1. Der Vor­wurf einer miss­bräuch­li­chen (§ 8 Abs. 4 UWG) Mehr­fach­ver­fol­gung bzw. Ver­fah­rens­spal­tung lässt sich nicht allein damit begrün­den, dass zwei mit­ein­an­der beruf­lich nicht ver­bun­de­ne Rechts­an­wäl­te, ver­tre­ten durch den­sel­ben Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten, in getrenn­ten Ver­fah­ren gegen die als unlau­ter bean­stan­de­te Wer­bung eines wei­te­ren Anwalts mit unter­schied­li­chen Unter­las­sungs­an­trä­gen vor­ge­hen.
2. Die Wer­be­aus­sa­ge eines Anwalts, er sei “spe­zia­li­sier­ter Rechts­an­walt für Arbeits­recht”, ist irre­füh­rend, wenn dem Anwalt die Befug­nis zur Füh­rung des Titels “Fach­an­walt für Arbeits­recht” nicht ver­lie­hen wor­den ist und er auch nicht dar­le­gen kann, sämt­li­che Vor­aus­set­zun­gen für die Ver­lei­hung die­ser Befug­nis zu erfül­len.
3. Sons­ti­ge Hin­wei­se des Anwalts dar­auf, dass er sich auf bestimm­te Rechts­ge­bie­te spe­zia­li­siert habe, kön­nen dage­gen zuläs­sig sein, wenn sie nach dem Gesamt­zu­sam­men­hang vom ange­spro­che­nen Ver­kehr als Hin­weis auf die schwer­punkt­mä­ßi­ge Aus­rich­tung ver­stan­den wer­den, ohne dass dies zwin­gend mit beson­de­ren Kennt­nis­sen ein­her­geht, die denen eines Fach­an­walts ent­spre­chen.
4. Ein in einer Anwalts­kanz­lei ange­stell­ter Rechts­an­walt ist für Wett­be­werbs­ver­stö­ße auf der Home­page der Kanz­lei nur dann wett­be­werbs­recht­lich ver­ant­wort­lich, wenn er bestim­men­den Ein­fluss auf den Inhalt der Home­page hat­te; die blo­ße Dul­dung die­ses Inhalts reicht für die Pas­siv­le­gi­ti­ma­ti­on selbst dann nicht aus, wenn sich die wett­be­werbs­wid­ri­gen Aus­sa­gen auf die Per­son des ange­stell­ten Anwalts bezie­hen.

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