1. Das indi­vi­du­el­le Beschäf­ti­gungs­ver­bot und die Mut­ter­schutz­fris­ten ste­hen in ihren Aus­wir­kun­gen der Dienst­un­fä­hig­keit infol­ge Erkran­kung eines Rich­ters, für die die Anwen­dung des § 275 Abs. 1 S. 4 StPO in Recht­spre­chung und Lite­ra­tur aner­kannt ist, gleich.
2. Eine Dienst­pflicht der Rich­te­rin, wäh­rend der bewil­lig­ten Eltern­zeit das schrift­li­che Urteil zu fer­ti­gen, besteht nicht; die im Rah­men einer über­ob­li­ga­to­ri­schen Leis­tung der Rich­te­rin gefer­tig­ten Urteils­grün­de kön­nen daher nicht unter Ver­stoß gegen § 275 Abs. 1 StPO zu den Akten gebracht wor­den sein.
3. Eine Höchst­frist für die nach § 275 Abs. 1 S. 4 StPO gerecht­fer­tig­te Frist­über­schrei­tung lässt sich dem Geset­zes­wort­laut nicht ent­neh­men; eine an dem Geset­zes­zweck der §§ 275 Abs. 1, 338 Nr. 7 StPO ori­en­tier­te Aus­le­gung zwingt eben­falls nicht zu der Annah­me, nach Ablauf einer mit etwa einem Jahr zu bemes­sen­den Frist­über­schrei­tung sei das Urteil auf die Ver­fah­rens­rüge hin zwin­gend auf­zu­he­ben.

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