Die Kla­ge wird abge­wie­sen.

Die Kos­ten des Ver­fah­rens wer­den dem Klä­ger auf­er­legt.

Die außer­ge­richt­li­chen Kos­ten des Bei­ge­la­de­nen sind nicht erstat­tungs­fä­hig.

Das Urteil ist wegen der Kos­ten vor­läu­fig voll­streck­bar.

Dem Klä­ger wird nach­ge­las­sen, die Voll­stre­ckung durch …

(vdvka) …Sicher­heits­leis­tung oder Hin­ter­le­gung in Höhe von 110 % des auf­grund des Urteils voll­streck­ba­ren Betra­ges abzu­wen­den, wenn nicht der Beklag­te vor der Voll­stre­ckung in glei­cher Höhe Sicher­heit leis­tet.

Tat­be­stand

1

Der Klä­ger erstrebt die immis­si­ons­schutz­recht­li­che Geneh­mi­gung für ins­ge­samt sechs Wind­ener­gie­an­la­gen.

2

Er bean­trag­te am 05.03.2004 beim Kreis D. die Ertei­lung einer bau­recht­li­chen Geneh­mi­gung für den Neu­bau von zwei Wind­ener­gie­an­la­gen des Typs Ves­tas 90 mit einer Leis­tung von 3 Mega­watt und einer Gesamt­hö­he von 125 m unter gleich­zei­ti­gem Rück­bau von 3 bestehen­den klei­ne­ren Wind­ener­gie­an­la­gen. Die Bau­vor­ha­ben soll­ten auf dem Flur­stück 6 der Flur 7 Gemar­kung S. sowie auf dem Flur­stück 8 der Flur 7 der Gemar­kung S ver­wirk­licht wer­den. Par­al­lel dazu wur­de eine Geneh­mi­gung von ande­ren Antrag­stel­lern für drei bau­glei­che Wind­ener­gie­an­la­gen unter Rück­bau von fünf bis­her bestehen­den klei­ne­ren Wind­ener­gie­an­la­gen in der Nach­bar­schaft bean­tragt. Nach Vor­lie­gen einer nega­ti­ven Stel­lung­nah­me des Lan­des­am­tes für Denk­mal­pfle­ge Schles­wig-Hol­stein lehn­te der Kreis D — Unte­re Denk­mal­schutz­be­hör­de — die Ertei­lung der nach § 9 Denk­mal­schutz­ge­setz erfor­der­li­chen Geneh­mi­gung ab. Der hier­ge­gen gerich­te­te Wider­spruch wur­de durch das Lan­des­amt für Denk­mal­pfle­ge mit Wider­spruchs­be­scheid vom 05.07.2004 zurück­ge­wie­sen.

3

Dar­auf­hin hat der Klä­ger am 05.08.2004 Kla­ge gegen den Kreis D erho­ben mit dem ursprüng­li­chen Kla­ge­ziel, den (sei­ner­zei­ti­gen) Beklag­ten zu ver­pflich­ten, die bean­trag­te Geneh­mi­gung nach § 9 Denk­mal­schutz­ge­setz für die Errich­tung der zwei bean­trag­ten Wind­ener­gie­an­la­gen zu ertei­len.

4

Nach­dem der Kreis D die Bau­an­trags­un­ter­la­gen sowohl des Klä­gers als auch der Antrag­stel­ler der drei wei­te­ren Wind­ener­gie­an­la­gen zur Durch­füh­rung des nun­mehr erfor­der­li­chen immis­si­ons­schutz­recht­li­chen Geneh­mi­gungs­ver­fah­rens an den Beklag­ten wei­ter gelei­tet hat­te, führ­te die­ser im Hin­blick auf die geplan­ten Vor­ha­ben am 12.05.2005 einen Scree­ning-Ter­min unter Betei­li­gung des Krei­ses D und des Lan­des­am­tes für Denk­mal­pfle­ge Schles­wig-Hol­stein durch.

5

Am 15.08.2005 (Ein­gang 14.09.2005) stell­te der Klä­ger förm­lich den Antrag auf Ertei­lung einer immis­si­ons­schutz­recht­li­chen Geneh­mi­gung bei dem Beklag­ten. Er wies dar­auf hin, dass die ursprüng­lich von drei Antrag­stel­lern bean­trag­ten fünf Wind­ener­gie­an­la­gen nun­mehr vom Klä­ger allein zur Geneh­mi­gung gestellt wür­den. Zugleich soll­ten sie­ben Wind­ener­gie­an­la­gen des Typs Tacke TW 500 und eine des Typs TW 600 demon­tiert wer­den. Die fünf Wind­ener­gie­an­la­gen soll­ten auf dem Flur­stück 34 der Flur 6 bzw. auf den Flur­stü­cken 6, 7, 8 und 19 der Flur 7, Gemar­kung S errich­tet wer­den. Bei­ge­fügt war ein Pri­vat­gut­ach­ten zur stan­dört­li­chen Vor­prü­fung des Ein­zel­fal­les nach UVPG sowie eine Sicht­bar­keits­be­wer­tung, die im Ergeb­nis zu dem Schluss kam, die geplan­ten Wind­ener­gie­an­la­gen wür­den kei­ne erheb­li­chen Beein­träch­ti­gun­gen des Kul­tur­denk­mals W mit sich brin­gen.

6

Wäh­rend sich die unte­re Denk­mal­schutz­be­hör­de dem Pri­vat­gut­ach­ten des Klä­gers anschloss, beur­teil­te der Bei­ge­la­de­ne die Vor­ha­ben als denk­mal­schutz­recht­lich nicht geneh­mi­gungs­fä­hig. Wegen der Ein­zel­hei­ten wird auf die Stel­lung­nah­me vom 12.09.2005, Blatt 80 der Bei­ak­te A, Bezug genom­men.

7

Mit wei­te­rem Antrag vom 15.09.2005 (ein­ge­gan­gen am 06.10.2005) bean­trag­te der Klä­ger die immis­si­ons­schutz­recht­li­che Geneh­mi­gung für eine bau­glei­che wei­te­re Anla­ge auf dem Flur­stück 15, Flur 2 der Gemar­kung N.

8

Nach­dem der Klä­ger auch vor dem Hin­ter­grund der unter­schied­li­chen denk­mal­schutz­recht­li­chen Stel­lung­nah­men bei der Staats­kanz­lei vor­stel­lig gewor­den war, erklär­te der Bei­ge­la­de­ne in Aus­übung der Fach­auf­sicht die abwei­chen­de Stel­lung­nah­me der unte­ren Denk­mal­schutz­be­hör­de für erle­digt und for­der­te den Beklag­ten mit Schrei­ben vom 25.10.2005 auf, allei­ne die eige­ne Stel­lung­nah­me zu beach­ten. Mit wei­te­rem Schrei­ben vom 03.01.2006 teil­te der Bei­ge­la­de­ne dem Beklag­ten mit, es müs­se bei einer nega­ti­ven Beur­tei­lung blei­ben, auch wenn ein­zel­ne Wind­ener­gie­an­la­gen um bis zu 50 m ver­scho­ben wür­den und von der Kir­che in W nicht mehr gese­hen wer­den könn­ten. Die nega­ti­ve Stel­lung­nah­me sei von der Anzahl der Wind­ener­gie­an­la­gen unab­hän­gig.

9

Dar­auf­hin lehn­te der Beklag­te die Anträ­ge auf Ertei­lung einer Geneh­mi­gung nach § 4 BIm­SchG mit geson­der­ten Beschei­den vom 10.04.2006 ab. Den Vor­ha­ben stün­den ande­re öffent­lich-recht­li­che Vor­schrif­ten im Sin­ne von § 6 BIm­SchG ent­ge­gen. Der Stand­ort der bean­trag­ten Wind­ener­gie­an­la­gen befin­de sich in der Umge­bung eines gemäß §§ 5 und 6 des Geset­zes zum Schutz der Kul­tur­denk­ma­le (Denk­mal­schutz­ge­setz — DSchG) ein­ge­tra­ge­nen unbe­weg­li­chen Kul­tur­denk­mals (Kir­che St. B.) in W. Die mit der Errich­tung der Wind­ener­gie­an­la­ge ein­her­ge­hen­de Ver­än­de­rung sei geeig­net, den Ein­druck des Kul­tur­denk­mals wesent­lich zu beein­träch­ti­gen. Wegen der Ein­zel­hei­ten wird auf die Ver­sa­gungs­be­schei­de vom 10.04.2006 ver­wie­sen. Der Klä­ger erhob mit Schrift­satz sei­nes Bevoll­mäch­tig­ten vom 10. Mai 2006 jeweils Wider­spruch, wel­cher mit getrenn­ten Wider­spruchs­be­schei­den vom 25.09.2006 zurück­ge­wie­sen wur­de. Wegen der Begrün­dung wird auf die Wider­spruchs­be­schei­de vom 25.09.2006 Bezug genom­men.

