1. Der Neben­klä­ger muss sich ein etwai­ges Ver­schul­den sei­nes Ver­tre­ters — anders als ein Ange­klag­ter im Ver­hält­nis zu sei­nem Ver­tei­di­ger — anrech­nen las­sen.
2. Gemäß § 44 S. 2 StPO ist die Ver­säu­mung einer Rechts­mit­tel­frist zwar als unver­schul­det anzu­se­hen, wenn die Beleh­rung nach § 35 S. 1 StPO ver­säumt wor­den ist. Die gesetz­li­che Ver­mu­tung bei unter­blie­be­ner Rechts­mit­tel­be­leh­rung hebt aber nur das Erfor­der­nis des feh­len­den Ver­schul­dens des Rechts­mit­tel­füh­rers auf. Den ursäch­li­chen Zusam­men­hang zwi­schen dem Beleh­rungs­man­gel und der Frist­ver­säum­nis setzt die Wie­der­ein­set­zung aber auch bei einer sol­chen Fall­ge­stal­tung vor­aus.

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