Die Rechts­be­schwer­de des Betrof­fe­nen gegen das Urteil des Amts­ge­richts Lim­burg — Zwgst. Had­a­mar — vom 23. Febru­ar 2010 wird verworfen.Der Betrof­fe­ne hat die Kos­ten sei­nes Rechts­mit­tels zu tragen.GründeI.1Das Amts­ge­richt…

(vdvka)  Die Rechts­be­schwer­de des Betrof­fe­nen gegen das Urteil des Amts­ge­richts Lim­burg — Zwgst. Had­a­mar — vom 23. Febru­ar 2010 wird ver­wor­fen.

Der Betrof­fe­ne hat die Kos­ten sei­nes Rechts­mit­tels zu tra­gen.

Grün­de
I.

1
Das Amts­ge­richt hat den Betrof­fe­nen zu einer Geld­bu­ße in Höhe von 9.000,- Euro ver­ur­teilt, da er es als Ver­ant­wort­li­cher unter­las­sen hat, dafür zu sor­gen, dass die sum­mier­te Gesamt­lenk­zeit zwei­er auf­ein­an­der­fol­gen­der Wochen von 90 Stun­den nicht über­schrit­ten wird und er fer­ner tat­ein­heit­lich als Ver­ant­wort­li­cher nicht dafür gesorgt hat, dass die ver­län­ger­te Tages­lenk­zeit von 10 Stun­den ein­ge­hal­ten wird.

2
Nach den Fest­stel­lun­gen war der Betrof­fe­ne allei­ni­ger Geschäfts­füh­rer der …

3
Der Sohn des Betrof­fe­nen, X, war Kom­man­di­tist bei der …

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Der als Berufs­kraft­fah­rer täti­ge Zeu­ge Z1 fuhr in der Zeit ab dem 13. März 2008 zur Pro­be für die …, erst­mals auch im Fern­ver­kehr und mit digi­ta­lem Kon­troll­ge­rät. Das Ein­stel­lungs­ge­spräch fand mit dem Betrof­fe­nen statt. Am 01. April 2008 unter­zeich­ne­ten der Zeu­ge Z1 und der Betrof­fe­ne einen fes­ten Arbeits­ver­trag. Im Zeit­raum vom 10. April 2008 bis zum 08. Mai 2008 fuhr der Zeu­ge Z1 dar­auf­hin mit dem Lkw mit dem amt­li­chen Kenn­zei­chen … und einem zuläs­si­gen Gesamt­ge­wicht von 40 t auf ver­schie­de­nen Stre­cken im Bun­des­ge­biet und im Gel­tungs­be­reich der EU-Vor­schrif­ten.

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Dabei kam es nach den Fest­stel­lun­gen zu fol­gen­den Ver­stö­ßen:

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1. Der Zeu­ge Z1 über­schritt in acht Fäl­len die ver­län­ger­te täg­li­che Lenk­zeit von 10 Stun­den , näm­lich

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- am 10.04./11.04.2008 um 6 Stun­den und 42 Minu­ten,
- am 14.04./17.04.2008 um 32 Stun­den und 9 Minu­ten,
- am 18.04.2008 um 2 Stun­den und 43 Minu­ten,
- am 21.04./25.04.2008 um 39 Stun­den und 41 Minu­ten,
- am 27.04./01.05.2008 um 29 Stun­den und 9 Minu­ten,
- am 01.05./03.05.2008 um 5 Stun­den und 31 Minu­ten,
- am 04.05./05.05.2008 um 2 Stun­den und 44 Minu­ten,
- am 06.05./08.05.2008 um 13 Stun­den und 14 Minu­ten.

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2. Fer­ner über­schritt der Zeu­ge Z1 inner­halb eines Zeit­raums von zwei auf­ein­an­der­fol­gen­den Wochen die zuläs­si­ge Gesamt­lenk­zeit von 90 Stun­den im Zeit­raum
- vom 14.04.2008 bis 27.04.2008 um 17 Stun­den und 21 Minu­ten,
- vom 21.04.2008 bis 04.05.2008 um 16 Stun­den und 30 Minu­ten.