10

Mit Schrift­satz vom 10.05.2006 hat der Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te des Klä­gers die Kla­ge geän­dert und nun­mehr gegen den jet­zi­gen Beklag­ten gerich­tet.

11

Die gegen den Kreis D gerich­te­te Kla­ge hat er mit Schrift­satz vom 25.10.2006 zurück­ge­nom­men.

12

Der Klä­ger ist der Auf­fas­sung, die inso­weit vor­ge­nom­me­ne Kla­ge­än­de­rung sei gemäß § 67 Abs. 9 BIm­SchG sach­dien­lich.

13

Öffent­lich-recht­li­che Vor­schrif­ten im Sin­ne von § 6 Abs. 1 BIm­SchG stün­den dem Vor­ha­ben nicht ent­ge­gen. Es sei bereits sehr zwei­fel­haft, ob die Vor­ha­ben über­haupt geneh­mi­gungs­be­dürf­tig im Sin­ne von § 9 Abs. 1 Zif­fer 3 DSchG sei­en, da aus der vom Klä­ger ein­ge­reich­ten gut­ach­ter­li­chen Sicht­bar­keits­be­wer­tung des Büros für Land­schafts- und Frei­raum­pla­nung, Lübeck, her­vor­ge­he, dass eine erheb­li­che Beein­träch­ti­gung des Kul­tur­denk­mals und sei­ner Umge­bung nicht zu erwar­ten sei. Dies sei im Gut­ach­ten nach­voll­zieh­bar unter Berück­sich­ti­gung der Sicht­ach­sen und der Sicht­bar­keit der Rotor­blät­ter nur bei bestimm­ten Wind­rich­tun­gen dar­ge­legt wor­den.

14

Selbst wenn man aber von einer Geneh­mi­gungs­be­dürf­tig­keit aus­zu­ge­hen hät­te, bestün­de ein Anspruch auf Ertei­lung der Geneh­mi­gung. Gemäß § 13 BIm­SchG schlie­ße die immis­si­ons­schutz­recht­li­che Geneh­mi­gung ande­re die Anla­ge betref­fen­de öffent­lich-recht­li­che Geneh­mi­gun­gen mit ein. Nach den Durch­füh­rungs­vor­schrif­ten zum Denk­mal­schutz­ge­setz vom 13.08.2002 gel­te die Zustim­mung der obe­ren Denk­mal­schutz­be­hör­de in den Fäl­len des § 9 Abs. 1 Satz 1 Zif­fer 3 DSchG als erteilt. Ein sol­cher Fall lie­ge hier vor, da die zustän­di­ge unte­re Denk­mal­schutz­be­hör­de mit Schrei­ben vom 27.09.2005 eine umfas­sen­de posi­ti­ve Stel­lung­nah­me zu dem bean­trag­ten Vor­ha­ben abge­ge­ben habe. Im Übri­gen hät­te es einer Zustim­mung der obe­ren Denk­mal­schutz­be­hör­de im vor­lie­gen­den Fal­le auch gar nicht bedurft, da die for­mel­len Vor­schrif­ten des ver­dräng­ten Ver­fah­rens im kon­zen­trier­ten immis­si­ons­schutz­recht­li­chen Ver­fah­ren grund­sätz­lich kei­ne Anwen­dung fän­den. Hier­von abge­se­hen gel­te aber — wie bereits aus­ge­führt — die Zustim­mung auch als erteilt. Hier­an ände­re auch die Aus­übung der Fach­auf­sicht durch die Bei­ge­la­de­ne nichts. Die Annah­me einer unein­ge­schränk­ten Fach­auf­sicht auch im Fal­le des § 9 Abs. 1 Satz 1 Zif­fer 3 DSchG ste­he näm­lich im erkenn­ba­ren Wider­spruch zu der gesetz­li­chen Rege­lung zur Zustän­dig­keit der unte­ren Denk­mal­schutz­be­hör­de unter gleich­zei­ti­ger gesetz­li­cher Fik­ti­on der Zustim­mung der obe­ren Denk­mal­schutz­be­hör­de im Fal­le der Not­wen­dig­keit einer denk­mal­schutz­recht­li­chen Geneh­mi­gung. Die gesetz­li­che Sys­te­ma­tik sei sinn­los, wenn die obe­re Denk­mal­schutz­be­hör­de im Wege der fach­auf­sicht­li­chen Befug­nis die abwei­chen­de Stel­lung­nah­me der unte­ren Denk­mal­schutz­be­hör­de kas­sie­ren dürf­te.

15

Auch in der Sache sei die Ent­schei­dung des Beklag­ten falsch. Sie hät­te sich mit der umfas­sen­den Stel­lung­nah­me der unte­ren Denk­mal­schutz­be­hör­de vom 27.09.2005 sach­lich aus­ein­an­der set­zen müs­sen. Dies sei nicht gesche­hen. Viel­mehr sei ledig­lich die Auf­fas­sung des Bei­ge­la­de­nen auf Plau­si­bi­li­tät über­prüft wor­den. Eine kon­kre­te Aus­ein­an­der­set­zung mit den ein­zel­nen Stand­or­ten und den jewei­li­gen Aus­wir­kun­gen habe nicht statt­ge­fun­den. Die Schluss­fol­ge­rung, das Land­schafts­bild sowie das Erschei­nungs­bild der Kir­che wer­de bei Tag und Nacht nach­hal­tig ver­än­dert, sei viel zu pau­schal. In der Recht­spre­chung sei aner­kannt, dass auch eine Tages- und Nacht­kenn­zeich­nung von Wind­ener­gie­an­la­gen kei­ne recht­lich bedeut­sa­me Ver­stär­kung der Wir­kun­gen von Wind­ener­gie­an­la­gen auf das Land­schafts­bild nach sich zie­he. Auch die Recht­spre­chung des Ver­wal­tungs­ge­richts Schles­wig in der Ent­schei­dung vom 16.11.2004 (Az.: 2 A 198/02) ste­he dem nicht ent­ge­gen. Der im vor­lie­gen­den Fal­le in Rede ste­hen­de Stand­ort sei jeweils deut­lich wei­ter von dem maß­geb­li­chen Kul­tur­gut ent­fernt. Außer­dem habe hier die unte­re Denk­mal­schutz­be­hör­de dem geplan­ten Vor­ha­ben aus­drück­lich zuge­stimmt. Das lan­des­pla­ne­ri­sche Ziel einer ver­stärk­ten Umset­zung von Repowering-Maß­nah­men mache die Erhö­hung der Wind­ener­gie­an­la­gen not­wen­dig. Des­halb sei auch die im Ver­fah­ren 2 A 198/02 vor­ge­nom­me­ne Beru­fung auf eine nega­ti­ve Vor­bild­wir­kung falsch. Die Aus­sa­ge­kraft der von dem Bei­ge­la­de­nen gefer­tig­ten Foto­mon­ta­ge wer­de bezwei­felt, zumal sie nicht alle sechs geplan­ten Wind­ener­gie­an­la­gen betref­fe. Bereits die unte­re Denk­mal­schutz­be­hör­de habe in ihrer Stel­lung­nah­me vom 27.09.2005 auf Sei­te 3 im Ein­zel­nen dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die auf der Grund­la­ge des Strah­len­sat­zes erstell­te Foto­mon­ta­ge unrich­tig sei. Die maß­geb­li­chen Blick­win­kel gin­gen im Übri­gen aus einer vom Klä­ger gefer­tig­ten Flur­kar­te mit ins­ge­samt sechs Foto­punk­ten her­vor. Hier­aus kön­ne ent­nom­men wer­den, dass der Blick­win­kel auf das hier in Rede ste­hen­de Kul­tur­denk­mal nicht von allen sechs Wind­ener­gie­an­la­gen in glei­cher Wei­se betrof­fen sei. Die befürch­te­te Beein­träch­ti­gung durch die Befeue­rung wäh­rend der Nacht­zei­ten sei für die im Hin­blick auf den Tou­ris­mus und die Bewoh­ner der Umge­gend maß­geb­li­che Tages­zeit uner­heb­lich. Auch habe sich auf­grund des tech­ni­schen Fort­schritts die Hel­lig­keit der Blit­ze ver­min­dert. Die all­ge­mei­ne Ver­wal­tungs­vor­schrift der Bun­des­re­gie­rung, Druck­sa­che 506/04 vom 16.06.2004 („All­ge­mei­ne Ver­wal­tungs­vor­schrift zur Kenn­zeich­nung von Luft­fahrt­hin­der­nis­sen“) sei unbe­rück­sich­tigt geblie­ben. Bei Geneh­mi­gung weiß­blit­zen­der Feu­er kön­ne zudem nach der benann­ten Vor­schrift auf die orange/rote Kenn­zeich­nung der Rotor­blät­ter ver­zich­tet wer­den. Hier­auf sei der Bei­ge­la­de­ne bei sei­ner Stel­lung­nah­me über­haupt nicht ein­ge­gan­gen. Auch gehe der Beklag­te von einem fal­schen Rechts­ver­ständ­nis aus, wenn dar­auf abge­stellt wer­de, ob das Kul­tur­denk­mal bzw. der Umge­bungs­be­reich wesent­lich beein­träch­tigt wer­de. Die­se Fra­ge sei nur von Bedeu­tung für die Fra­ge, ob über­haupt eine Geneh­mi­gungs­be­dürf­tig­keit bestehe. Die Fra­ge, ob dem geplan­ten Vor­ha­ben Belan­ge des Denk­mal­schut­zes ent­ge­gen­ste­hen, sei hier­von zu unter­schei­den. Im Übri­gen wer­de ange­regt, in einem etwai­gen münd­li­chen Ver­hand­lungs­ter­min das Pri­vat­gut­ach­ten des Büros für Land­schaft- und Frei­raum­pla­nung Lübeck durch den Ver­fas­ser erläu­tern zu las­sen.

