Dies hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig heu­te entschieden.Der Klä­ger ist Jäger und Inha­ber waf­fen­recht­li­cher Erlaub­nis­se. Er fuhr mit sei­nem Kraft­fahr­zeug von sei­nem Haus zu einem nahe­ge­le­ge­nen Wald zur Jagd, nach­dem er zuvor zwei Glä­ser Rot­wein (0,5 l) und ein Glas Wod­ka (30 ml) getrun­ken hat­te. Von einem Hoch­sitz aus erleg­te er einen Reh­bock mit einem Schuss. Auf der Rück­fahrt wur­de er von Poli­zei­be­am­ten ange­hal­ten. Ein frei­wil­li­ger Alko­hol­test vor Ort ergab einen Wert von 0,47 mg/l Atem­luft­al­ko­hol­kon­zen­tra­ti­on, ein spä­te­rer Alko­hol­test auf der Wache einen Wert von 0,39 mg/l. Das zustän­di­ge Poli­zei­prä­si­di­um wider­rief die waf­fen­recht­li­chen Erlaub­nis­se: Der Klä­ger sei im waf­fen­recht­li­chen Sin­ne unzu­ver­läs­sig, weil er eine Waf­fe im alko­ho­li­sier­ten Zustand zu Jagd­zwe­cken benutzt habe. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln hat die Kla­ge des Klä­gers abge­wie­sen, das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Müns­ter die Beru­fung des Klä­gers zurückgewiesen.Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat die Revi­si­on des Klä­gers zurück­ge­wie­sen. Nach der ein­schlä­gi­gen Vor­schrift des Waf­fen­ge­set­zes besit­zen Per­so­nen die erfor­der­li­che Zuver­läs­sig­keit nicht, bei denen Tat­sa­chen die Annah­me recht­fer­ti­gen, dass sie mit Waf­fen und Muni­ti­on nicht vor­sich­tig oder sach­ge­mäß umge­hen. Vor­sich­tig und sach­ge­mäß geht mit Schuss­waf­fen nur um, wer sie aus­schließ­lich in nüch­ter­nem Zustand gebraucht und sicher sein kann, kei­ne alko­hol­be­ding­ten Aus­fall­erschei­nun­gen zu erlei­den, die zu Gefähr­dun­gen Drit­ter füh­ren kön­nen. Bei der vom Klä­ger kon­su­mier­ten Alko­hol­men­ge waren sol­che Aus­fall­erschei­nun­gen jeden­falls nicht hin­rei­chend sicher aus­ge­schlos­sen. Die­se war viel­mehr geeig­net, die Reak­ti­ons­ge­schwin­dig­keit sowie die Wahr­neh­mungs­fä­hig­keit zu min­dern und ent­hem­mend zu wir­ken. Ob und gege­be­nen­falls in wel­chem Umfang bei dem Klä­ger im kon­kre­ten Fall alko­hol­be­ding­te Aus­fall­erschei­nun­gen auf­ge­tre­ten sind, ist uner­heb­lich. Unvor­sich­tig und unsach­ge­mäß ist der Gebrauch von Schuss­waf­fen bereits dann, wenn ein Waf­fen­be­sit­zer hier­bei das Risi­ko sol­cher Aus­fall­erschei­nun­gen ein­ge­gan­gen ist. Die waf­fen­recht­li­che Zuver­läs­sig­keit setzt die Fähig­keit und die Bereit­schaft vor­aus, Risi­ken mit dem Poten­ti­al der Schä­di­gung Drit­ter strikt zu ver­mei­den, zumal wenn dies pro­blem­los mög­lich ist. Dass der Klä­ger sich trotz die­ser offen­kun­di­gen Risi­ken vom Schuss­waf­fen­ge­brauch nicht hat abhal­ten las­sen, recht­fer­tigt die Pro­gno­se, dass er auch künf­tig mit Waf­fen nicht vor­sich­tig und sach­ge­mäß umge­hen wird. Wer das Risi­ko alko­hol­be­dingt gemin­der­ter Reak­ti­ons­ge­schwin­dig­keit und Wahr­neh­mungs­fä­hig­keit oder alko­hol­be­ding­ter Ent­hem­mung auch nur in einem Fall des Schuss­waf­fen­ge­brauchs in Kauf genom­men hat, ver­dient das Ver­trau­en nicht län­ger, dass er mit Waf­fen und Muni­ti­on jeder­zeit und in jeder Hin­sicht ord­nungs­ge­mäß umge­hen wird.

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