(Kiel) Der unter ande­rem für das Mar­ken­recht zustän­di­ge I. Zivil­se­nat hat am 14. April 2011 ent­schie­den, dass ein Auto­mo­bil­her­stel­ler es einer mar­ken­un­ab­hän­gi­gen Repa­ra­tur­werk­statt auf­grund sei­nes Mar­ken­rechts unter­sa­gen kann, mit der Bild­mar­ke des Her­stel­lers für die ange­bo­te­nen Repa­ra­tur- und War­tungs­ar­bei­ten zu wer­ben.

Dar­auf ver­weist  der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Prä­si­dent des VdV­KA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 19.04.2011, Az.:  I ZR 33/10.

Die Klä­ge­rin, die Volks­wa­gen AG, ist Inha­be­rin der für Kraft­fahr­zeu­ge und deren War­tung ein­ge­tra­ge­nen Bild­mar­ke, die das VW-Zei­chen in einem Kreis wie­der­gibt. Sie wen­det sich dage­gen, dass die Beklag­ten, ATU Auto-Tei­le-Unger Han­dels GmbH & Co. KG, die meh­re­re hun­dert mar­ken­un­ab­hän­gi­ge Repa­ra­tur­werk­stät­ten betreibt, in der Wer­bung für die Inspek­ti­on von VW-Fahr­zeu­gen die Bild­mar­ke der Klä­ge­rin ver­wen­det.

Das Land­ge­richt und das Ober­lan­des­ge­richt haben der Beklag­ten die Ver­wen­dung der Bild­mar­ke ver­bo­ten. Die Revi­si­on der Beklag­ten hat­te kei­nen Erfolg, so Klar­mann.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat eine Ver­let­zung der ein­ge­tra­ge­nen Mar­ke der Klä­ge­rin bejaht. Die Beklag­te hat mit der in ihrer Wer­bung für Inspek­ti­ons­ar­bei­ten an VW-Fahr­zeu­gen ange­führ­ten Bild­mar­ke der Klä­ge­rin ein mit der Kla­ge­mar­ke iden­ti­sches Zei­chen für iden­ti­sche Dienst­leis­tun­gen (War­tung von Fahr­zeu­gen) ver­wen­det. Dadurch hat die Beklag­te die Wer­be­funk­ti­on der Kla­ge­mar­ke beein­träch­tigt. Mit der Ver­wen­dung des bekann­ten Bild­zei­chens der Klä­ge­rin ist ein Image­trans­fer ver­bun­den, der die Kla­ge­mar­ke schwächt.

Das Mar­ken­recht sieht aller­dings vor, dass der Mar­ken­in­ha­ber einem Drit­ten die Ver­wen­dung der Mar­ke als not­wen­di­gen Hin­weis auf den Gegen­stand der Dienst­leis­tun­gen des Drit­ten nicht ver­bie­ten kann, solan­ge die Benut­zung nicht gegen die anstän­di­gen Gepflo­gen­hei­ten in Gewer­be und Han­del ver­stößt. Im Streit­fall sind die Vor­aus­set­zun­gen die­ser Schutz­rechts­schran­ke indes­sen nicht erfüllt, weil die Beklag­te zur Beschrei­bung des Gegen­stands der von ihr ange­bo­te­nen Dienst­leis­tun­gen ohne wei­te­res auf die Wort­zei­chen “VW” oder “Volks­wa­gen” zurück­grei­fen kann und nicht auf die Ver­wen­dung des Bild­zei­chens ange­wie­sen ist.

Klar­mann emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf den VdV­KA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­an­wäl­te e. V. — www.vdvka.de — ver­wies.

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Jens Klar­mann
Rechts­an­walt
Fach­an­walt für Arbeits­recht
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