16

Der Klä­ger habe einen Anspruch auf Ertei­lung der Geneh­mi­gung, wenn Grün­de des Denk­mal­schut­zes nicht ent­ge­gen­ste­hen. Ange­sichts der beson­de­ren Durch­set­zungs­fä­hig­keit pri­vi­le­gier­ter Vor­ha­ben im Sin­ne des § 35 Abs. 1 Bau­GB gegen­über öffent­li­chen Belan­gen rei­che eine blo­ße Beein­träch­ti­gung öffent­li­cher Belan­ge nicht aus, um den gesetz­li­chen Anspruch auf Ertei­lung zu besei­ti­gen. Zu Unrecht habe der Beklag­te dem Denk­mal­schutz die Bedeu­tung einer höher­wer­ti­gen Nut­zung zuer­kannt. Dies wer­de der vom Gesetz­ge­ber ange­ord­ne­ten pri­vi­le­gier­ten Stel­lung von Wind­ener­gie­an­la­gen im Außen­be­reich nicht gerecht. Der Beklag­te hät­te bei der Aus­le­gung des Tat­be­stands­merk­mals „ent­ge­gen­ste­hen“ die den Denk­mal­in­ter­es­sen gegen­läu­fi­gen pri­va­ten Belan­ge eben­falls berück­sich­ti­gen müs­sen. Es sei nicht nach­voll­zieh­bar, wie­so der Beklag­te anneh­me, dass der Rück­bau von acht vor­han­de­nen Wind­ener­gie­an­la­gen nicht geeig­net sei, etwai­ge zusätz­li­che nach­tei­li­ge Aus­wir­kun­gen der neu­en Anla­gen zu kom­pen­sie­ren. Die zu berück­sich­ti­gen­den pri­va­ten Inter­es­sen sei­en über­haupt nicht beach­tet wor­den. Die Abwä­gung sei ins­ge­samt feh­ler­haft.

17

Der Klä­ger bean­tragt,

18

das Staat­li­che Umwelt­amt Schles­wig zu ver­pflich­ten, dem Klä­ger unter Auf­he­bung der Beschei­de vom 10.04.2006 in der Gestalt der Wider­spruchs­be­schei­de vom 25.09.2006 die bean­trag­ten immis­si­ons­schutz­recht­li­chen Geneh­mi­gun­gen zu ertei­len.

19

Der Beklag­te bean­tragt,

20

die Kla­ge abzu­wei­sen.

21

Er hält an den ange­grif­fe­nen Beschei­den und deren Begrün­dung fest. Des Wei­te­ren trägt er vor, die bean­trag­ten immis­si­ons­schutz­recht­li­chen Geneh­mi­gun­gen hät­ten aus Grün­den des Denk­mal­schut­zes ver­sagt wer­den müs­sen, auch wenn in der Nähe von W schon meh­re­re Wind­kraft­an­la­gen stün­den. Da die Wind­kraft­an­la­gen höher als 100 m sei­en, erge­be sich auf­grund der not­wen­di­gen Kenn­zeich­nung als Luft­fahrt­hin­der­nis ein ungleich stär­ke­rer Kon­flikt mit dem öffent­li­chen Belang des Denk­mal­schut­zes. Mit die­ser Höhe sei es den Anla­gen nicht mehr mög­lich, sich unauf­fäl­lig in das Land­schafts­bild ein­zu­fü­gen. Bereits die vor­han­de­nen nied­ri­ge­ren Wind­ener­gie­an­la­gen in der wei­te­ren Umge­bung, die mit oran­ge­far­bi­gen Flü­gel­spit­zen ver­se­hen sei­en, wür­den das Auge erheb­lich mehr von der ursprüng­li­chen Kul­tur­land­schaft ablen­ken. Die his­to­ri­sche und lan­des­ty­pi­sche, durch die Kir­che St. B. gepräg­te Kul­tur­land­schaft kön­ne so kaum mehr wahr­ge­nom­men wer­den. Auch sei die Vor­bild­wir­kung zu bewer­ten, die eine Geneh­mi­gung für die Erhö­hung der in der Umge­bung befind­li­chen Anla­gen hät­te.

22

Zu Unrecht stel­le der Klä­ger in Fra­ge, ob die obe­re Denk­mal­schutz­be­hör­de berech­tigt gewe­sen sei, fach­auf­sicht­lich ein­zu­schrei­ten. Die unte­re Denk­mal­schutz­be­hör­de neh­me gemäß § 2 DSchG ihre Auf­ga­ben zur Erfül­lung nach Wei­sung wahr. Dies bedeu­te gemäß § 14 LVwG, dass sie der Fach­auf­sicht unter­ste­he. Die in der Durch­füh­rungs­vor­schrift zum Denk­mal­schutz­ge­setz ent­hal­te­ne Fik­ti­on der Ertei­lung der erfor­der­li­chen Zustim­mung des Lan­des­am­tes für Denk­mal­pfle­ge in den Fäl­len, in denen Anträ­ge nach § 9 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 oder Nr. 4 DSchG betrof­fen sind, kön­nen als unter­ge­setz­li­che Rege­lun­gen nicht die Vor­schrif­ten des Lan­des­ver­wal­tungs­ge­setz über die Fach­auf­sicht aus­he­beln.

23

Dar­über hin­aus wür­den die Stel­lung­nah­men der­je­ni­gen Behör­den, deren Ent­schei­dung nach § 13 BIm­SchG durch die BIm­SchG-Geneh­mi­gung ein­ge­schlos­sen wird, die Geneh­mi­gungs­be­hör­de nicht bin­den. Der Gesetz­ge­ber habe bewusst von einer Ein­ver­neh­mens­re­ge­lung abge­se­hen. Eine ande­re Aus­le­gung wür­de dem Beschleu­ni­gungs­ge­bot der Kon­zen­tra­ti­ons­wir­kung ent­ge­gen­ste­hen. Des­halb kön­ne die geneh­mi­gen­de Behör­de nach Ein­ho­lung einer zustim­men­den Stel­lung­nah­me auch zu einem ande­ren Ergeb­nis kom­men als die betei­lig­te Behör­de. Hier hät­te jeden­falls die Stel­lung­nah­me der obe­ren Denk­mal­schutz­be­hör­de der Beklag­ten wei­te­re Ein­sich­ten in die Pro­ble­ma­tik ver­mit­telt. Sie sei berech­tigt gewe­sen, zu einem ande­ren Ergeb­nis zu kom­men als die unte­re Denk­mal­schutz­be­hör­de.

