Urteil des AG Kehl vom 09.09.2011, ver­öf­fent­licht am 21.09.2011 — 4 C 59/11 Für den Raum Kehl/Offenburg (Post­leit­zah­len­ge­biet 776) stellt die Schwa­cke-Lis­te 2010 kei­ne geeig­ne­te Schätz­grund­la­ge dar. Beden­ken gegen…

(vdvka)  Urteil des AG Kehl vom 09.09.2011, ver­öf­fent­licht am 21.09.2011 — 4 C 59/11

Für den Raum Kehl/Offenburg (Post­leit­zah­len­ge­biet 776) stellt die Schwa­cke-Lis­te 2010 kei­ne geeig­ne­te Schätz­grund­la­ge dar. Beden­ken gegen die auf Grund­la­ge der Fraun­ho­fer-Lis­te ermit­tel­ten Nor­mal­ta­ri­fe wer­den durch einen 20%igen Zuschlag und ggf. durch einen wei­te­ren 10%igen Zuschlag für spe­zi­fi­sche Leis­tun­gen bei der Ver­mie­tung an Unfall­ge­schä­dig­te aus­ge­gli­chen (so auch LG Ans­bach, NZV 251 ff).

Nach dem ein­deu­ti­gen Wort­laut von Nr. 2300 RVG-VV kann eine Gebühr von mehr als 1,3 nur gefor­dert wer­den, wenn die Tätig­keit des Rechts­an­walts umfang­reich oder schwie­rig war. Ob der Rechts­an­walt das ihm inso­weit gemäß § 14 RVG ein­ge­räum­te Ermes­sen ord­nungs­ge­mäß aus­ge­übt hat, ist vom Gericht zu prü­fen (ent­ge­gen BGH, NJW 2011, 1603 ff). Wenn die “Durch­schnitt­lich­keit” der Tätig­keit des Rechts­an­walts offen­sicht­lich ist, ist die Bestim­mung einer 1,5 Gebühr unbil­lig im Sin­ne von § 14 Abs. 1 Satz 4 RVG.

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