(Kiel) Das Thü­rin­ger Ober­lan­des­ge­richt hat­te im Novem­ber 2009 ent­schie­den, dass das Feh­len einer im Kauf­ver­trag ver­ein­bar­ten Son­der­aus­stat­tung „auto­ma­tisch abblend­ba­re Innen- und Außen­spie­gel” bei einem knapp 70.000 € teu­ren Por­sche Cayenne Tip­t­ro­nic zwar einen Man­gel dar­stellt, wegen sei­nes Baga­tell­cha­rak­ters aber den­noch nicht zum Rück­tritt vom Kauf­ver­trag berech­tigt. 

Die gegen die­ses Urteil gerich­te­te Nicht­zu­las­sung der Revi­si­on (sog. Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de des Klä­gers, so der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Prä­si­dent des VdVKA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Thü­rin­ger Ober­lan­des­ge­richts (OLG) vom 13. Juli 2011 hat der Bun­des­ge­richts­hof (BGH) nun durch Beschluss vom 01.06.2011, Az.: VIII ZR 320/09, zurück­ge­wie­sen.

Zur Begrün­dung hat­te der 1. Zivil­se­nats des Thü­rin­ger Ober­lan­des­ge­richts in sei­nem Urteil vom 19.11.2009 — Az.: 1 U 389/09 — im Wesent­li­chen aus­ge­führt, dass ein Man­gel der Kauf­s­a­che dem Käu­fer aus­nahms­wei­se dann kein Rück­tritts­recht ein­räu­me, wenn die Pflicht­ver­let­zung des Ver­käu­fers nur uner­heb­lich sei. Bei einer nur gering­fü­gi­gen Ver­trags­stö­rung über­wie­ge das Ver­käu­fer­in­ter­es­se am Bestand des Ver­tra­ges das Rück­ab­wick­lungs­in­ter­es­se des Käu­fers. Von einer in die­sem Sin­ne uner­heb­li­chen Pflicht­ver­let­zung (des Ver­käu­fers) sei aus­zu­ge­hen, wenn sich der Man­gel in einem mer­kan­ti­len Min­der­wert des Fahr­zeugs aus­wir­ke, der weni­ger als 1 % des Kauf­prei­ses betra­ge. So läge der Fall hier; der Auf­preis für die im Nach­hin­ein nicht nach­rüst­ba­re Spie­gel­tech­nik betra­ge sogar weit weni­ger als 1 % des Kauf­prei­ses. 

Die Beschwer­de des Klä­gers gegen die Ent­schei­dung des Senats, die Revi­si­on nicht zuzu­las­sen, hat der BGH nun zurück­ge­wie­sen. Damit steht nun end­gül­tig fest, dass sich der Klä­ger an dem Kauf­ver­trag fest­hal­ten las­sen muss.

Klar­mann emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf den VdVKA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­an­wäl­te e. V. — www.vdvka.de — ver­wies. 

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Jens Klar­mann
Rechts­an­walt
Fach­an­walt für Arbeits­recht
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