1. Eine Frist im Sin­ne des § 44 StPO ver­säumt der­je­ni­ge, der sie ein­hal­ten woll­te, aber nicht ein­ge­hal­ten hat. Dem­ge­gen­über ist jemand, der von einem befris­te­ten Rechts­be­helf bewusst kei­nen…

Gebrauch macht, nicht nach Satz 1 der Vor­schrift an des­sen Ein­le­gung “ver­hin­dert”. Dies gilt auch dann, wenn ein Ange­klag­ter — auch nach Bera­tung durch sei­nen Ver­tei­di­ger — die Rechts­fol­gen der (zunächst) nicht ange­grif­fe­nen Ent­schei­dung (hier: Ein­tra­gung von Punk­ten in das Ver­kehrs­zen­tral­re­gis­ter) oder die Erfolgs­aus­sich­ten eines Rechts­mit­tels mög­li­cher­wei­se falsch einschätzt.2. § 44 StPO stellt aus­schließ­lich auf unver­schul­de­te Hin­der­nis­se bei der Ein­hal­tung einer Frist ab. Als ein sol­ches Hin­der­nis kommt die unver­schul­de­te Unkennt­nis von Umstän­den nur inso­weit in Betracht, als letz­te­re für den Beginn und Lauf einer ein­zu­hal­ten­den Frist maß­geb­lich sind. Dem­ge­gen­über stellt eine unver­schul­de­te Unkennt­nis von Umstän­den, die ledig­lich den Beweg­grund zur Wah­rung einer Frist beein­flus­sen kön­nen (wie hier die fal­sche Ein­schät­zung sämt­li­cher Fol­gen des Urteils), kein sol­ches Hin­der­nis dar. Die irri­ge Beur­tei­lung der Fol­gen eines zunächst nicht ange­grif­fe­nen Urteils der­art, dass außer der ver­häng­ten (Gesamt-)Geldstrafe kei­ne wei­te­ren Kon­se­quen­zen ein­tre­ten wür­den, beein­fluss­te ledig­lich die Wil­lens­bil­dung dahin, nicht gegen das Urteil vor­zu­ge­hen, also letzt­lich die Frist zur Ein­le­gung eines Rechts­mit­tels nicht aus­zu­nut­zen.

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