(Worms) „Her­um­schlei­chen” auf einer Auto­bahn kann die allei­ni­ge Haf­tung eines Ver­kehrs­teil­neh­mers begrün­den, wenn es infol­ge­des­sen zu einer Kol­li­si­on mit ande­ren Ver­kehrs­teil­neh­mern kommt.

So ent­schied das AG Moers in einem Ver­fah­ren (Az. 562 C 203/13 — noch nicht rechts­kräf­tig), bei wel­chem der klä­ge­ri­sche Pkw mit dem beklag­ten Lkw auf einer Bun­des­au­to­bahn zusam­men­ge­sto­ßen war. Der eigent­li­che Unfall­her­gang war zwi­schen den Par­tei­en strei­tig, so der Moer­ser Fach­an­walt für Straf- und Ver­kehrs­recht Ber­til Jakobson, Mit­glied des VdVKA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Kiel sowie Vize­prä­si­dent des VdS­RV-Ver­band deut­scher Straf­rechts­An­wäl­te und Straf­ver­tei­di­ger e. V. mit Sitz in Worms, der den Beklag­ten in dem Ver­fah­ren des AG Moers ver­tre­ten hat­te.

Nach den Fest­stel­lun­gen des Gerich­tes befuhr der Klä­ger mit sei­nem Pkw bei sehr ruhi­ger Ver­kehrs­la­ge zunächst mit 90 km/h, anschlie­ßend mit 50–60 km/h, die rech­te Fahr­spur einer Auto­bahn. Danach befuhr er den Stand­strei­fen der Auto­bahn. Der Beklag­te, wel­cher sich mit sei­nem Lkw annä­her­te, stieß bei einer sog. Streif­kol­li­si­on mit dem Fahr­zeug des Klä­gers zusam­men. Der Kol­li­si­ons­her­gang konn­te auch nach Ein­ho­lung eines Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­tens nicht zwei­fels­frei auf­ge­klärt wer­den.

Das AG Moers ent­schied, dass das Fahr­zeug des Klä­gers in unzu­läs­si­ger Wei­se den Stand­strei­fen befah­ren und damit einen Ver­kehrs­ver­stoß gegen §§ 18, 2 I S. 2 StVO began­gen hat­te. Des­wei­te­ren war ins­be­son­de­re die auf 50–60 km/h redu­zier­te Geschwin­dig­keit ver­kehrs­wid­rig im Hin­blick auf §§ 18, 3 II StVO, so dass AG Moers wei­ter.

Auf­grund des­sen wur­de die Kla­ge voll­stän­dig abge­wie­sen und der Wider­kla­ge des Beklag­ten in vol­lem Umfang statt­ge­ge­ben.

Das Urteil weist, so Jakobson, in erfreu­lich ein­deu­ti­ger Wei­se unmiss­ver­ständ­lich dar­auf hin, dass unnö­ti­ges „Her­um­schlei­chen” auf einer Auto­bahn sowie das Befah­ren des Sei­ten­strei­fens, um z.B. bei einem (unfall­be­ding­ten) Stau schnel­ler die Auto­bahn ver­las­sen zu kön­nen, grob ver­kehrs­wid­rig sind und die allei­ni­ge Haf­tung am Zu-Stan­de-Kom­men eines Ver­kehrs­un­falls aus­lö­sen kön­nen.

Jakobson riet grund­sätz­lich — unab­hän­gig von die­sem Fall — in allen straf­recht­lich rele­van­ten Fäl­len sowie als Opfer von Gewalt­ta­ten so früh wie mög­lich recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die Anwäl­te und Anwäl­tin­nen in dem VdS­RV-Ver­band deut­scher Straf­rechts­An­wäl­te und Straf­ver­tei­di­ger e. V. — www.strafrechtsverband.de — ver­wies.

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