24

Auch der Ein­wand des Klä­gers, die obe­re Denk­mal­schutz­be­hör­de habe nicht berück­sich­tigt, dass es alter­na­ti­ve Kenn­zeich­nungs­mög­lich­kei­ten der Wind­ener­gie­an­la­gen als Luft­fahrt­hin­der­nis­se gebe, grei­fe nicht durch. Die vom Klä­ger rekla­mier­te Mög­lich­keit in der all­ge­mei­nen Ver­wal­tungs­vor­schrift zur Kenn­zeich­nung von Luft­fahrt­hin­der­nis­sen, meh­re­re Wind­kraft­an­la­gen zu einem Block zusam­men­fas­sen zu kön­nen und nur die an der Peri­phe­rie befind­li­chen Anla­gen durch ein weiß­blit­zen­des Feu­er zu kenn­zeich­nen, bestehe nur im Rah­men einer Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung im Ein­zel­fall. Grund­sätz­lich sehe Zif­fer 12 der All­ge­mei­nen Ver­wal­tungs­vor­schrift vor, dass alle in Blö­cken zusam­men­ge­fass­te Wind­kraft­an­la­gen gekenn­zeich­net wer­den müss­ten. Dem Antrag des Klä­gers habe eine der­ar­ti­ge Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung nicht bei­ge­le­gen. Im Übri­gen müss­ten zur Ver­mei­dung der orange/roten Kenn­zeich­nung Wind­kraft­an­la­gen durch weiß­blit­zen­de Feu­er nach Zif­fer 6 der All­ge­mei­nen Ver­wal­tungs­vor­schrift gekenn­zeich­net wer­den. Die­se müss­ten eine Licht­stär­ke von 20.000 cd plus/minus 25% haben und könn­ten nur unter den in Num­mer 14.2 der Ver­wal­tungs­vor­schrift genann­ten Vor­aus­set­zun­gen in der Nenn­licht­stär­ke redu­ziert wer­den. Der Klä­ger selbst habe die­se Alter­na­ti­ve nicht in die Sicht­bar­keits­be­wer­tung auf­neh­men las­sen. Im Übri­gen sei die mög­li­che alter­na­ti­ve Kenn­zeich­nung durch ein weiß­blit­zen­des Feu­er im Wider­spruchs­be­scheid berück­sich­tigt wor­den.

25

Auch bezüg­lich der Nacht­kenn­zeich­nung gel­te, dass eine „Ver­blo­ckung“ der Anla­gen nicht zum Ent­fal­len der Kenn­zeich­nungs­pflicht füh­re. Auch sei dem Beklag­ten bekannt, dass gemäß Zif­fer 15 der All­ge­mei­nen Ver­wal­tungs­vor­schrift sowohl Hin­der­nis­feu­er als auch Blatt­spit­zen­hin­der­nis­feu­er oder Gefah­ren­feu­er als Nacht­kenn­zeich­nung Ver­wen­dung fin­den kön­nen. Auch bezüg­lich der Nacht­kenn­zeich­nung habe der Klä­ger eine Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung nicht vor­ge­tra­gen. Bei der Fra­ge, ob eine Geneh­mi­gung nach § 9 Abs. 1 DSchG erfol­gen kön­ne, kom­me es nicht auf das Land­schafts­bild an, son­dern auf die Umge­bung des ein­ge­tra­ge­nen Kul­tur­denk­mals sowie auf die Fra­ge, ob die Ver­än­de­run­gen der Umge­bung den Ein­druck der Kir­che wesent­lich beein­träch­ti­gen kön­ne. Des­halb kom­me es nicht dar­auf an, ob — wie der Klä­ger unter Hin­weis auf ein Urteil des VG Göt­tin­gen mei­ne — die Tages- und Nacht­kenn­zeich­nung kei­ne recht­lich bedeut­sa­me Ver­stär­kung der ohne­hin erheb­li­chen Wir­kun­gen von Wind­kraft­an­la­gen auf das Land­schafts­bild mit sich brin­ge.

26

Mit Schrift­satz vom 19.01.2007 hat der Beklag­te wei­ter vor­ge­tra­gen, aus­ge­hend vom Stand­punkt der Stra­ße Loll­fuß (Höhe Haus Nr. 77) wer­de neben einer bereits vor­han­de­nen Wind­ener­gie­an­la­ge bei Zulas­sung der Anla­gen zukünf­tig noch drei wei­te­re Wind­kraft­an­la­gen neben der Kir­che zu sehen sein. Anhand einer Kar­te mit Höhen­an­ga­ben und auf­grund der geplan­ten Stand­or­te für die Wind­kraft­an­la­gen sei eine Foto­mon­ta­ge erstellt wor­den, die die­sen Sach­ver­halt ver­an­schau­li­che. Im Übri­gen hät­ten nicht allein die zu erwar­ten­de Sicht­bar­keit der Wind­kraft­an­la­gen vom Loll­fuß aus, son­dern auch die viel­mehr zu befürch­ten­de wei­te­re Beein­träch­ti­gung der gewach­se­nen und ohne­hin schon gestör­ten Kul­tur­land­schaft um W zur Ableh­nung des Bau­vor­ha­bens geführt.

27

Der Bei­ge­la­de­ne hat an sei­ner im Ver­wal­tungs­ver­fah­ren ver­tre­te­nen Stel­lung­nah­me fest­ge­hal­ten und gel­tend gemacht, bereits jetzt hät­ten die Wind­kraft­an­la­gen Ein­fluss auf das Erschei­nungs­bild der Kir­che von W sowie auf die Stadt auf der Warft ins­ge­samt. Durch die Erwei­te­rung des Parks, im Sin­ne höhe­rer Anla­gen, die zudem eine stän­di­ge Befeue­rung auf­wei­sen müss­ten, wür­de die Beein­träch­ti­gung des Umge­bungs­schut­zes der Kir­che erheb­lich ver­stärkt.

28

Wegen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Sach- und Streit­stan­des wird auf die Pro­zess­ak­ten und die Bei­ak­ten A bis D Bezug genom­men.

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Ent­schei­dungs­grün­de

29

Die Kla­ge ist zuläs­sig, hat jedoch in der Sache kei­nen Erfolg.

30

Die in der Umstel­lung der Kla­ge vom ursprüng­li­chen Beklag­ten (dem Kreis D) auf den jet­zi­gen Beklag­ten (das Staat­li­che Umwelt­amt Schles­wig) lie­gen­de Kla­gän­de­rung ist zuläs­sig. Gemäß § 67 Abs. 9 Satz 4 BIm­SchG gilt die Ände­rung als sach­dien­lich, sofern ein Ver­fah­ren nach Satz 3 in eine Kla­ge auf Ertei­lung einer Geneh­mi­gung nach die­sem Gesetz geän­dert wird. Satz 3 der Vor­schrift betrifft Ver­fah­ren auf Ertei­lung einer Bau­ge­neh­mi­gung für Wind­kraft­an­la­gen, die vor dem 01. Juli 2005 rechts­hän­gig gewor­den sind. Die Vor­aus­set­zun­gen die­ser die Sach­dien­lich­keit fin­gie­ren­den Vor­schrift sind erfüllt. Das Kla­ge­ver­fah­ren ist am 05.08.2004, mit­hin vor dem 01. Juli 2005 rechts­hän­gig gewor­den.

31

Das gemäß § 68 VwGO erfor­der­li­che Vor­ver­fah­ren ist auch im Ver­hält­nis zum jet­zi­gen Beklag­ten durch­ge­führt wor­den. Der Beklag­te hat die ins­ge­samt zur Geneh­mi­gung gestell­ten sechs Wind­ener­gie­an­la­gen mit geson­der­ten Beschei­den vom 10.04.2006 abge­lehnt und den jeweils erho­be­nen Wider­spruch mit Wider­spruchs­be­schei­den jeweils vom 25.09.2006 zurück­ge­wie­sen.

32

Die Kla­ge ist jedoch unbe­grün­det. Rechts­grund­la­ge ist § 4 Abs. 1 iVm § 6 BIm­SchG. Gemäß § 4 Abs. 1 Satz 1 BIm­SchG bedür­fen die Errich­tung und der Betrieb von Anla­gen, die auf­grund ihrer Beschaf­fen­heit oder des Betriebs im beson­de­ren Maße geeig­net sind, schäd­li­che Umwelt­ein­wir­kun­gen her­vor­zu­ru­fen oder in ande­rer Wei­se die All­ge­mein­heit oder die Nach­bar­schaft zu gefähr­den, erheb­lich zu benach­tei­li­gen oder erheb­lich zu beläs­ti­gen, einer Geneh­mi­gung. Gemäß § 4 Abs. 1 Satz 3 BIm­SchG erlässt die Bun­des­re­gie­rung nach Anhö­rung der betei­lig­ten Krei­se durch Rechts­ver­ord­nung mit Zustim­mung des Bun­des­ra­tes die Anla­gen, die einer Geneh­mi­gung bedür­fen (geneh­mi­gungs­be­dürf­ti­ge Anla­gen). Die strei­ti­gen Wind­ener­gie­an­la­gen gehö­ren zu den geneh­mi­gungs­be­dürf­ti­gen Anla­gen im Sin­ne die­ser Vor­schrift. Alle sechs Anla­gen sol­len eine Gesamt­hö­he von 125 m haben, lie­gen mit­hin über der rele­van­ten Gesamt­hö­he von 50 m, so dass sie auf­grund der seit dem 01.07.2005 in Kraft getre­te­nen Ände­rungs­ver­ord­nung zur 4. Bun­des­im­mis­si­ons­schutz­ver­ord­nung dem immis­si­ons­schutz­recht­li­chen Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren unter­fal­len. Dies ergibt sich aus Zif­fer 1.6 Spal­te 2 des Anhan­ges der 4. Bun­des­im­mis­si­ons­schutz­ver­ord­nung.

