(Kiel) In einem soeben  ver­kün­de­ten Urteil hat der 7. Zivil­se­nat des Schles­wig-Hol­stei­ni­schen Ober­lan­des­ge­rich­tes die Kla­ge des Fah­rers eines Motor­rol­lers auf Scha­dens­er­satz und Schmer­zens­geld gegen den Kreis Bad Sege­berg zurück­ge­wie­sen. Nicht bei jedem Ver­kehrs­un­fall auf­grund eines Schlag­lochs in der Stra­ße haf­te der für die Stra­ße zustän­di­ge Bau­trä­ger.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Prä­si­dent des VdVKA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Schles­wig-Hol­stei­ni­sches Ober­lan­des­ge­richt (OLG) vom 30.06.2011, Az. 7 U 6/11.

An einem son­ni­gen Tag im Som­mer 2008 fuhr der Klä­ger mit sei­nem Motor­rol­ler auf der Kreis­stra­ße 110 im Kreis Bad Sege­berg. Die Kreis­stra­ße ist eine länd­li­che cir­ca 4m brei­te Stra­ße ohne Fahr­bahn­mar­kie­rung und mit gerin­gem Ver­kehrs­auf­kom­men. Im Bereich einer leich­ten Rechts­kur­ve stürz­te der Fah­rer mit sei­nem Motor­rol­ler in der Nähe eines Schlag­lochs am äußers­ten Fahr­bahn­rand. Er erlitt u.a. meh­re­re Rip­pen­brü­che und einen Schlüs­sel­bein­bruch. Nach den Anga­ben des Fah­rers war ihm ein PKW ent­ge­gen­ge­kom­men, so dass er ange­sichts der Enge der Stra­ße bis ganz zum rech­ten Fahr­bahn­rand aus­ge­wi­chen, dort mit dem Motor­rol­ler in das cir­ca 15 cm tie­fe Loch gekom­men, anschlie­ßend ins Schlin­gern gera­ten und gestürzt war.

Das Ober­lan­des­ge­richt wies die Ansprü­che auf Scha­dens­er­satz und Schmer­zens­geld gegen den Kreis Bad Sege­berg als unbe­rech­tigt zurück, so Klar­mann.

Der Umfang der Ver­kehrs­si­che­rungs­pflich­ten betref­fend die Unter­hal­tung einer Stra­ße hängt neben der Ver­kehrs­be­deu­tung der Stra­ße ent­schei­dend davon ab, wel­che berech­tig­ten Sicher­heits­er­war­tun­gen der Ver­kehrs­teil­neh­mer in der kon­kre­ten Situa­ti­on haben durf­te. Hier­zu führt das Ober­lan­des­ge­richt in den Grün­den aus:
“Abge­se­hen davon, dass es sich bei der K 110 um eine unter­ge­ord­ne­te Neben­stra­ße han­delt, stellt sich die Stra­ße in einem ins­ge­samt nicht unbe­denk­li­chen Zustand dar. Es sind durch­gän­gig teils groß­flä­chi­ge Flick­stel­len im Teer erkenn­bar, dar­über hin­aus deut­li­che Unre­gel­mä­ßig­kei­ten im Über­gang der Fahr­bahn zur unbe­fes­tig­ten Ban­ket­te, ins­ge­samt ein Zustand, der Füh­rer von Zwei­rä­dern, die bekannt­lich bei wech­seln­den Stra­ßen­be­lä­gen erheb­lich sturz­ge­fähr­det sind, zumal bei kur­vi­ger Stra­ßen­füh­rung — wie hier — zu beson­de­rer Vor­sicht ermahnt. Der Klä­ger war danach gehal­ten, sich ent­spre­chend auf die sich ihm dar­bie­ten­den Ver­hält­nis­se der Stra­ße ein­zu­stel­len; dabei muss­te er gera­de im Über­gangs­be­reich zwi­schen Fahr­bahn und unbe­fes­tig­ter Ban­ket­te mit Gefah­ren rech­nen.”

Klar­mann emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf den VdVKA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­an­wäl­te e. V. — www.vdvka.de — ver­wies.

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Jens Klar­mann
Rechts­an­walt
Fach­an­walt für Arbeits­recht
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