Der Benut­zer einer Auto­wasch­an­la­ge woll­te vom Betrei­ber Scha­den­er­satz in Höhe von über 7.600 €. Das Fahr­zeug war bei Durch­fahrt in der Tro­cken­hal­le beschä­digt wor­den, weil sich der Kof­fer­raum­de­ckel geöff­net hat­te und durch die Tro­cken­an­la­ge ver­bo­gen wor­den war. Der Wasch­stra­ßen­be­nut­zer behaup­te­te…

(vdvka) …, dass sich die Trock­nungs­an­la­ge im Bereich des Kof­fer­raum­de­ckels ver­hakt und die­sen dadurch geöff­net habe. Der Betrei­ber der Wasch­stra­ße wies im Pro­zess nach, dass die Trock­nungs­an­la­ge ein­wand­frei funk­tio­niert hat­te.

Sach­ver­halt:

Der Klä­ger befuhr nach der Wasch­hal­le mit sei­nem Pkw die Tro­cken­hal­le. Dort öff­ne­te sich der Kof­fer­raum und die Tro­cken­an­la­ge beschä­dig­te den Kof­fer­raum­de­ckel. Der Klä­ger mein­te, dass dar­an nur die Tro­cken­an­la­ge schuld sein kön­ne. Die Mög­lich­keit, dass er selbst aus dem Wagen­in­ne­ren ver­se­hent­lich den Kof­fer­raum­de­ckel geöff­net habe, schloss er aus, weil dann ein Warn­si­gnal auf­leuch­te und ein Summ­ton zu hören sei. Der Betrei­ber der Wasch­an­la­ge gab an, dass die­se seit Jah­ren bean­stan­dungs­frei betrie­ben wer­de und der Kun­den­dienst die Wasch­an­la­ge alle 14 Tage war­te. Die ein­zi­ge Erklä­rung für das Öff­nen des Kof­fer­raum­de­ckels sei aus Sicht des Betrei­bers ein ver­se­hent­li­ches Öff­nen durch den Klä­ger.

Gerichts­ent­schei­dung:

Das Land­ge­richt Coburg wies die Kla­ge ab. Das Gericht hör­te einen Sach­ver­stän­di­gen an. Der Sach­ver­stän­di­ge schloss aus, dass ein ord­nungs­ge­mäß geschlos­se­ner Kof­fer­raum durch die Tro­cken­an­la­ge geöff­net wer­den kann. Ins­be­son­de­re waren an der Außen­sei­te des Kof­fer­raum­de­ckels kei­ner­lei Beschä­di­gun­gen fest­zu­stel­len. Auch reich­ten die mecha­ni­schen Kräf­te einer Tro­cken­an­la­ge nicht aus, um den Kof­fer­raum zu öff­nen. Ein­zi­ge Erklä­rung für das Öff­nen des Kof­fer­raum­de­ckels sei das Betä­ti­gen eines Schal­ters im Fahr­zeu­g­in­nen­raum. Dazu sei nur der Klä­ger selbst in der Lage gewe­sen. Es sei nicht aus­zu­schlie­ßen, dass der Klä­ger mög­li­che Warn­hin­wei­se durch Summ­ton und Leuch­te im Rah­men des Wasch- und Tro­cken­vor­gangs nicht mit­be­kom­men habe. Der Kof­fer­raum­de­ckel kön­ne auch schon wäh­rend des Wasch­vor­gangs geöff­net gewe­sen sein. Das Gericht schloss sich den über­zeu­gen­den Aus­füh­run­gen des Sach­ver­stän­di­gen an und hol­te nicht, wie vom Klä­ger bean­tragt, ein neu­es Gut­ach­ten ein.

Fazit:

Daher gilt nicht nur in der Wasch­an­la­ge:
Gib stets acht, ob der Kof­fer­raum­de­ckel ist zuge­macht.

(Urteil des Land­ge­richts Coburg vom 10.02.2009, Az. 11 O 440/08; rechts­kräf­tig)

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