Eine Anwalts­ro­be darf zu Wer­bungs­zwe­cken nicht mit dem Namens­zug ihres Trä­gers und der Inter­net­adres­se der Anwalts­kanz­lei ver­se­hen wer­den. Das hat der beim Ober­lan­des­ge­richt Hamm ansäs­si­ge Anwalts­ge­richts­hof für das Land Nord­rhein-West­fa­len am 29. Mai 2015 ent­schie­den.
Der kla­gen­de Rechts­an­walt unter­hält sei­ne Kanz­lei im Bezirk der beklag­ten Rechts­an­walts­kam­mer Köln. Er beab­sich­tig­te, sei­ne Anwalts­ro­be — aus einer Ent­fer­nung von 8 Metern noch gut les­bar — mit sei­nem Namens­zug und der Inter­net­adres­se sei­ner Kanz­lei zu besti­cken und die­se Robe vor Gericht zu tra­gen, um so für sich als Rechts­an­walt zu wer­ben. Nach­dem ihn die beklag­te Rechts­an­walts­kam­mer dahin­ge­hend beschie­den hat­te, dass die von ihm beab­sich­tig­te Roben­ge­stal­tung mit anwalt­li­chem Berufs­recht unver­ein­bar und zu unter­las­sen sei, hat der Klä­ger beim Anwalts­ge­richts­hof des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len Kla­ge erho­ben.
Die Kla­ge ist erfolg­los geblie­ben. Der vom Klä­ger ange­foch­te­ne Bescheid der Beklag­ten sei recht­mä­ßig, so der Anwalts­ge­richts­hof. Das vom Klä­ger vor Gericht beab­sich­tig­te Tra­gen einer bedruck­ten oder bestick­ten Robe mit sei­nem Namens­zug und der Inter­net­adres­se sei­ner Kanz­lei sei berufs­recht­lich unzu­läs­sig. Es ver­sto­ße gegen § 20 der Berufs­ord­nung für Rechts­an­wäl­te. Nach der Vor­schrift tra­ge der Rechts­an­walt vor Gericht als Berufs­tracht eine Robe, soweit das üblich sei. Nach dem Sinn und Zweck der Rege­lung sei die Robe zu tra­gen, um Rechts­an­wäl­te im Rah­men einer gericht­li­chen Ver­hand­lung aus dem Kreis der übri­gen Teil­neh­mer her­aus­zu­he­ben. Ihre Stel­lung als unab­hän­gi­ges Organ der Rechts­pfle­ge sol­le sicht­bar gemacht wer­den. Allen Betei­lig­ten wer­de dadurch deut­lich, dass Rechts­an­wäl­ten eine eigen­stän­di­ge Organ­stel­lung zukom­me, die im Ver­fah­ren und in der Ver­hand­lung beson­de­re Rech­te und Pflich­ten begrün­de. Dar­in lie­ge auch ein zumin­dest mit­tel­ba­rer Nut­zen für die Rechts- und Wahr­heits­fin­dung im Pro­zess. Die­ser Zweck des Robe­tra­gens schlie­ße jede Wer­bung auf einer vor Gericht getra­ge­nen Anwalts­ro­be aus, auch eine sach­lich gehal­te­ne Wer­be­aus­sa­ge. Im vor­lie­gen­den Fall hät­ten die vom Klä­ger beab­sich­tig­ten Zusät­ze wer­ben­den Cha­rak­ter. Die beklag­te Kam­mer habe sie des­we­gen zu Recht unter­sagt.

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