(Kiel) Nach einem Unfall mit einem aus­län­di­schen Mili­tär­fahr­zeug eines NATO-Staa­tes müs­sen Scha­den­er­satz­an­sprü­che inner­halb einer Drei­mo­nats­frist gegen­über der zustän­di­gen Scha­dens­re­gu­lie­rungs­stel­le des Bun­des gel­tend gemacht wer­den.

Wird die­se Frist schuld­los ver­säumt, kann ein Geschä­dig­ter inner­halb von zwei Wochen nach Weg­fall des Hin­der­nis­ses für das Frist­ver­säum­nis Wie­der­ein­set­zung in den vori­gen Stand bean­tra­gen. Wird auch die letzt­ge­nann­te Frist ver­säumt, sind die Scha­dens­er­satz­an­sprü­che end­gül­tig nicht mehr durch­setz­bar.

Dar­auf ver­weist der Erlan­ger Fach­an­walt für Ver­kehrs­recht Mar­cus Fischer, Vize­prä­si­dent des VdVKA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts Hamm (OLG) vom 16.11.2017 zu sei­nem Urteil vom 06.10.2017 (Az. 11 U 138/16).

Der Klä­ger aus Sie­gen erlitt im März 2015 in Bie­le­feld einen Ver­kehrs­un­fall, bei dem sein Pkw BMW Kom­bi mit einem Mili­tär­fahr­zeug der bri­ti­schen Streit­kräf­te kol­li­dier­te. Der für die Regu­lie­rung der­ar­ti­ger Schä­den nach dem NATO-Trup­pen­sta­tut und sei­nem Zusatz­ab­kom­men zustän­di­gen Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en­auf­ga­ben — Scha­dens­re­gu­lie­rungs­stel­le des Bun­des — mel­de­te der Klä­ger den Scha­den erst­mals Anfang Sep­tem­ber 2015.

Zwi­schen­zeit­lich wand­te sich der Klä­ger — jeweils in der Annah­me, er kon­tak­tie­re den zustän­di­gen Haft­pflicht­ver­si­che­rer — an das Deut­sche Büro Grü­ne Kar­te e.V. und eine in Ham­burg ansäs­si­ge pri­va­te Gesell­schaft für inter­na­tio­na­le Scha­dens­re­gu­lie­rung. Im Juli 2015 man­da­tier­te er sei­ne spä­te­re Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te, die erst gut vier Wochen nach Abschluss ihrer Rechts­prü­fung — Anfang Sep­tem­ber 2016 — die zustän­di­ge Scha­dens­re­gu­lie­rungs­stel­le anschrieb.

Die in der Fol­ge­zeit vom Klä­ger gegen die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land in Pro­zess­stand­schaft für das Ver­ei­nig­te König­reich erho­be­ne Scha­dens­er­satz­kla­ge ist erfolg­los geblie­ben. Nach der Ent­schei­dung des 11. Zivil­se­nats des Ober­lan­des­ge­richts Hamm hat der Klä­ger sei­ne Ansprü­che gegen­über der Scha­dens­re­gu­lie­rungs­stel­le des Bun­des nicht inner­halb der durch das NATO-Trup­pen­sta­tut und sein Zusatz­ab­kom­men vor­ge­schrie­be­nen Drei­mo­nats­frist gel­tend gemacht. Die­se Frist begann, so der Senat, am Unfall­ta­ge und lief bereits im Juni 2016 ab.

Wegen des Frist­ver­säum­nis­ses sei dem Klä­ger auch kei­ne Wie­der­ein­set­zung in den vori­gen Stand zu bewil­li­gen.

Zwar habe er die Drei­mo­nats­frist schuld­los ver­säumt, weil von ihm als einem juris­tisch nicht vor­ge­bil­de­ten Bür­ger kei­ne Kennt­nis­se über das gebo­te­ne Vor­ge­hen bei der Abwick­lung von Trup­pen­schä­den erwar­tet wer­den könn­ten. Zudem sei er von dem zunächst kon­tak­tier­ten Ver­ein und der dann kon­tak­tier­ten Ham­bur­ger Gesell­schaft nicht an die zustän­di­ge Scha­dens­re­gu­lie­rungs­stel­le ver­wie­sen wor­den.

Die Wie­der­ein­set­zung sei den­noch zu ver­sa­gen, weil der Klä­ger die für die­se gel­ten­de zwei­wö­chi­ge Frist ver­säumt habe. Mit der Beauf­tra­gung sei­ner spä­te­ren Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten und ihrer spä­tes­tens Anfang August 2015 abge­schlos­se­nen Rechts­prü­fung sei näm­lich das Hin­der­nis für die anfäng­li­che Unkennt­nis des Klä­gers ent­fal­len, so dass die zwei­wö­chi­ge Frist für einen Wie­der­ein­set­zungs­an­trag Mit­te August 2015 abge­lau­fen sei. Der Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten habe sich bei der auf­grund des erteil­ten Man­dats anzu­stel­len­den Rechts­prü­fung auf­drän­gen müs­sen, dass die Inan­spruch­nah­me eines pri­va­ten Haft­pflicht­ver­si­che­rers für einen durch ein bri­ti­sches Mili­tär­fahr­zeug ver­ur­sach­ten Unfall­scha­den unge­wöhn­lich sei. Bei die­ser Prü­fung hät­te sie die ein­schlä­gi­gen Regeln des NATO-Trup­pen­sta­tuts und einer recht­zei­tig zu bean­tra­gen­den Wie­der­ein­set­zung ermit­teln und berück­sich­ti­gen müs­sen.

Fischer riet, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fäl­len unbe­dingt recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf den VdVKA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­an­wäl­te e. V. – www.vdvka.de — ver­wies.

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Mar­cus Fischer
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Vize-Prä­si­dent des VdVKA — Ver­band Deut­scher Ver­kehrs­rechts­An­wäl­te e. V.
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