh­ten auf einer “rea­len Anmiet­si­tua­ti­on”. Dem­ge­gen­über sei­en — gera­de nach Weg­fall des Rabatt­ge­set­zes — Zwei­fel ange­bracht, ob die Tari­fe der Schwa­cke-Lis­te, die im Wesent­li­chen auf den Preis­in­for­ma­tio­nen der Anbie­ter beruh­ten, den wirk­li­chen Markt noch rea­lis­tisch abbil­de­ten. Die Tarifer­mitt­lun­gen der Schwa­cke-Lis­te wür­den näm­lich unbe­rück­sich­tigt las­sen, dass vie­le Miet­wa­gen­an­bie­ter von den ver­öf­fent­lich­ten Lis­ten­prei­sen aus Wett­be­werbs­grün­den nach unten abwi­chen. Bereits der Umstand, dass die vom Frau­en­ho­fer-Insti­tut hin­ge­gen durch anonym ein­ge­hol­te Ange­bo­te ermit­tel­ten Miet­wa­gen­prei­se regel­mä­ßig deut­lich unter den in der Schwa­cke-Lis­te ange­ge­be­nen Prei­sen lägen, spre­che gegen die Annah­me, dass es sich bei den von den Miet­wa­gen­un­ter­neh­men über­mit­tel­ten Preis­lis­ten um tat­säch­lich ange­bo­te­ne bzw. rea­li­sier­te Prei­se han­de­le.

In dem zugrun­de­lie­gen­den Rechts­streit hat­te die geschä­dig­te Klä­ge­rin weder die Berück­sich­ti­gung des Wirt­schaft­lich­keits­ge­bots bei der Anmie­tung eines Ersatz­fahr­zeu­ges dar­ge­legt noch Umstän­de vor­ge­tra­gen, die es recht­fer­ti­gen könn­ten, ihr auch wirt­schaft­lich nicht erfor­der­li­che Miet­wa­gen­kos­ten zuzu­er­ken­nen. Der Senat muss­te den Scha­den daher auf Grund­la­ge der objek­ti­ve Markt­la­ge gem. § 287 ZPO schät­zen.

Ein Rechts­mit­tel gegen die Ent­schei­dung ist nicht zuläs­sig.

Schlemm emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und in der­ar­ti­gen Fäl­len recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die Anwäl­te und Anwäl­tin­nen in dem VdVKA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­an­wäl­te e. V. – www.vdvka.de — ver­wies.

 

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