1. Bei der Fest­stel­lung, ob das zuläs­si­ge Gesamt­ge­wicht eines Kraft­fahr­zeugs im Sin­ne des § 34 Abs. 3 S. 3 StVZO über­schrit­ten wur­de, ist bei einer feh­ler­frei zustan­de­ge­kom­me­nen Ver­wie­gung als…

(vdvka)  1. Bei der Fest­stel­lung, ob das zuläs­si­ge Gesamt­ge­wicht eines Kraft­fahr­zeugs im Sin­ne des § 34 Abs. 3 S. 3 StVZO über­schrit­ten wur­de, ist bei einer feh­ler­frei zustan­de­ge­kom­me­nen Ver­wie­gung als Tole­ranz­wert die jeweils im Ein­zel­fall fest­zu­stel­len­de, vom kon­kre­ten Eich­wert der Waa­ge und dem Umfang der Belas­tung abhän­gi­ge Ver­kehrs­feh­ler­gren­ze von dem ermit­tel­ten Brut­to­mess­ergeb­nis in Abzug zu brin­gen, wenn eine gül­tig geeich­te Waa­ge Ver­wen­dung fin­det (Anschluss an OLG Karls­ru­he, Beschluss vom 30.03.2000, 3 Ss 134/99, NStZ-RR 2000, 275; Bay­O­bLG, Beschluss vom 26.02.2001, 2 ObO­Wi 22/01, NStZ-RR 2001, 183; OLG Koblenz, Beschluss vom 23.02.2005, 1 Ss 21/05, DAR 2006, 341; teil­wei­se Auf­ga­be von OLG Stutt­gart, Beschluss vom 01.04.1996, 2 Ss 141/96, VRS 92, 47).

2. Bei nicht regel­ge­rech­ter Ver­wie­gung oder in Fäl­len, in denen sich die Ver­kehrs­feh­ler­gren­ze nicht mehr fest­stel­len lässt, kann die Berück­sich­ti­gung wei­te­rer, nicht sys­tem­im­ma­nen­ter Mess­un­ge­nau­ig­kei­ten wei­ter­hin durch pau­scha­len Abzug in Höhe von 5 Pro­zent des ermit­tel­ten Brut­to­mess­ergeb­nis­ses vor­ge­nom­men wer­den, ent­spre­chend der Richt­schnur des soge­nann­ten Tole­ran­zen­ka­ta­logs des Bun­des­mi­nis­ters für Ver­kehr vom 19.04.1994 (teil­wei­se Auf­recht­erhal­tung von OLG Stutt­gart, Beschluss vom 01.04.1996).

3. Der Tatrich­ter genügt in den Fäl­len der Ver­wen­dung einer gül­tig geeich­ten Waa­ge sei­ner Dar­le­gungs­pflicht jeden­falls bei einem regel­ge­rech­ten Wie­ge­vor­gang dadurch, dass das Urteil Anga­ben zur Eichung der Waa­ge samt Ver­kehrs­feh­ler­gren­ze und dem davon aus­ge­hen­den, berück­sich­tig­ten Tole­ranz­wert ent­hält.

Zitier­te Ent­schei­dun­gen: BGHSt 39, 291; OLG Stutt­gart, Beschluss vom 01.04.1996, 2 Ss 141/96, VRS 92, 47; OLG Karls­ru­he, Beschluss vom 30.03.2000, 3 Ss 134/99, NStZ-RR 2000, 275; Bay­O­bLG, Beschluss vom 26.02.2011, 2 ObO­Wi 22/01, NStZ-RR 2001, 183; OLG Koblenz, Beschluss vom 23.02.2005, 1 Ss 21/05, DAR 2006, 341; OLG Jena, Beschluss vom 28.09.2005, 1 Ss 136/05, VRS 110, 136.

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