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Die­se Ver­stö­ße des Zeu­gen Z1 hät­te der Betrof­fe­ne — so die Fest­stel­lun­gen des Amts­ge­richts — durch geeig­ne­te Kon­troll­maß­nah­men ver­hin­dern kön­nen. Obwohl der Betrof­fe­ne als Geschäfts­füh­rer für den Fah­rer Z1 ver­ant­wort­lich war, hat er die ihm oblie­gen­den Kon­troll- und Über­wa­chungs­pflich­ten nicht ent­spre­chend aus­ge­übt und dabei die vor­lie­gen­den Ver­stö­ße zumin­dest bil­li­gend in Kauf genom­men. Trotz mehr­fa­cher Fahr­ver­stö­ße des Zeu­gen schon wäh­rend des­sen Pro­be­zeit hat­te ihn der Betrof­fe­ne Anfang April 2008 ein­ge­stellt. Dabei hat sich der Betrof­fe­ne wei­ter­hin nicht ver­an­lasst gese­hen, den Zeu­gen ver­stärkt zu kon­trol­lie­ren; nicht ein­mal ein per­sön­li­ches Gespräch hat er mit dem Zeu­gen nach des­sen Ein­stel­lung geführt.

II.

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Gegen die Ver­ur­tei­lung wen­det sich der Betrof­fe­ne mit sei­ner Rechts­be­schwer­de, die auf die Ver­let­zung for­mel­len und mate­ri­el­len Rechts gestützt ist. Dem Rechts­mit­tel bleibt jedoch ein Erfolg ver­sagt.

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1. Mit den in Form von Auf­klä­rungs­rü­gen erho­be­nen Ver­fah­rens­rügen dringt die Rechts­be­schwer­de nicht durch. Die Rügen sind bereits nicht ord­nungs­ge­mäß aus­ge­führt im Sin­ne von § 79 Abs. 3 Satz 1 OWiG i.V.m. § 344 Abs. 2 Satz 2 StPO und daher unzu­läs­sig.

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a) Soweit die Auf­klä­rungs­rü­ge wegen feh­len­der Her­an­zie­hung der Dis­po­si­ti­ons­plä­ne für den Tat­zeit­raum erho­ben wird, ergibt sich aus dem Beschwer­de­vor­brin­gen nicht, wes­halb das Gericht sich hät­te gedrängt sehen müs­sen, einen ent­spre­chen­den Beweis zu erhe­ben. Dies gilt ins­be­son­de­re vor dem Hin­ter­grund, dass das Gericht nach dem Ver­lauf der Beweis­auf­nah­me bereits nicht mehr von einem Dis­po­si­ti­ons­ver­stoß des Betrof­fe­nen aus­ge­gan­gen ist, wie sich aus den Urteils­grün­den (S. 21 UA) ergibt, und die dem Betrof­fe­nen zur Last geleg­te Ver­let­zung sei­ner Auf­sichts- und Über­wa­chungs­pflich­ten unab­hän­gig von einem etwai­gen Dis­po­si­ti­ons­ver­stoß zu sehen ist.

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b) Auch bzgl. der Auf­klä­rungs­rü­ge wegen unter­las­se­ner Ein­ho­lung einer Aus­kunft des Regie­rungs­prä­si­di­ums über die dort ver­zeich­ne­te Füh­rung der Kraft­ver­kehrs­ge­schäf­te der … zum Nach­weis der Tat­sa­che, dass Herr X die zur Füh­rung der Kraft­ver­kehrs­ge­schäf­te der … bestell­te Per­son war, fehlt es an der erfor­der­li­chen Dar­le­gung, war­um sich das Gericht zur Erhe­bung die­ses Bewei­ses hät­te gedrängt sehen müs­sen. Dies gilt ins­be­son­de­re vor dem Hin­ter­grund, dass allein die Fest­stel­lung der Ein­tra­gung zur Füh­rung der Kraft­ver­kehrs­ge­schäf­te kei­nen Auf­schluss über den tat­säch­li­chen Umfang der Befug­nis­se und Pflich­ten der ein­ge­tra­ge­nen Per­son bzgl. der Kon­trol­le der ange­stell­ten Fah­rer gibt.

