a) Bei Auf­fahr­un­fäl­len kann, auch wenn sie sich auf Auto­bah­nen ereig­nen, der ers­te Anschein dafür spre­chen, dass der Auf­fah­ren­de den Unfall schuld­haft dadurch ver­ur­sacht hat, dass er ent­we­der den erfor­der­li­chen Sicher­heits­ab­stand nicht­ein­ge­hal­ten hat (§ 4 Abs. 1 StVO), unauf­merk­sam war (§ 1 StVO) oder mit einer den Stra­ßen- und Sicht­ver­hält­nis­sen unan­ge­pass­ten Geschwin­dig­keit gefah­ren ist (§ 3 Abs. 1 StVO) (Fort­füh­rung Senats­ur­teil vom 13. Dezem­ber 2011 — VI ZR 177/10, BGHZ 192, 84 Rn. 7).

b) Der Auf­fahr­un­fall reicht als sol­cher als Grund­la­ge eines Anscheins­be­wei­ses aber dann nicht aus, wenn wei­te­re Umstän­de des Unfall­er­eig­nis­ses bekannt sind, die — wie etwa ein vor dem Auf­fah­ren vor­ge­nom­me­ner Spur­wech­sel des vor­aus­fah­ren­den Fahr­zeugs — als Beson­der­heit gegen die bei der­ar­ti­gen Fall­ge­stal­tun­gen gege­be­ne Typi­zi­tät spre­chen (Fort­füh­rung Senats­ur­teil vom 13. Dezem­ber 2011, aaO).

c) Bestrei­tet der Vor­aus­fah­ren­de den vom Auf­fah­ren­den behaup­te­ten Spur­wech­sel und kann der Auf­fah­ren­de den Spur­wech­sel des Vor­aus­fah­ren­den nicht bewei­sen, so bleibt — in Abwe­sen­heit wei­te­rer fest­ge­stell­ter Umstän­de des Gesamt­ge­sche­hens — allein der Auf­fahr­un­fall, der typi­scher­wei­se auf einem Ver­schul­den des Auf­fah­ren­den beruht. Es ist nicht Auf­ga­be des sich auf den Anscheins­be­weis stüt­zen­den Vor­aus­fah­ren­den zu bewei­sen, dass ein Spur­wech­sel nicht statt­ge­fun­den hat.

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