(Kiel) Das Land­ge­richt Coburg hat­te kürz­lich dar­über zu ent­schei­den, ob dem Benut­zer einer Auto­wasch­an­la­ge gegen­über dem Betrei­ber der Wasch­stra­ße ein Scha­den­er­satz­an­spruch zusteht, nach­dem sein Fahr­zeug bei Durch­fahrt in der Tro­cken­hal­le beschä­digt wor­den war.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Prä­si­dent des VdVKA — Ver­band deut­scher Ver­kehrsrechs­an­wäl­te e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf das am 27.11.2009 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Land­ge­richts Coburg (LG) vom 10.02.2009, Az.: 11 O 440/08.

In dem Fall befuhr der Klä­ger nach der Wasch­hal­le mit sei­nem Pkw die Tro­cken­hal­le. Dort öff­ne­te sich der Kof­fer­raum und die Tro­cken­an­la­ge beschä­dig­te den Kof­fer­raum­de­ckel. Der Klä­ger mein­te, dass dar­an nur die Tro­cken­an­la­ge schuld sein kön­ne und ver­lang­te vom dem Betrei­ber der Wasch­stra­ße Scha­den­er­satz in Höhe von 7.600 €. Die Mög­lich­keit, dass er selbst aus dem Wagen­in­ne­ren ver­se­hent­lich den Kof­fer­raum­de­ckel geöff­net habe, schloss er aus, weil dann ein Warn­si­gnal auf­leuch­te und ein Summ­ton zu hören sei. Der Betrei­ber der Wasch­an­la­ge gab an, dass die­se seit Jah­ren bean­stan­dungs­frei betrie­ben wer­de und der Kun­den­dienst die Wasch­an­la­ge alle 14 Tage war­te. Die ein­zi­ge Erklä­rung für das Öff­nen des Kof­fer­raum­de­ckels sei aus Sicht des Betrei­bers ein ver­se­hent­li­ches Öff­nen durch den Klä­ger.

So sah es auch das Land­ge­richt Coburg und wies die Kla­ge ab, betont Klar­mann.

Das Gericht hör­te einen Sach­ver­stän­di­gen an. Der Sach­ver­stän­di­ge schloss aus, dass ein ord­nungs­ge­mäß geschlos­se­ner Kof­fer­raum durch die Tro­cken­an­la­ge geöff­net wer­den kann. Ins­be­son­de­re waren an der Außen­sei­te des Kof­fer­raum­de­ckels kei­ner­lei Beschä­di­gun­gen fest­zu­stel­len. Auch reich­ten die mecha­ni­schen Kräf­te einer Tro­cken­an­la­ge nicht aus, um den Kof­fer­raum zu öff­nen. Ein­zi­ge Erklä­rung für das Öff­nen des Kof­fer­raum­de­ckels sei das Betä­ti­gen eines Schal­ters im Fahr­zeu­g­in­nen­raum. Dazu sei nur der Klä­ger selbst in der Lage gewe­sen. Es sei nicht aus­zu­schlie­ßen, dass der Klä­ger mög­li­che Warn­hin­wei­se durch Summ­ton und Leuch­te im Rah­men des Wasch- und Tro­cken­vor­gangs nicht mit­be­kom­men habe. Der Kof­fer­raum­de­ckel kön­ne auch schon wäh­rend des Wasch­vor­gangs geöff­net gewe­sen sein. Das Gericht schloss sich den über­zeu­gen­den Aus­füh­run­gen des Sach­ver­stän­di­gen an und hol­te nicht, wie vom Klä­ger bean­tragt, ein neu­es Gut­ach­ten ein.

Klar­mann emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf den VdVKA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­an­wäl­te e. V. — www.vdvka.de — ver­wies.

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