(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof hat soeben  eine Ent­schei­dung zu der Fra­ge getrof­fen, inwie­fern das Ver­hal­ten und Erklä­run­gen des in die Vor­be­rei­tung eines Lea­sing­ver­trags ein­ge­schal­te­ten Lie­fe­ran­ten und Drit­ter in Bezug auf Ver­ein­ba­run­gen des Lea­sing­neh­mers mit Drit­ten über die Refi­nan­zie­rung von Lea­sing­ra­ten dem Lea­sing­ge­ber zuzu­rech­nen sind.

Dar­auf ver­weist  der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Prä­si­dent des VdV­KA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 30. März 2011 — VIII ZR 94/10.

Die Klä­ger in bei­den Ver­fah­ren leas­ten von der Beklag­ten jeweils Ende 2006 einen Pkw, wobei die Lea­sing­ver­trä­ge unter Ver­mitt­lung eines Auto­hau­ses zustan­de kamen. Fer­ner schlos­sen die Klä­ger zur Refi­nan­zie­rung der Lea­sing­ra­ten mit einem drit­ten Unter­neh­men einen “Wer­be­ver­trag” ab, wonach die­ses Unter­neh­men gegen Emp­feh­lung von min­des­tens drei neu­en Kun­den für die Lauf­zeit des Lea­sing­ver­trags einen monat­li­chen “Wer­be­kos­ten­zu­schuss” in Höhe der Lea­sing­ra­te an die Klä­ger zah­len soll­te. Nach Zufüh­rung von jeweils drei Neu­kun­den durch die Klä­ger wur­den die ver­spro­che­nen Zuschüs­se jedoch nur bis Okto­ber bzw. Novem­ber 2007 gezahlt. Danach foch­ten die Klä­ger ihre Lea­sing­ver­trä­ge wegen arg­lis­ti­ger Täu­schung an. Sie beru­fen sich dar­auf, das ver­mit­teln­de Auto­haus habe mit der drit­ten Fir­ma kol­lu­siv zusam­men­ge­wirkt und ein “Schnee­ball­sys­tem” auf­ge­baut; dies müs­se sich die Beklag­te zurech­nen las­sen. Die Klä­ger haben u. a. die Rück­zah­lung der gezahl­ten Lea­sing­ra­ten unter Anrech­nung einer Nut­zungs­ver­gü­tung sowie die Fest­stel­lung ver­langt, dass die Lea­sing­ver­trä­ge durch die Anfech­tung wirk­sam been­det wor­den sei­en. Das Land­ge­richt hat die Kla­gen abge­wie­sen. Die Beru­fun­gen der Klä­ger hat das Ober­lan­des­ge­richt zurück­ge­wie­sen.

Die dage­gen gerich­te­ten Revi­sio­nen der Klä­ger blie­ben ohne Erfolg, betont Klar­mann.

Der unter ande­rem für das Lea­sing­recht zustän­di­ge VIII. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat ent­schie­den, dass sich die Beklag­te ein mög­li­ches arg­lis­ti­ges Ver­hal­ten des ver­mit­teln­den Auto­hau­ses oder des drit­ten Unter­neh­mens nicht zurech­nen las­sen muss. Zwar haf­tet der Lea­sing­ge­ber für das Ver­hal­ten von Per­so­nen, die er bei den Ver­hand­lun­gen zum Abschluss des Lea­sing­ver­trags als Reprä­sen­tan­ten ein­ge­setzt hat. Dies gilt aber nicht, wenn zwi­schen den dem Reprä­sen­tan­ten vom Lea­sing­ge­ber über­tra­ge­nen Auf­ga­ben und dem bean­stan­de­ten Ver­hal­ten kein inne­rer, sach­li­cher Zusam­men­hang besteht. So war es in den zu ent­schei­den­den Fäl­len. Dem Auto­haus war nur die Betreu­ung der not­wen­di­gen Vor­be­rei­tun­gen für den Abschluss der Lea­sing­ver­trä­ge über­tra­gen wor­den, nicht jedoch die Auf­ga­be, für sei­ne Kun­den durch die Ver­mitt­lung von refi­nan­zie­ren­den “Wer­be­ver­trä­gen” mit Drit­ten Anrei­ze für den Abschluss von Lea­sing­ver­trä­gen zu schaf­fen. Da das Auto­haus und das drit­te Unter­neh­men inso­weit außer­halb des dem Auto­haus über­tra­ge­nen Auf­ga­ben­be­reichs tätig wur­den, wäre ihr Ver­hal­ten der Lea­sing­ge­be­rin nur dann zuzu­rech­nen, wenn die­se hier­von Kennt­nis gehabt hät­te. Das war nach den in der Revi­si­ons­in­stanz nicht ange­grif­fe­nen Fest­stel­lun­gen des Beru­fungs­ge­richts nicht der Fall.  

Klar­mann emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf den VdV­KA — Ver­band deut­scher Ver­kehrs­rechts­an­wäl­te e. V. — www.vdvka.de — ver­wies. 

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