Oberlandesgericht Saarbrücken Urteil vom 7. Juni 2011 – 4 U 451/10 – 136 Schlagworte/Normen: Schmerzensgeldanspruch des Geschädigten Leitsätze: 1. Im Verkehrsunfallprozess kann der Schmerzensgeldanspruch des…

(vdvka)  Oberlandesgericht Saarbrücken

Urteil vom 7. Juni 2011 – 4 U 451/10 – 136

Schlagworte/Normen:
Schmerzensgeldanspruch des Geschädigten
Leitsätze:
1. Im Verkehrsunfallprozess kann der Schmerzensgeldanspruch des Geschädigten im Wege der offenen Teilklage auf die diejenigen Verletzungsfolgen beschränkt werden, die bereits zum Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung eingetreten sind, wenn die weitere Schadensentwicklung ungewiss ist.

2. Bei der Berechnung des Schmerzensgeldes sind nicht nur die zum maßgeblichen Stichtag bereits eingetretenen Schadensfolgen zu beachten. Auch die künftige Schadensentwicklung ist über den Stichtag hinaus einzubeziehen, soweit diese Entwicklung aufgrund der bereits eingetretenen Schadensfolgen sicher zu prognostizieren ist.

3. In einem Folgeprozess ist die spätere, im Erstprozess unberücksichtigt gebliebene Schadensentwicklung nicht isoliert zu betrachten. Vielmehr ist zu fragen welches Gesamtschmerzensgeld zu zahlen gewesen wäre, wenn die spätere Unfallfolge von vorneherein in die ursprüngliche Schadensberechnung Eingang gefunden hätte. Nur die Differenz zur Urteilssumme des Erstprozesses ist zuzusprechen.
Siehe:
http://www.rechtsprechung.saarland.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=sl&Art=en&Datum=2011&nr=3440&pos=2&anz=179

Informationen:

  • Veröffentlicht: 06.07.2011