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c) Schließ­lich greift auch die Rüge, das Land­ge­richt hät­te den Zeu­gen X zur Klä­rung der Beweis­fra­ge der Über­tra­gung der Dis­po­si­ti­ons- und Kon­troll­pflich­ten ver­neh­men müs­sen, nicht durch. Denn bereits aus dem Beschwer­de­vor­brin­gen ergibt sich, dass die Fra­ge der Ver­neh­mung des Zeu­gen X Gegen­stand der Erör­te­rung in der Haupt­ver­hand­lung gewe­sen ist und das Gericht im Hin­blick auf den Umstand, dass der Betrof­fe­ne den­noch einen ent­spre­chen­den Beweis­an­trag bewusst nicht gestellt hat, sich gera­de nicht zur Ver­neh­mung des Zeu­gen gedrängt sehen muss­te. Im Übri­gen trägt der Revi­si­ons­füh­rer selbst vor, dass von dem Zeu­gen X eine Bestä­ti­gung des Beweis­the­mas nicht zu erwar­ten gewe­sen sei.

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2. Auch die Sach­rü­ge führt nicht zum Erfolg. Die Nach­prü­fung des Urteils hat kei­nen Rechts­feh­ler zum Nach­teil des Beschwer­de­füh­rers erge­ben.

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Die rechts­feh­ler­frei getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen tra­gen den Schuld­spruch.

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a) Nach dem fest­ge­stell­ten Sach­ver­halt ist das Amts­ge­richt rechts­feh­ler­frei zu dem Ergeb­nis gelangt, dass der Betrof­fe­ne vor­sätz­lich gegen das Gebot, als Unter­neh­mer für die Ein­hal­tung der Lenk- und Ruhe­zei­ten zu sor­gen, ver­sto­ßen hat.

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b) Das Amts­ge­richt hat dabei das Unter­las­sen des Betrof­fe­nen rechts­feh­ler­frei als einen ein­heit­li­chen Ver­stoß gegen § 8a Abs. 1 Nr. 2 FPersG gewer­tet und nur eine ein­zi­ge Geld­bu­ße fest­ge­setzt. Der Senat hält fest an sei­ner bis­he­ri­gen Recht­spre­chung, wonach die von dem Unter­neh­mer zu tref­fen­den Maß­nah­men (z.B. regel­mä­ßi­ge Beleh­run­gen und wöchent­li­che Kon­trol­len des Fah­rers) nur Aus­fluss einer ein­heit­li­chen Auf­sichts­pflicht, die eine stän­di­ge Über­wa­chung des Fahr­per­so­nals gebie­tet, sind. Ein Anlass, von die­ser bereits bzgl. des §§ 7 a Abs. 1 Nr. 3 lit. b, 7 b Abs. 1 Nr. 3 lit. B FPersG a.F. und bzgl. des § 8 Abs. 1 Nr. 1 lit. b FPersG a.F. ober­ge­richt­lich ver­tre­te­nen Rechts­auf­fas­sung (OLG Düs­sel­dorf NJW 2008, 930–932; OLG Koblenz, VRS 102, 291–296; Bay­O­bLG VRS 92, 238–240) abzu­wei­chen, besteht nicht. Denn auch bzgl. der seit dem 14. Juli 2007 gel­ten­den Vor­schrift des § 8 a FPersG kann ein dem Unter­neh­mer vor­zu­wer­fen­des Unter­las­sen der regel­mä­ßi­gen Beleh­run­gen und Kon­trol­len nicht in ein­zel­ne recht­li­che selb­stän­di­ge Unter­las­sun­gen zer­glie­dert wer­den.

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Dass im Unter­schied zu dem Fah­rer für den Unter­neh­mer nicht die ein­zel­nen Fahr­ver­stö­ße maß­ge­bend sein sol­len, ergibt sich bereits aus dem Wort­laut der Vor­schrift des § 8a Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 2 Nr. 1 FPersG. Wäh­rend näm­lich ord­nungs­wid­rig im Sin­ne der genann­ten Vor­schrift han­delt, wer nicht dafür sorgt, dass die in der Ver­ord­nung (EG) Nr. 561/2006 genann­ten Lenk­zei­ten, die genann­te Fahrt­un­ter­bre­chung und die genann­ten Ruhe­zei­ten vom Fah­rer ein­ge­hal­ten wer­den, han­delt der Fah­rer ord­nungs­wid­rig im Sin­ne der genann­ten Vor­schrift, wenn er die genann­te Lenk­zeit, die genann­te Fahrt­un­ter­bre­chung oder die genann­te Ruhe­zeit nicht ein­hält. Die­se Dif­fe­ren­zie­rung inner­halb der Vor­schrift des § 8a FPersG legt nahe, dass es sich bei dem Unter­neh­mer um eine ein­heit­li­che, umfas­sen­de Auf­sichts- und Über­wa­chungs­pflicht han­delt, wäh­rend der Fah­rer mit jedem ein­zel­nen Ver­stoß gegen die Bestim­mun­gen der EU-Vor­schrift ord­nungs­wid­rig han­delt.

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Die von dem Amts­ge­richt in sei­nen nicht tra­gen­den Ent­schei­dungs­grün­den ange­führ­ten Beden­ken bzgl. einer “ein­heit­li­chen Auf­sichts­pflicht” grei­fen nicht, denn es soll ent­ge­gen der Annah­me des Amts­ge­richts gera­de kei­ne all­um­fas­sen­de “ein­heit­li­che Auf­sichts­pflicht gegen­über dem Fahr­per­so­nal” bzw. “ein­heit­li­che Auf­sichts­pflicht nach dem FPersG” kon­stru­iert wer­den, son­dern — ent­spre­chend dem Wort­laut des § 8 a Abs. 1 Nr. 2 FPersG — allein eine Auf­sichts­pflicht gegen­über den Fah­rern bgzl. des Ein­hal­tens der Lenk­zei­ten, der not­wen­di­gen Fahrt­un­ter­bre­chung und der not­wen­di­gen Ruhe­zei­ten zugrun­de gelegt wer­den. Die Aus­ge­stal­tung die­ser auf die Ein­hal­tung kon­kre­ter Vor­schrif­ten bezo­ge­nen Auf­sichts­pflicht ist wie­der­um abhän­gig vom Ein­zel­fall und kann sich in regel­mä­ßi­gen Beleh­run­gen und wöchent­li­chen Kon­trol­len erschöp­fen oder dar­über hin­aus­ge­hen­de arbeits­recht­li­che Maß­nah­men, wie z.B. eine Abmah­nung des Fah­rers, erfor­dern.

