Der 7. Senat des Ober­lan­des­ge­richts Hamm hat­te sich mit der Fra­ge zu befas­sen, ob eine aus Kon­kur­renz­schutz­grün­den erklär­te Kün­di­gung eines Gewer­be­raum­miet­ver­hält­nis­ses wirk­sam ist. Die­se Fra­ge hat der Senat mit…

(vdvka)  Der 7. Senat des Ober­lan­des­ge­richts Hamm hat­te sich mit der Fra­ge zu befas­sen, ob eine aus Kon­kur­renz­schutz­grün­den erklär­te Kün­di­gung eines Gewer­be­raum­miet­ver­hält­nis­ses wirk­sam ist. Die­se Fra­ge hat der Senat mit dem heu­te, am 28.06.2011, ver­kün­de­tem Urteil ver­neint und damit die erst­in­stanz­li­che Ent­schei­dung des Land­ge­richts Dort­mund vom 30.04.2010 (3 O 99/08) im Wesent­li­chen — bis auf einen Teil der gel­tend gemach­ten Neben­kos­ten­vor­aus­zah­lun­gen für 2009 in Höhe von ca. 22.000,00 € — bestä­tigt.

Die Klä­ge­rin ver­mie­te­te an die Beklag­te, eine Rechts­an­walts- und Notar­ge­sell­schaft, Büro­räu­me sowie im glei­chen Objekt wei­te­re Räu­me an eine Wirt­schafts­prü­fungs- und Steu­er­be­ra­ter­ge­sell­schaft. Die Gesell­schaf­ten hat­ten sich zuvor zeit­wei­se zur gemein­sa­men Berufs­aus­übung zusam­men­ge­schlos­sen. Nach ihrer Tren­nung bot die Wirt­schaft­prü­fungs- und Steu­er­be­ra­ter­ge­sell­schaft in ihren Büro­räu­men auch Rechts­dienst­leis­tun­gen an. Die Beklag­te sah dar­in eine Ver­let­zung des miet­ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Kon­kur­renz­schut­zes, kün­dig­te den Miet­ver­trag und stell­te die Miet­zah­lun­gen ein. Die rück­stän­di­ge Mie­te in Höhe von etwa 660.000 Euro sowie rück­stän­di­ge Neben­kos­ten in Höhe von etwa 94.000 Euro klag­te die Ver­mie­te­rin erfolg­reich von der Rechts­an­walts- und Notar­ge­sell­schaft, sowie deren Gesell­schaf­tern, dem ehe­ma­li­gen Notar Dr. N. aus Dort­mund, sowie einem wei­te­ren — zwi­schen­zeit­lich durch einen Ver­gleich aus dem Rechts­streit aus­ge­schie­de­nen — Gesell­schaf­ter ein.

Die erklär­te frist­lo­se Kün­di­gung sei unwirk­sam, führ­te der Senat nach umfas­sen­der Wür­di­gung der Umstän­de des Ein­zel­falls und Abwä­gung der bei­der­sei­ti­gen Inter­es­sen aus. Die Ver­mie­te­rin sei nicht ver­pflich­tet, Kon­kur­renz­schutz gegen­über der wei­te­ren Mie­te­rin, der Wirt­schafts- und Steu­er­be­ra­tungs­ge­sell­schaft zu gewäh­ren. Es oblie­ge viel­mehr den Gesell­schaf­tern unter­ein­an­der und nicht dem Ver­mie­ter durch ent­spre­chend Rege­lun­gen für aus­rei­chen­den Kon­kur­renz­schutz zu sor­gen. Da der Miet­ver­trag auf zehn Jah­re befris­tet war, kön­ne das Miet­ver­hält­nis auch nicht vor­zei­tig durch ordent­li­che Kün­di­gung been­det wer­den.

Infor­ma­tio­nen: