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1. Bei der Bere­chung des Ersatz­an­spruchs für die unfall­be­dingt erfor­der­lich gewor­de­ne Nut­zung eines Miet­wa­gens kann im Rah­men des Vor­teils­aus­gleichs für erspar­te Eigen­auf­wen­dun­gen ein pau­scha­ler Abzug von 5 % der Miet­wa­gen­kos­ten ange­mes­sen sein. 2. Im Ra

 

Auf die Beru­fung der Klä­ge­rin wird das Urteil des Ein­zel­rich­ters der 16. Zivil­kam­mer des Land­ge­richts Han­no­ver vom 11. März 2009 unter Zurück­wei­sung des wei­ter­ge­hen­den Rechts­mit­tels abge­än­dert und neu
gefasst wie folgt:

Die Beklag­ten wer­den als Gesamt­schuld­ner ver­ur­teilt, an die
Klä­ge­rin 3.1…

(vdvka) …07,56 € nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Basis­zins­satz seit dem 26. März 2007 zu zah­len.

Im Übri­gen wird die Kla­ge abge­wie­sen.

Die Kos­ten des Rechts­streits ers­ter Instanz tra­gen die Klä­ge­rin zu 60 % und die Beklag­ten als Gesamt­schuld­ner zu 40 %, mit Aus­nah­me der Kos­ten, die der frü­he­ren Beklag­ten zu 2 — der KRA­VA­GAs­se­ku­ranz GmbH — ent­stan­den sind. die­se trägt die Klä­ge­rin allein.

Die Kos­ten des Beru­fungs­ver­fah­rens tra­gen die Klä­ge­rin zu 43 % und die Beklag­ten als Gesamt­schuld­ner zu 57 %.

Das Urteil ist vor­läu­fig voll­streck­bar.

Die Revi­si­on wird nicht zuge­las­sen.

G r ü n d e (gem. §§ 540 Abs. 1, 313 a Abs. 1 Satz 1 ZPO):

Die Beru­fung ist nur zum Teil begrün­det.

I. Zur Haf­tungs­ver­tei­lung:

1. Ent­ge­gen der Ansicht des Land­ge­richts sieht der Senat den Unfall nicht als unab­wend­bar für den Beklag­ten zu 1 an. Denn er wuss­te, dass auf­grund sei­nes Ran­gier­ma­nö­vers meh­re­re Pkw dar­auf war­te­ten, freie Durch­fahrt zu erhal­ten, um an dem ran­gie­ren­den Lkw vor­bei­fah­ren zu kön­nen. Des­halb hät­te ins­be­son­de­re der Ran­gier­vor­gang nach vor­ne — also auf die Har­ten­bra­ken­stra­ße zu — beson­de­re Vor­sicht erfor­dert. Ein Ide­al­fah­rer hät­te zudem den unmit­tel­bar vor dem Fah­rer­haus des Lkw vor­bei­fah­ren­den Audi der Klä­ge­rin wahr­ge­nom­men und zur Ver­mei­dung einer Kol­li­si­on noch gebremst. Die von der Beklag­ten vor­ge­leg­ten Licht­bil­der zur Sicht aus einem ver­gleich­ba­ren Lkw (Bl. 74 f. d.A.) zei­gen nicht, dass dem Beklag­ten zu 1 die erfor­der­li­che Über­sicht ins­ge­samt fehl­te. In jedem Fall kön­nen die Beklag­ten nicht bewei­sen, dass die Kol­li­si­on für den Beklag­ten zu 1 unab­wend­bar war.

Das gilt aller­dings nicht min­der für die Klä­ge­rin. Auch sie kann nicht bewei­sen, dass der Zeu­ge S. den Unfall nicht hät­te ver­mei­den kön­nen. Nach Bekun­dung des Zeu­gen D. (Bl. 143 d. A.) war der Ran­gier­vor­gang „ganz klar noch nicht been­det“. Der Zeu­ge S. sei ange­fah­ren, als der Lkw ein­mal ein klei­nes Stück­chen wei­ter zurück­ge­fah­ren sei als sonst. durch die ent­stan­de­ne Lücke habe der Audi der Klä­ge­rin „so gra­de durch“ gepasst. Hät­te also der Zeu­ge S. gewar­tet, wäre es eben­falls nicht zur Kol­li­si­on gekom­men.