33

Gemäß § 6 Abs. 1 BIm­SchG ist die Geneh­mi­gung zu ertei­len, wenn sicher­ge­stellt ist, dass die sich aus § 5 und einer auf­grund des § 7 erlas­se­nen Rechts­ver­ord­nung erge­ben­den Pflich­ten erfüllt wer­den und ande­re öffent­lich-recht­li­che Vor­schrif­ten und Belan­ge des Arbeits­schut­zes der Errich­tung und dem Betrieb der Anla­ge nicht ent­ge­gen­ste­hen. Im vor­lie­gen­den Fal­le lie­gen die Vor­aus­set­zun­gen des § 6 Abs. 1 Zif­fer 2 BIm­SchG nicht vor, weil eine ande­re öffent­lich-recht­li­che Vor­schrift ent­ge­gen­steht.

34

Strei­tig ist zwi­schen den Par­tei­en inso­weit allei­ne, ob die öffent­lich-recht­li­che Vor­schrift des § 9 des Denk­mal­schutz­ge­set­zes des Lan­des Schles­wig-Hol­stein (DSchG S-H) ent­ge­gen­steht.

35

Zu Recht hat der Beklag­te in eige­ner Kom­pe­tenz geprüft und ent­schie­den, dass die streit­ge­gen­ständ­li­chen Ener­gie­an­la­gen geneh­mi­gungs­be­dürf­tig, aber nicht geneh­mi­gungs­fä­hig im Sin­ne von § 9 Abs. 1 Zif­fer 3 DSchG sind. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Klä­gers war der Beklag­te nicht an die — für den Klä­ger posi­ti­ve — Stel­lung­nah­me der unte­ren Denk­mal­schutz­be­hör­de gebun­den. Rich­tig ist zwar, dass gemäß § 9 Abs. 1 Satz 2 DSchG die unte­re Denk­mal­schutz­be­hör­de vor Ertei­lung der Geneh­mi­gung die Zustim­mung der obe­ren Denk­mal­schutz­be­hör­de ein­zu­ho­len hat und dass gemäß der Durch­füh­rungs­ver­ord­nung zu § 9 (DSch­GDV zu § 9) die erfor­der­li­che Zustim­mung des Lan­des­am­tes für Denk­mal­pfle­ge als erteilt gilt, soweit der Geneh­mi­gungs­an­trag — wie hier — Fäl­le des § 9 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 DSchG betrifft. Auf die vom Klä­ger auf­ge­wor­fe­ne Fra­ge, ob die in der Ver­ord­nung vor­ge­se­he­ne Fik­ti­on der Zustim­mung durch nach­träg­li­che fach­auf­sicht­li­che Wei­sung wie­der besei­tigt wer­den kann, kommt es im vor­lie­gen­den Fal­le nicht an, da die lan­des­recht­li­chen Ver­fah­rens­vor­schrif­ten zu § 9 DSchG von den Ver­fah­rens­vor­schrif­ten des Immis­si­ons­schutz­ge­set­zes ver­drängt wer­den. Gemäß § 13 BIm­SchG schließt die immis­si­ons­schutz­recht­li­che Geneh­mi­gung ande­re die Anla­ge betref­fen­de behörd­li­che Ent­schei­dun­gen ein. Dies gilt ins­be­son­de­re für­öf­fent­lich-recht­li­che Geneh­mi­gun­gen. Die für sol­che Geneh­mi­gun­gen zustän­di­gen Behör­den sind gemäß § 10 Abs. 5 BIm­SchG zu betei­li­gen. Nach der genann­ten Vor­schrift holt die für die Ertei­lung der immis­si­ons­schutz­recht­li­chen Geneh­mi­gung zustän­di­gen Behör­de (Geneh­mi­gungs­be­hör­de) die Stel­lung­nah­me der Behör­den ein, deren Auf­ga­ben­be­rei­che durch das Vor­ha­ben berührt wer­den. Die in § 13 BIm­SchG nor­mier­te immis­si­ons­schutz­recht­li­che Kon­zen­tra­ti­ons­wir­kung erstreckt sich nicht nur auf die von ihr erfass­ten behörd­li­chen Ent­schei­dun­gen als sol­che, son­dern erfasst auch das den Ent­schei­dun­gen zugrun­de lie­gen­de Ver­wal­tungs­ver­fah­ren; nur durch eine umfas­sen­de Ver­ein­heit­li­chung lässt sich näm­lich das ange­streb­te Ziel der Ver­fah­rens­ver­ein­fa­chung errei­chen. Neben den immis­si­ons­schutz­recht­li­chen Ver­fah­rens­be­stim­mun­gen sind ande­re Ver­fah­rens­vor­schrif­ten — wie hier die zu § 9 DSchG ergan­ge­nen Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen — unan­wend­bar, und zwar unab­hän­gig davon, ob die immis­si­ons­schutz­recht­li­chen Ver­fah­rens­vor­schrif­ten den ver­dräng­ten Rege­lun­gen funk­tio­nell ent­spre­chen; die bezweck­te Ver­fah­rens­ver­ein­heit­li­chung wür­de näm­lich ver­fehlt, blie­be es der Ein­schät­zung der jewei­li­gen Geneh­mi­gungs­be­hör­de über­las­sen, an sich ver­dräng­te Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen den­noch — wenn auch mög­li­cher­wei­se nur ent­spre­chend — anzu­wen­den (vgl. BVerwG, Beschluss vom 17.12.2002 — NVwZ 2003, 751). Anders als etwa im Fal­le der Ver­sa­gung des gemeind­li­chen Ein­ver­neh­mens (§ 36 Bau­GB) ist die Geneh­mi­gungs­be­hör­de im immis­si­ons­schutz­recht­li­chen Ver­fah­ren ledig­lich ver­pflich­tet, die Stel­lung­nah­men der zu betei­li­gen­den Behör­den ein­zu­ho­len, sie ist jedoch an deren Stel­lung­nah­men nicht gebun­den. Hier­aus folgt ohne wei­te­res, dass der Beklag­te in eige­ner Prü­fungs- und Ent­schei­dungs­kom­pe­tenz sich der von der Stel­lung­nah­me der unte­ren Denk­mal­schutz­be­hör­de abwei­chen­den Stel­lung­nah­me des Bei­ge­la­de­nen anschlie­ßen durf­te.

36

Die Ent­schei­dung des Beklag­ten ist auch in der Sache nicht zu bean­stan­den. Gemäß § 9 Abs. 1 Zif­fer 3 DSchG bedarf die Ver­än­de­rung der Umge­bung eines ein­ge­tra­ge­nen unbe­weg­li­chen Kul­tur­denk­mals der Geneh­mi­gung der unte­ren Denk­mal­schutz­be­hör­de, wenn sie geeig­net ist, den Ein­druck des Kul­tur­denk­mals wesent­lich zu beein­träch­ti­gen. Die zur Geneh­mi­gung gestell­ten Wind­ener­gie­an­la­gen sind ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Klä­gers geneh­mi­gungs­be­dürf­tig im Sin­ne die­ser Vor­schrift. In der Recht­spre­chung des Schles­wig-Hol­stei­ni­schen Ober­ver­wal­tungs­ge­richts ist inso­weit geklärt, dass „geeig­net“ im Sin­ne des § 9 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 DSchG eine Ver­än­de­rung bereits dann ist, wenn ernst­haft in Betracht zu zie­hen ist, dass die Ver­än­de­rung eine wesent­li­che Beein­träch­ti­gung des Ein­drucks des betrof­fe­nen Kul­tur­denk­mals bewirkt. Hier­bei ist noch nicht zu prü­fen, ob das ein­ge­tra­ge­ne Kul­tur­denk­mal durch die Ver­än­de­rung tat­säch­lich wesent­lich beein­träch­tigt wird. Dabei ist bei der Beur­tei­lung der Beein­träch­ti­gung auf das Emp­fin­den eines für die Belan­ge des Denk­mal­schut­zes auf­ge­schlos­se­nen Betrach­ters abzu­stel­len (OVG Schles­wig, Urteil vom 14.09.2000 — 1 L 143/97). Hät­te der Gesetz­ge­ber gewollt, dass die Geneh­mi­gungs­be­dürf­tig­keit nicht bloß von der „Eig­nung“ der Ver­än­de­rung zur wesent­li­chen Beein­träch­ti­gung abhin­ge, so hät­te er dies im Gesetz zum Aus­druck brin­gen müs­sen, indem er inso­weit direkt an den Ein­tritt der wesent­li­chen Beein­träch­ti­gung ange­knüpft hät­te (stän­di­ge Recht­spre­chung des Senats, u.a. Urteil vom 29.09.1999 — 1 L 123/97 — Nor­dÖR 2000, 169).

