1. Ein Rausch i.S.d. § 323a StGB ver­langt den siche­ren Nach­weis, dass sich der Täter in einen Zustand ver­setzt hat, der ihn so beein­träch­tigt, dass min­des­tens der Bereich ver­min­der­ter…

Schuld­fä­hig­keit erreicht ist.2. Es gibt kei­nen gesi­cher­ten medi­zi­nisch-sta­tis­ti­schen Erfah­rungs­satz, der dazu berech­tigt, allein wegen einer bestimm­ten Blut­al­ko­hol­kon­zen­tra­ti­on auf eine erheb­li­che Ver­min­de­rung der Steue­rungs­fä­hig­keit zu schlie­ßen. Liegt der Wert der Blut­al­ko­hol­kon­zen­tra­ti­on über 2 g Pro­mil­le besteht zwar Anlass, die Fra­ge der ver­min­der­ten Schuld­fä­hig­keit zu erör­tern und ent­spre­chen­de Fest­stel­lun­gen zu tref­fen, jedoch bedeu­tet dies für sich allein noch nicht, dass eine ver­min­der­te Schuld­fä­hig­keit tat­säch­lich sicher anzu­neh­men wäre.3. Die sog. Maxi­mal­rech­nungs­me­tho­de (maxi­ma­ler Abbau­wert von 0,2 g Pro­mil­le je Stun­de sowie ein­ma­li­ger Sicher­heits­zu­schlag von 0,2 g Pro­mil­le) führt zu beson­ders hohen Blut­al­ko­hol­kon­zen­tra­tio­nen und darf des­halb nicht zur Anwen­dung kom­men, wenn sich die Höhe der Blut­al­ko­hol­kon­zen­tra­ti­on — wie hier bei der Fest­stel­lung des Tat­be­stands — zum Nach­teil des Täters auswirkt.4. Ist das Ver­hält­nis von Voll­rausch und Rausch­tat ein Stu­fen­ver­hält­nis, das die Anwen­dung des Grund­sat­zes “in dubio pro reo” recht­fer­tigt, dür­fen einem Ange­klag­ten kei­ne Nach­tei­le aus sei­ner Anwen­dung erwach­sen.

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