21
Im Hin­blick auf die gemäß Ver­ord­nung (EG) Nr. 2135/98 erfolg­te Ein­füh­rung des digi­ta­len Auf­zeich­nungs­ge­rä­tes und somit der elek­tro­ni­schen Auf­zeich­nung der Tätig­kei­ten des Fah­rers auf sei­ner Fah­rer­kar­te über einen Zeit­raum von 28 Tagen, wel­che auch der im Rah­men des § 8 a FPersG maß­geb­li­chen Ver­ord­nung (EG) 561/2006 zugrun­de liegt, erscheint es jedoch ange­bracht, die ein­heit­li­che Auf­sichts­pflicht des Unter­neh­mers eben­falls jeweils auf den sich dar­aus erge­ben­den Über­wa­chungs­zeit­raum von 28 Tagen zu erstre­cken bzw. zu begren­zen. Dass die­ser Über­wa­chungs­zeit­raum auch für nicht mit einem elek­tro­ni­schen Auf­zeich­nungs­ge­rät aus­ge­rüs­te­te Fah­rer maß­ge­bend ist, ergibt sich dar­aus, dass auch für sol­che Fah­rer gemäß Art. 16 Abs. 3 der Ver­ord­nung (EG) 561/2006 ein Arbeits­plan für einen Zeit­raum von jeweils 28 Tagen zu erstel­len ist. Spä­tes­tens nach 28 Tagen ist der Unter­neh­mer somit gehal­ten, die Ein­hal­tung der Vor­schrif­ten anhand der ihm vor­lie­gen­den und von ihm auf­zu­be­wah­ren­den Auf­zeich­nun­gen zu kon­trol­lie­ren. Dies lässt es ange­mes­sen erschei­nen, nach die­sem Zeit­raum jeweils eine Zäsur bzgl. der ein­heit­li­chen Über­wa­chungs­pflicht des Unter­neh­mers zu set­zen. Damit löst sich im Ergeb­nis auch der von dem Amts­ge­richt in sei­nen nicht tra­gen­den Grün­den bean­stan­de­te Wer­tungs­wi­der­spruch zwi­schen Ahn­dung des Fah­rers und Ahn­dung des Unter­neh­mers auf, da ein andau­ern­des Unter­las­sen des Unter­neh­mers bzgl. sei­ner Über­wa­chungs­pflicht alle 28 Tage einen neu­en — zu vor­an­ge­gan­ge­nen Ver­stö­ßen in Tat­mehr­heit ste­hen­den — Auf­sichts­pflicht­ver­stoß begrün­det.

22
c) Auch der Rechts­fol­gen­aus­spruch hält recht­li­cher Nach­prü­fung stand.

23
Rechts­feh­ler zum Nach­teil des Betrof­fe­nen sind nicht ersicht­lich. Soweit das Amts­ge­richt die von dem Fah­rer began­ge­nen Ver­stö­ße, deren Umfang sich für den Betrof­fe­nen im Rah­men der Straf­zu­mes­sung aus­wirkt, bzgl. des im Tat­zeit­raum vom 14. April 2008 bis 27. April 2008 und 21. April 2008 bis 04. Mai 2008 began­ge­nen Dop­pel­wo­chen­ver­sto­ßes als zwei Taten des Fah­rers gewer­tet hat, ist dies zwar rechts­feh­ler­haft, der Senat ver­mag vor dem Hin­ter­grund der wei­te­ren acht Lenk­zeit­ver­stö­ße und dem damit gege­be­nen Gesamt­ge­wicht der über einen län­ge­ren Zeit­raum began­ge­nen Fah­rer­ver­stö­ße jedoch aus­zu­schlie­ßen, dass sich dies im Rah­men der Straf­zu­mes­sung zum Nach­teil des Betrof­fe­nen aus­ge­wirkt hat.

24
Das Amts­ge­richt ist vor­lie­gend — unter Beach­tung der Ent­schei­dung des Senats vom 15. Dezem­ber 2009 (Az. 2 Ss-OWi 454/09) davon aus­ge­gan­gen, dass trotz der Über­schnei­dung der bei­den für die Dop­pel­wo­chen­ver­stö­ße maß­ge­ben­den Tat­zeit­räu­me, näm­lich 14. April 2008 bis 27. April 2008 einer­seits und 21. April 2008 bis 04. Mai 2008 ande­rer­seits, kei­ne unzu­läs­si­ge Dop­pel­ver­wer­tung vor­liegt.