37

Bei der St. B. Kir­che in W. han­delt es sich — dies ist zwi­schen den Betei­lig­ten nicht im Streit — um ein ein­ge­tra­ge­nes unbe­weg­li­ches Kul­tur­denk­mal. Vor­lie­gend erscheint ernst­haft mög­lich, dass durch die zur Geneh­mi­gung gestell­ten Bau­vor­ha­ben auf­grund ihrer Gesamt­hö­he von 125 m auch unter Berück­sich­ti­gung des Abstan­des zur St. B Kir­che der Ein­druck des ein­ge­tra­ge­nen Kul­tur­denk­mals wesent­lich beein­träch­tigt wird. Dies wird zur Ver­mei­dung von Wie­der­ho­lun­gen bei der Prü­fung der Fra­ge, ob (sogar) eine wesent­li­che Beein­träch­ti­gung anzu­neh­men ist, aus­ge­führt (sie­he dazu unten).

38

Gemäß § 9 Abs. 2 Satz 1 DSchG kann die Geneh­mi­gung ver­sagt wer­den, soweit dies zum Schutz des Kul­tur­denk­mals oder des Denk­mal­be­rei­ches erfor­der­lich ist. Sie ist gemäß § 9 Abs. 2 Satz 2 DSchG zu ertei­len, wenn Grün­de des Denk­mal­schut­zes nicht ent­ge­gen­ste­hen oder ein über­wie­gen­des öffent­li­ches Inter­es­se die Maß­nah­me ver­langt. Grün­de des Denk­mal­schut­zes ste­hen der Ertei­lung der Geneh­mi­gung gem. § 9 Abs. 1 Zif­fer 3 DSchG dann ent­ge­gen, wenn die Ver­än­de­rung der Umge­bung eines ein­ge­tra­ge­nen Kul­tur­denk­mal den Ein­druck des Kul­tur­denk­mals wesent­lich beein­träch­ti­gen wür­de.

39

Als Umge­bung eines Kul­tur­denk­mals ist der Bereich zu sehen, auf den es aus­strahlt und der es in denk­mal­recht­li­cher Hin­sicht sei­ner­seits prägt und beein­flusst (DSch­GDV zu § 9 Abs. 1 — (4) — ).Nach dem hier maß­geb­li­chen Emp­fin­den eines für die Belan­ge des Denk­mal­schut­zes auf­ge­schlos­se­nen Betrach­ters lie­gen die zur Geneh­mi­gung gestell­ten Bau­vor­ha­ben nicht etwa so weit von der St. B Kir­che ent­fernt, dass sie für den Umge­bungs­schutz nicht mehr rele­vant wären.

40

Die im Bereich Schülp lie­gen­den Wind­ener­gie­an­la­gen lie­gen ca. 2,8 bis 3,8 km von der Kir­che ent­fernt, die Wind­ener­gie­an­la­ge im Stand­ort Nord­deich liegt etwa 1,6 km ent­fernt. Wie die Orts­be­sich­ti­gung erge­ben hat, kann die Kir­che in der weit­hin ein­seh­ba­ren fla­chen Land­schaft um Wes­sel­bu­ren her­um auch aus einer sol­chen Ent­fer­nung ohne wei­te­res noch gese­hen wer­den. Hier­aus folgt, dass für einen Betrach­ter, der sich, sei es mit einem Fahr­zeug, sei es zu Fuß, Wes­sel­bu­ren nähert, die streit­ge­gen­ständ­li­chen Wind­ener­gie­an­la­gen in die Sicht­bar­keits­be­zie­hung zwi­schen ihn und das ein­ge­tra­ge­nen Kul­tur­denk­mal tre­ten kön­nen. Die Fest­le­gung eines star­ren Radi­us ( bei­spiels­wei­se von „nur“ 1000 m) stellt nach der Recht­spre­chung des OVG Schles­wig kei­nen geeig­ne­ten Maß­stab zur Fest­le­gung des Berei­ches dar, in dem Wind­kraft­an­la­gen eine wesent­li­che Beein­träch­ti­gung dar­stel­len. Das OVG hat im Urteil vom 20. Juli 1995 (1 L 38/94) unter Berück­sich­ti­gung der Grö­ße und der Bedeu­tung des Mel­dor­fer Domes für das Mel­dor­fer Stadt­bild einen damals unter Berück­sich­ti­gung der ört­li­chen Ver­hält­nis­se vom Lan­des­amt fest­ge­leg­ten Bereich von 3 km akzep­tiert und aus­ge­führt, damit sei eine Flä­che umfasst, die eine Wind­kraft­an­la­ge des Ortes wesent­lich stö­ren wür­de, weil der Betrach­ter an der Wind­kraft­an­la­ge nicht mehr vor­bei­schau­en könn­te (vgl. OVG Schles­wig, Urteil vom 20. Juli 1995 — 1 L 38/94).

41

Unter Berück­sich­ti­gung der typi­schen frei­en Land­schaft um Wes­sel­bu­ren her­um, wel­che das Stadt­bild von Wes­sel­bu­ren mit der auf der Warft lie­gen­den St. B Kir­che aus gro­ßer Ent­fer­nung sicht­bar wer­den lässt, lie­gen die Bau­vor­ha­ben des Klä­gers sämt­lich noch in dem Bereich, der vom Umge­bungs­schutz erfasst ist.

42

Im vor­lie­gen­den Fal­le ist die Geneh­mi­gung zu Recht ver­sagt wor­den, da die streit­ge­gen­ständ­li­chen Wind­ener­gie­an­la­gen den Denk­mal­be­reich wesent­lich beein­träch­ti­gen und somit Grün­de des Denk­mal­schut­zes ent­ge­gen­ste­hen.

43

Das Orts­bild Wes­sel­bu­ren ist zwar durch die Viel­zahl bereits in der Ver­gan­gen­heit geneh­mig­ter Wind­ener­gie­an­la­gen gestört, jedoch noch nicht so unwie­der­bring­lich, dass eine Beein­träch­ti­gung durch die streit­ge­gen­ständ­li­chen Wind­ener­gie­an­la­gen nicht mehr ins Gewicht fal­len wür­de. Dies wäre nur dann anzu­neh­men, wenn das Orts­bild der­art unwie­der­bring­lich zer­stört wäre, dass es auf die Zulas­sung wei­te­rer Wind­ener­gie­an­la­gen auch nicht mehr ankä­me. Dies ist jeden­falls im Hin­blick auf die bean­trag­te Gesamt­hö­he der Anla­gen zu ver­nei­nen. Dabei schließt sich die Kam­mer der Recht­spre­chung der 2. Kam­mer des Schles­wig-Hol­stei­ni­schen Ver­wal­tungs­ge­richts an, wonach bei der Erhö­hung vor­han­de­ner Wind­ener­gie­an­la­gen im Zuge des Repowering in denk­mal­recht­li­cher Hin­sicht auch die Vor­bild­wir­kung für die übri­gen in der Umge­bung befind­li­chen Anla­gen bewer­tet wer­den kann. Im Urteil vom 16.11.2004 (2 A 198/02) ist inso­weit fol­gen­des aus­ge­führt wor­den:

44

„Das Ver­fah­ren … hat bis­her eine umfas­sen­de denk­mal­recht­li­che Prü­fung der heu­te tech­nisch mög­li­chen Anla­gen in dem frag­li­chen Bereich ver­hin­dert. Das Über­schrei­ten der Anla­gen-Gesamt­hö­he von 100 m über­schrei­tet zudem die all­ge­mei­ne Ein­schät­zung und Emp­feh­lung, die der Teil­fort­schrei­bung 1997 des Regio­nal­plans für den Pla­nungs­raum IV des Lan­des … vom 30.10.1997 (Amts­blatt Schles­wig-Hol­stein Sei­te 526) zugrun­de lag. Dort heißt es in Unter­ab­schnitt 8.6.1 (3)

45

„Um die Beein­träch­ti­gung des Land­schafts­bil­des so gering wie mög­lich zu hal­ten, soll­ten eine Begren­zung der Gesamt­hö­he der Wind­ener­gie­an­la­gen auf unter 100 m (…) ange­strebt (…) wer­den. Mit­tels geeig­ne­ter Farb­ge­bung soll­te ein mög­lichst unauf­fäl­li­ges Ein­fü­gen in das Land­schafts­bild ange­strebt wer­den“.

