1. Ein Befan­gen­heits­grund gegen einen Sach­ver­stän­di­gen ist — außer­halb des engen Anwen­dungs­be­reichs des § 406 Abs. 2 S. 1 ZPO — “unver­züg­lich” ent­spre­chend § 121 BGB und damit ohne…

schuld­haf­tes Zögern gel­tend zu machen, § 406 Abs. 2 S. 2 ZPO. 2. “Unver­züg­lich” bedeu­tet bei einem ein­fach gela­ger­ten Sach­ver­halt (hier: behaup­te­te Äuße­rung des Sach­ver­stän­di­gen bei ärzt­li­cher Unter­su­chung der Klä­ge­rin), dass ein behaup­te­ter Befan­gen­heits­grund gegen einen Sach­ver­stän­di­gen bin­nen 5 Tagen gel­tend zu machen ist.3. Behaup­te­te Befan­gen­heits­grün­de kön­nen nicht bis zur Erstat­tung eines schrift­li­chen Gut­ach­tens in “Reser­ve” gehal­ten oder gesam­melt werden.4. “Unver­züg­lich” ist bei einem behaup­te­ten Befan­gen­heits­grund, der sich aus einem schrift­li­chen Gut­ach­ten selbst ergibt, aus­nahms­wei­se die vom Gericht etwaig gesetz­te Frist für Ein­wen­dun­gen gegen ein schrift­li­ches Gut­ach­ten gem. § 411 Abs. 4 ZPO (Anschluss an BGH NJW-RR 2011, 1555 f.).Ist durch das Gericht für etwai­ge Ein­wen­dun­gen gegen ein schrift­li­ches Gut­ach­ten kei­ne Frist gem. § 411 Abs. 4 ZPO gesetzt wor­den, sind Befan­gen­heits­grün­de “unver­züg­lich” ent­spre­chend § 121 BGB gel­tend zu machen (Anschluss an BGH MDR 2005, 1007 f.; BGH NJW-RR 2011, 1555 f.).5. Ein Befan­gen­heits­an­trag gegen einen im Ver­fah­ren nur kur­ze Zeit bestell­ten, wegen all­ge­mei­ner Arbeits­über­las­tung sofort wie­der ent­pflich­te­ten und in der Sache nie täti­gen Sach­ver­stän­di­gen ist unzu­läs­sig.

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