25
An der vor­ge­nann­ten Recht­spre­chung hält der Senat nach erneu­ter Über­prü­fung indes seit sei­nem Beschluss vom 13. Juni 2010 (Az. 2 Ss-OWi 17/10) nicht mehr fest. Er ver­tritt nun­mehr die Auf­fas­sung, dass bei der Betrach­tung des Auf­zeich­nungs­zeit­raums von 28 Tagen zunächst unter Beach­tung des Ver­bots der Dop­pel­be­stra­fung alle Dop­pel­wo­chen­ver­stö­ße zu ermit­teln sind, wobei in dem genann­ten Tat­zeit­raum maxi­mal zwei — näm­lich sich in der Tat­zeit nicht über­schnei­den­de — Dop­pel­wo­chen­ver­stö­ße denk­bar sind, die zuein­an­der in Tat­mehr­heit ste­hen; ist es inner­halb der Dop­pel­wo­chen­ver­stö­ße zusätz­lich zu Wochen­ver­stö­ßen und/oder Tages­ver­stö­ßen gekom­men, ste­hen die­se zu dem jewei­li­gen Dop­pel­wo­chen­ver­stoß in Tat­ein­heit (vgl. Senat, Beschl. v. 13. Juni 2010 — 2 Ss-OWi 17/10). Kommt es nur zu einem Dop­pel­wo­chen­ver­stoß, ste­hen ein­zel­ne Wochen­ver­stö­ße, die nicht von die­ser Dop­pel­wo­che mit­er­fasst wer­den, in Tat­mehr­heit; ent­spre­chen­des gilt für Tages­ver­stö­ße, die nicht von Dop­pel­wo­chen und Wochen­ver­stö­ßen mit­er­fasst sind (vgl. Senat a.a.O.).

26
Danach ist dem Fah­rer im vor­lie­gen­den Fall in dem sich ins­ge­samt über drei Wochen erstre­cken­den Tat­zeit­raum vom 14. April 2008 bis 04. Mai 2008 nur ein Dop­pel­wo­chen­ver­stoß anzu­las­ten, näm­lich vom 14. April 2008 bis zum 27. April 2008. Die in die­se Zeit fal­len­den Lenk­zeit­über­schrei­tun­gen ste­hen zu dem Dop­pel­wo­chen­ver­stoß in Ide­al­kon­kur­renz. Die Fest­stel­lung eines wei­te­ren Dop­pel­wo­chen­ver­sto­ßes — vor oder nach der Dop­pel­wo­che vom 14. April bis zum 27. April 2008 — ist vor­lie­gend nicht mög­lich, da der ver­blei­ben­de Tat­zeit­raum der über­prüf­ten 28 Tage wei­te­re vol­le zwei Wochen vor dem 14. April 2008 oder nach dem 27. April 2008 nicht ergibt.

27
Da die “Kon­kur­renz­kor­rek­tur” bzgl. der dem Fah­rer zur Last geleg­ten Ver­stö­ße kei­ne Ver­rin­ge­rung des durch den Betrof­fe­nen im Rah­men des Ver­sto­ßes gegen sei­ne Auf­sichts­pflicht ver­wirk­lich­ten Tat­un­rechts bedeu­tet, ver­mag der Senat aus­zu­schlie­ßen, dass der Tatrich­ter bei Berück­sich­ti­gung der neue­ren Recht­spre­chung des Senats eine nied­ri­ge­re Geld­bu­ße fest­ge­setzt hät­te. Gegen die Höhe der vom Amts­ge­richt ver­häng­ten Geld­bu­ße gibt es auch im Übri­gen nichts zu erin­nern.

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3. Die Kos­ten­ent­schei­dung beruht auf § 46 Abs. 1 OWiG i.V.m. § 473 Abs. 1 StPO.

Gericht: OLG Frank­furt 2. Straf­se­nat
Ent­schei­dungs­da­tum: 15.07.2010
Akten­zei­chen: 2 Ss-OWi 276/10
Doku­ment­typ: Beschluss

Infor­ma­tio­nen:

  • Ver­öf­fent­licht: 15.07.2010