46

Die Über­schrei­tung die­ser Höhe durch die geplan­te Anla­ge erlangt daher ins­be­son­de­re unter dem Gesichts­punkt der unstrei­tig dann zwin­gend gebo­te­nen Tages- und Nacht­kenn­zeich­nung der Anla­gen als Luft­fahrt­hin­der­nis­se gemäß § 14 Luft­ver­kehrs­ge­setz eine beson­de­re Bedeu­tung. Bereits aus dem Zweck der luft­ver­kehrs­recht­li­chen Kenn­zeich­nungs­pflicht — der­ar­ti­ge Anla­gen bereits aus der Fer­ne auf­fäl­li­ger zu machen — ergibt sich ein ungleich stär­ke­rer Kon­flikt mit dem öffent­li­chen Belang des Denk­mal­schut­zes. Das Ziel eines „mög­lichst unauf­fäl­li­gen Ein­fü­gens in das Land­schafts­bild“ kann in die­ser tech­ni­schen Aus­füh­rung aber nicht mehr rea­li­siert wer­den. Bereits die vor Ort befind­li­chen nied­ri­ge­ren Anla­gen, soweit sie schon heu­te eine ent­spre­chen­de Kenn­zeich­nung auf­wei­sen, len­ken das Auge erheb­lich mehr von der ursprüng­li­chen Kul­tur­land­schaft ab. Die his­to­ri­sche und lan­des­ty­pi­sche, durch die Kir­che gepräg­te Kul­tur­land­schaft kann so kaum wahr­ge­nom­men wer­den. Selbst wenn man die Wind­kraft­nut­zung als prä­gend für eine neu­ar­ti­ge Kul­tur­land­schaft heu­ti­ger Zeit anse­hen woll­te, wird durch die erfor­der­li­che Bezeich­nung der Groß­an­la­gen die gesetz­lich geschütz­te his­to­ri­sche Kul­tur­land­schaft über­mä­ßig in den Hin­ter­grund gedrängt und inso­weit wesent­lich beein­träch­tigt.“

47

In dem hier maß­geb­li­chen Umge­bungs­be­reich der St. B-Kir­che wäre bei Zulas­sung der streit­ge­gen­ständ­li­chen Vor­ha­ben mit einer erheb­li­chen Vor­bild­wir­kung zu rech­nen. Nach den eige­nen Anga­ben des Klä­gers in der Sicht­bar­keits­be­wer­tung vom 25.08.2005 ste­hen im Radi­us von 4000m um den Mit­tel­punkt Wes­sel­bu­rens her­um der­zeit ca. 90 Wind­ener­gie­an­la­gen. Bei Zulas­sung der hier streit­ge­gen­ständ­li­chen Wind­ener­gie­an­la­gen wäre zukünf­tig im Wege des Repowering zahl­lo­se wei­te­re Anträ­ge auf Geneh­mi­gung leis­tungs­stär­ke­rer (und höhe­rer) Wind­ener­gie­an­la­gen zu erwar­ten, die eben­falls geneh­migt wer­den müss­ten. Auf­grund der ab einer Höhe von 100 m gege­be­nen Kenn­zeich­nungs­pflicht — sie­he dazu unten — wür­de eine nicht mehr hin­nehm­ba­re wesent­li­che Beein­träch­ti­gung des Umge­bungs­schut­zes der St. B-Kir­che erfol­gen.

48

Gemäß § 14 des Luft­ver­kehrs­ge­set­zes (LuftVG — BGBl. I 1999, 550) darf die für die Ertei­lung einer Bau­ge­neh­mi­gung zustän­di­ge Behör­de die Errich­tung von Bau­wer­ken, die eine Höhe von 100 m über der Erd­ober­flä­che über­schrei­ten, nur mit Zustim­mung der Luft­fahrt­be­hör­den geneh­mi­gen. Nach der vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ver­kehr, Bau- und Woh­nungs­we­sen erlas­se­nen All­ge­mei­nen Ver­wal­tungs­vor­schrift zur Kenn­zeich­nung von Luft­fahrt­hin­der­nis­sen vom 02. Sep­tem­ber 2004 (Nach­rich­ten für Luft­fah­rer Teil I 4/05) sind Luft­fahrt­hin­der­nis­se außer­halb von Städ­ten und ande­ren besie­del­ten Gebie­ten zu kenn­zeich­nen, wenn eine Höhe der maxi­ma­len Bau­werks­spit­ze von 100 m über Grund oder über der Was­ser­ober­flä­che über­schrit­ten wird (Zif­fer 3.1 Buch­sta­be b)). Dabei wer­den Wind­ener­gie­an­la­gen in der Ver­wal­tungs­vor­schrift gemäß Zif­fer 11 wie all­ge­mei­ne Luft­fahrt­hin­der­nis­se behan­delt, soweit nichts Abwei­chen­des vor­ge­se­hen ist.

49

Die Kenn­zeich­nungs­pflicht sieht im Ein­zel­nen wie folgt aus:

50

Die Tages­kenn­zeich­nung besteht gemäß Zif­fer 13.2 in der Regel aus jeweils 6 m lan­gen orange/rot — weiß — orange/rot mar­kier­ten Flä­chen an den Flü­ge­len­den. Dane­ben sieht die Ver­wal­tungs­vor­schrift im Ein­zel­nen Alter­na­ti­ven vor. So darf statt der far­big gekenn­zeich­ne­ten Flä­chen auch eine Tages­mar­kie­rung der­ge­stalt geneh­migt wer­den, dass der Mast einen 3 m brei­ten Farb­ring in einer Höhe von 40 + — 5 m erhält und weiß­blit­zen­de Feu­er im Übri­gen an die Stel­le der oben ange­ge­be­nen Mar­kie­rung tre­ten (vgl. Zif­fer 14.1 und Zif­fer 13.2 der Ver­wal­tungs­vor­schrift). Für die Nacht­kenn­zeich­nung ist wahl­wei­se ein Hin­der­nis­feu­er, ein Blatt­spit­zen­hin­der­nis­feu­er oder ein (rotes) Gefah­ren­feu­er vor­ge­se­hen.

51

Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Klä­gers muss bis zu einer aus­drück­li­chen Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung der zustän­di­gen Luft­fahrt­be­hör­de von einer Kenn­zeich­nungs­pflicht jeder ein­zel­nen Anla­ge aus­ge­gan­gen wer­den.

52

Meh­re­re Wind­ener­gie­an­la­gen kön­nen zwar gemäß Zif­fer 12 als Wind­ener­gie­an­la­gen-Blö­cke zusam­men­ge­fasst wer­den. Grund­sätz­lich müs­sen jedoch alle Wind­ener­gie­an­la­gen des jewei­li­gen Blocks gekenn­zeich­net wer­den. Im Ein­zel­fall kann die zustän­di­ge Luft­fahrt­be­hör­de bestim­men, dass nur die Wind­ener­gie­an­la­gen an der Peri­phe­rie gekenn­zeich­net wer­den müs­sen. Es han­delt sich hier­bei um eine Aus­nah­me, die von der zustän­di­gen Luft­fahrt­be­hör­de gemäß § 29 LuftVG iVm Zif­fer 13.2 der All­ge­mei­nen Ver­wal­tungs­vor­schrift vor­ge­se­hen wer­den kann. Dies setzt jedoch einen aus­drück­li­chen Antrag vor­aus, wel­cher im vor­lie­gen­den Fall nicht gestellt wor­den ist.

