a) Der durch einen Ver­kehrs­un­fall Geschä­dig­te ist einem ange­hö­ri­gen Schä­di­ger, mit dem er in häus­li­cher Gemein­schaft lebt, und des­sen Haft­pflicht­ver­si­che­rer gegen­über grund­sätz­lich auch inso­weit aktiv­le­gi­ti­miert, als er Scha­dens­er­satz­leis­tun­gen ver­langt, die mit den ihm vom Sozi­al­ver­si­che­rungs­trä­ger zu erbrin­gen­den Sozi­al­leis­tun­gen kon­gru­ent sind. Ein Ver­lust der Aktiv­le­gi­ti­ma­ti­on durch Über­gang sei­ner dies­be­züg­li­chen For­de­rung auf den Sozi­al­ver­si­che­rungs­trä­ger gemäß § 116 Abs.1 Satz 1 SGB X ist auf­grund des Fami­li­en­pri­vi­legs des § 116 Abs. 6 Satz 1 SGB X aus­ge­schlos­sen (Senats­ur­teil vom 28. Novem­ber 2000 — VI ZR 352/99, BGHZ 146, 108). Eine Über­tra­gung des Rege­lungs­in­halts des § 86 Abs. 3 VVG auf § 116 Abs. 6 SGB X im Wege der Aus­le­gung oder Ana­lo­gie schei­det aus.

b) Haf­tet auf­grund des Ver­kehrs­un­falls neben dem ange­hö­ri­gen Schä­di­ger ein Fremd­schä­di­ger für den­sel­ben kon­gru­en­ten Scha­den, so ent­ste­hen infol­ge der Rege­lun­gen des § 116 Abs. 1 und Abs. 6 SGB X ver­schie­de­ne Schuld­ver­hält­nis­se, auf die die Rege­lun­gen der §§ 422 Abs. 1 Satz 1, 426, 430 BGB ent­spre­chend anwend­bar sind.

c) In die­ser beson­de­ren Fall­ge­stal­tung ist der Anspruch des Geschä­dig­ten gegen den ange­hö­ri­gen Schä­di­ger bzw. des­sen Ver­si­che­rer gemäß § 242 BGB auf das beschränkt, was er bei einem Erhalt der Leis­tun­gen von Sei­ten des ange­hö­ri­gen Schä­di­gers ana­log § 430 BGB im Ver­hält­nis zum Sozi­al­ver­si­che­rungs­trä­ger behal­ten dürf­te.

d) Jeden­falls in Fäl­len, in denen die Ver­let­zung eines durch § 823 Abs. 1 BGB oder § 7 Abs. 1 StVG geschütz­ten Rechts­guts und dar­über hin­aus ein dar­aus resul­tie­ren­der Ver­mö­gens­scha­den bereits ein­ge­tre­ten sind, ist die Begründet­heit einer Kla­ge, die auf die Fest­stel­lung der Ersatz­pflicht für wei­te­re, künf­ti­ge Schä­den gerich­tet ist, nicht von der Wahr­schein­lich­keit des Ein­tritts die­ser Schä­den abhän­gig.

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