Ein Ver­an­stal­ter eines “Public-Viewing-Events” ist für die Sicher­heit von ste­hen­den Zuschau­ern auf einer Sitz­tri­bü­ne ver­ant­wort­lich und wird nicht durch eine ord­nungs­be­hörd­li­che Geneh­mi­gung ent­las­tet. Dies hat der 9. Zivil­se­nat des…

(vdvka)  Ein Ver­an­stal­ter eines “Public-Viewing-Events” ist für die Sicher­heit von ste­hen­den Zuschau­ern auf einer Sitz­tri­bü­ne ver­ant­wort­lich und wird nicht durch eine ord­nungs­be­hörd­li­che Geneh­mi­gung ent­las­tet. Dies hat der 9. Zivil­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Hamm am 05.11.2010 ent­schie­den und folg­te damit dem erst­in­stanz­li­chen Urteil des Land­ge­richt Essen (Urteil vom 22.12.2009, 17 O 219/08).

Die Beklag­te, eine Event-GmbH, zeig­te wäh­rend der Fuß­ball­welt­meis­ter­schaft 2006 im Rah­men eines “Public-Viewing-Events” Län­der­spie­le und errich­te­te hier­zu mit ord­nungs­be­hörd­li­cher Geneh­mi­gung eine drei­stö­cki­ge Sitz­tri­bü­ne, die nicht mit Gelän­dern abge­si­chert war. Aus dem Stand stürz­te der Klä­ger gemein­sam mit einem ande­ren Zuschau­er aus 80 cm Höhe zu Boden und brach sich hier­bei den Arm. Der Klä­ger war meh­re­re Mona­te arbeits­un­fä­hig und ver­klag­te die Ver­an­stal­te­rin erfolg­reich unter ande­rem auf Zah­lung von Schmer­zens­geld und Scha­dens­er­satz.

Die Beklag­te habe ihre Ver­kehrs­si­che­rungs­pflich­ten als Ver­an­stal­te­rin ver­letzt und haf­te daher dem Klä­ger für die ent­stan­de­nen Schä­den. Die Ver­an­stal­te­rin sei für die Sicher­heit der auf der Sitz­tri­bü­ne ste­hen­den Zuschau­er ver­ant­wort­lich und wer­de nicht durch die ord­nungs­be­hörd­li­che Geneh­mi­gung ent­las­tet, führ­te der Senat aus und folg­te damit dem Land­ge­richt Essen. Anders als die ers­te Instanz beur­teil­te der Senat das Mit­ver­schul­den des Klä­gers mit 50 statt mit 25%. Die Gefahr sei bei wie­der­hol­ten tumult­ar­ti­gen Bewe­gun­gen unter den Zuschau­ern auf der Büh­ne offen­sicht­lich gewe­sen. Der Klä­ger hät­te sich durch vor­sich­ti­ges Ver­hal­ten vor Scha­den schüt­zen und den Tri­bü­nen­rand mei­den kön­nen, führ­te der Senat aus und sprach dem Klä­ger Schmer­zens­geld in Höhe von 10.000 Euro und wei­te­ren Scha­dens­er­satz in Höhe von etwa 3.300 Euro zu.

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