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Unab­hän­gig von einer theo­re­tisch denk­ba­ren mög­li­chen Redu­zie­rung der Kenn­zeich­nungs­pflicht im Ein­zel­fall ist jeden­falls von einer signi­fi­kant gestei­ger­ten Auf­fäl­lig­keit der Wind­ener­gie­an­la­gen aus­zu­ge­hen, die eine Höhe von 100 m über der Erd­ober­flä­che über­schrei­ten. Im vor­lie­gen­den Fal­le kommt fer­ner hin­zu, dass sich die Gesamt­hö­he der zur Geneh­mi­gung gestell­ten Anla­gen — jeden­falls was die sie­ben für den Rück­bau vor­ge­se­he­nen Anla­gen des Typs Tacke TW 500 betrifft — mehr als ver­dop­peln wür­de. Das Tat­be­stands­merk­mal der wesent­li­chen Beein­träch­ti­gung kann auch nicht mit dem Argu­ment ver­neint wer­den, dass immer­hin acht Wind­ener­gie­an­la­gen zurück­ge­baut wer­den sol­len. Auf eine Bilanz von Rück­bau und Neu­errich­tung kommt es in die­sem Zusam­men­hang nicht an. Ob näm­lich die Ver­än­de­rung der Umge­bung eines ein­ge­tra­ge­nen unbe­weg­li­chen Kul­tur­denk­mals des­sen Ein­druck wesent­lich beein­träch­tigt, ist nicht anhand eines Ver­glei­ches des Zustan­des vor und nach der Ver­än­de­rung zu beur­tei­len; dafür ist allein der Zustand maß­ge­bend, wie er sich als Ergeb­nis der Ände­rungs­maß­nah­me dar­stellt. Ansons­ten wür­de das unhalt­ba­re Ergeb­nis hin­ge­nom­men wer­den müs­sen, dass eine Maß­nah­me, durch die ein benach­bar­tes Kul­tur­denk­mal wesent­lich beein­träch­tigt wird, trotz­dem (des­halb) zu geneh­mi­gen wäre, weil der bis­he­ri­ge — von der Behör­de mit Mit­teln des Denk­mal­schutz­rechts nicht unmit­tel­bar beein­fluss­ba­re — Zustand für das Kul­tur­denk­mal noch belas­ten­der ist (vgl. OVG Schles­wig, Urteil vom 19.09.2000 — 1 L 143/97).

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Die denk­mal­schutz­recht­li­che Geneh­mi­gung ist auch nicht gleich­wohl des­halb zu ertei­len, weil ein über­wie­gen­des öffent­li­ches Inter­es­se die Maß­nah­me ver­langt. Rich­tig ist zwar, dass der Aus­bau der Wind­ener­gie im öffent­li­chen Inter­es­se liegt. Unter Berück­sich­ti­gung des Umstan­des, dass die neu­en Gene­ra­tio­nen von Wind­kraft­an­la­gen immer häu­fi­ger die Gesamt­hö­he von 100 m über­schrei­ten, ist — um das Repowering zu för­dern — in den Grund­sät­zen zur Pla­nung von Wind­kraft­an­la­gen (gemein­sa­mer Rund­erlass des Innen­mi­nis­te­ri­ums, des Minis­te­ri­ums für Umwelt, Natur­schutz und Land­wirt­schaft und des Minis­te­ri­ums für Wirt­schaft, Arbeit und Ver­kehr vom 24. Novem­ber 2003 — Amts­blatt Schles­wig-Hol­stein 2003, S. 893) aus­ge­führt wor­den, dass die in den Regio­nal­plä­nen u.a. vor­ge­se­he­ne Höhen­be­gren­zung von Wind­kraft­an­la­gen ein­schließ­lich Flü­gel­spit­ze (Gesamt­hö­he) auf 100 m über Grund in der Fort­schrei­bung 2005 des Regio­nal­plans für die Krei­se D und Stein­burg zwar als lan­des­pla­ne­ri­scher Grund­satz bei der Auf­stel­lung von Bau­leit­plä­nen in der Abwä­gung zu berück­sich­ti­gen sei, im Gegen­satz zu einem lan­des­pla­ne­ri­schen Ziel aber nicht zwin­gend ein­ge­hal­ten wer­den müs­se und in Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren für Wind­kraft­an­la­gen inner­halb von Eig­nungs­ge­bie­ten ohne Belang sei. Hier­aus kann jedoch nicht geschlos­sen wer­den, dass trotz einer wesent­li­chen Beein­träch­ti­gung eines Denk­mal­be­rei­ches ein über­wie­gen­des öffent­li­ches Inter­es­se (am Repowering) die Maß­nah­me „ver­langt“. Ange­sichts der Viel­zahl von Eig­nungs­flä­chen für Wind­ener­gie außer­halb des Umge­bungs­schut­zes ein­ge­tra­ge­ner Kul­tur­denk­mä­ler kann nicht etwa davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass mit der Mög­lich­keit des Repowering von Wind­ener­gie­an­la­gen im Umge­bungs­be­reich eines ein­ge­tra­ge­nen Kul­tur­denk­ma­les das öffent­li­che Inter­es­se an der För­de­rung der Wind­ener­gie­ge­win­nung steht oder fällt.

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Zu Unrecht meint der Klä­ger schließ­lich, die Ableh­nungs­ent­schei­dung der Denk­mal­schutz­be­hör­de sei jeden­falls ermes­sens­feh­ler­haft, weil die pri­va­ten Belan­ge feh­ler­haft gegen die Belan­ge des Denk­mal­schut­zes abge­wo­gen wur­den. Rich­tig ist, dass die Ver­sa­gung der Geneh­mi­gung gemäß § 9 Abs. 2 Satz 1 DSchG im Ermes­sen der zustän­di­gen Behör­de steht („kann ver­sagt wer­den“). Ob „kann“ in § 9 Abs. 2 Satz 1 DSchG als „darf nur“ gele­sen wer­den muss, kann im vor­lie­gen­den Fal­le offen blei­ben. Ein eröff­ne­tes Ermes­sen wäre im vor­lie­gen­den Fal­le „auf Null“ redu­ziert mit der Fol­ge, dass nur die ver­sag­te Geneh­mi­gung ermes­sens­feh­ler­frei ist. Dies ist nach der Recht­spre­chung des Schles­wig-Hol­stei­ni­schen OVG, der zu fol­gen ist, näm­lich regel­mä­ßig dann der Fall, wenn durch eine geneh­mi­gungs­pflich­ti­ge bau­li­che Maß­nah­me der Ein­druck von Kul­tur­denk­ma­len wesent­lich beein­träch­tigt wird. Das „Für und Wider“ der Ver­sa­gung braucht in sol­chen Fäl­len nur dann (aus­drück­lich) abge­wo­gen zu wer­den, wenn ganz bestimm­te kon­kre­te Anhalts­punk­te für die Ange­mes­sen­heit einer Aus­nah­me, d.h. der aus­nahms­wei­se in Kauf zu neh­men­den wesent­li­chen Beein­träch­ti­gung des betrof­fe­nen Denk­mals bestehen (OVG Schles­wig, Urteil vom 14.09.2000 — 1 L 143/97).

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Aus die­sem Grun­de kam es auch nicht mehr auf die trotz der in der münd­li­chen Ver­hand­lung erfolg­ten Erläu­te­run­gen des Ver­fas­sers der Sicht­bar­keits­be­wer­tung vom 25.08.2005 (vgl. dort ins­be­son­de­re die Dar­stel­lung der Aus­schluss­flä­chen, Blatt 117 der Bei­ak­te A) zwi­schen dem Klä­ger und dem Bei­ge­la­de­nen strei­ti­gen Fra­ge an, ob jeden­falls drei der zur Geneh­mi­gung gestell­ten Wind­ener­gie­an­la­gen im Fal­le ihrer Zulas­sung neben der St. B-Kir­che von der Stra­ße Loll­fuß aus sicht­bar sein wer­den, wie dies die von der Bei­ge­la­de­nen erstell­te Foto­mon­ta­ge dar­stellt.

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Die Kos­ten­ent­schei­dung beruht auf § 154 Abs. 1, § 92 Abs. 3 VwGO.

58

Die außer­ge­richt­li­chen Kos­ten des Bei­ge­la­de­nen gemäß § 162 Abs. 3 VwGO für erstat­tungs­fä­hig zu erklä­ren, bestand kein Anlass, da die­ser sich nicht durch Stel­len eines Klag­an­tra­ges am Kos­ten­ri­si­ko des Pro­zes­ses betei­ligt hat.

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Die Ent­schei­dung hin­sicht­lich der vor­läu­fi­gen Voll­streck­bar­keit beruht auf § 167 VwGO iVm §§ 708 Nr. 11, 711 ZPO.

Infor­ma­tio­nen:

  • Akten­zei­chen: 12 A 136/06
  • Gericht/Herausgeber: Schles­wig-Hol­stei­ni­sches Ver­wal­tungs­ge­richt 12. Ka