a) Ist das ange­foch­te­ne Urteil hin­sicht­lich eines pro­zes­sua­len Anspruchs auf meh­re­re von­ein­an­der unab­hän­gi­ge, selb­stän­dig tra­gen­de recht­li­che Erwä­gun­gen gestützt, muss die Beru­fungs­be­grün­dung das Urteil frist­ge­recht in allen die­sen Punk­ten angrei­fen…

(vdvka)  a) Ist das ange­foch­te­ne Urteil hin­sicht­lich eines pro­zes­sua­len Anspruchs auf meh­re­re von­ein­an­der unab­hän­gi­ge, selb­stän­dig tra­gen­de recht­li­che Erwä­gun­gen gestützt, muss die Beru­fungs­be­grün­dung das Urteil frist­ge­recht in allen die­sen Punk­ten angrei­fen und daher für jede der Erwä­gun­gen dar­le­gen, war­um sie die Ent­schei­dung nicht trägt; ande­ren­falls ist das Rechts­mit­tel unzu­läs­sig (im Anschluss an BGH Beschluss vom 18. Okto­ber 2005 VI ZB 81/04 — NJW-RR 2006, 285).

b) Die Aus­gangs­kon­trol­le frist­wah­ren­der Schrift­sät­ze muss sich ent­we­der — für alle Fäl­le — aus einer all­ge­mei­nen Kanz­lei­an­wei­sung oder — in einem Ein­zel­fall — aus einer kon­kre­ten Ein­zel­an­wei­sung erge­ben. Eine kon­kre­te Ein­zel­an­wei­sung des Rechts­an­walts an sein Büro­per­so­nal, einen frist­wah­ren­den Schrift­satz per Tele­fax zu über­sen­den, macht die wei­te­re Aus­gangs­kon­trol­le nicht ent­behr­lich (im Anschluss an den Senats­be­schluss vom 7. Juli 2010 — XII ZB 59/10 — NJW-RR 2010, 1648 Rn. 12 ff.).

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