2. Die gegen­sei­ti­gen Ver­ur­sa­chungs und Ver­schul­dens­bei­trä­ge sind gegen­ein­an­der abzu­wä­gen (§§ 17 Abs. 1, 18 Abs. 3 StVG). Über die Betriebs­ge­fah­ren der unfall­be­tei­lig­ten Fahr­zeu­ge hin­aus sieht der Senat die etwas höhe­re Schuld für die Ver­ur­sa­chung des Ver­kehrs­un­falls bei dem Zeu­gen S.. das muss sich die Klä­ge­rin als Hal­te­rin des Pkw zurech­nen las­sen.

a) Nach den Bekun­dun­gen sämt­li­cher vom Land­ge­richt ver­nom­me­ner Zeu­gen war die Har­ten­bra­ken­stra­ße, auf der sich der Unfall ereig­ne­te, noch nicht ins­ge­samt von dem Lkw geräumt und zudem der Ran­gier­vor­gang noch nicht abge­schlos­sen. Allein die­ser letz­te Gesichts­punkt hät­te vom Zeu­gen S. beson­de­re Sorg­falt erfor­dert. Der Zeu­ge S. hat gegen das all­ge­mei­ne Rück­sicht­nah­me­ge­bot des § 1 Abs. 2 StVO ver­sto­ßen, wel­ches unter ande­rem eine defen­si­ve Fahr­wei­se gebie­tet (vgl. dazu die Nach­wei­se bei Jagow/Burmann/Heß, Stra­ßen­ver­kehrs­recht, 20. Aufl., § 1 StVO, Rdnr. 28). In der kon­kre­ten Situa­ti­on hät­te er nicht ein­fach die ers­te sich bie­ten­de knap­pe Lücke aus­nut­zen dür­fen, um „so gra­de“ (Zeu­ge D.) an dem Pkw vor­bei­zu­fah­ren. Nach Wahr­neh­mung des Zeu­gen D. „war es offen­sicht­lich, dass es knal­len wür­de“ (Bl. 138 d. A.). Der Ran­gier­vor­gang war auch zu dem Zeit­punkt, in dem der Zeu­ge S. ver­such­te, an dem Lkw vor­bei­zu­fah­ren, noch nicht been­det. Dies hat nicht nur der Zeu­ge D. bekun­det. eben­so hat die Zeu­gin O. aus­ge­sagt, der Lkw habe noch in die Har­ten­bra­ken­stra­ße hin­ein­ge­ragt, sie — die Zeu­gin — hät­te in der Situa­ti­on wohl eher noch gewar­tet (Bl. 137 d. A.). Schließ­lich hat auch der Zeu­ge S. selbst bekun­det, im Moment sei­nes Los­fah­rens sei sowohl die Warn­blink­an­la­ge als auch eine wei­te­re oran­ge Blink­leuch­te an dem Lkw ein­ge­schal­tet gewe­sen (Bl. 136 d. A.). Es lag also nahe, anzu­neh­men, dass der Ran­gier­vor­gang noch andau­ern wür­de.

b) Dem Beklag­ten zu 1 ist eben­falls ein Ver­stoß gegen die Gene­ral­klau­sel des § 1 Abs. 2 StVO vor­zu­wer­fen. Denn wenn der Beklag­te zu 1 den Stra­ßen­be­reich unmit­tel­bar vor dem Lkw nicht aus­rei­chend hat über­bli­cken kön­nen, dann hät­te er sich vor dem Anfah­ren nach vor­ne ein­wei­sen las­sen oder auf ande­re Wei­se für die nöti­ge Über­sicht sor­gen müs­sen (vgl. Hentschel/König/Dauer, Stra­ßen­ver­kehrs­recht, 40. Aufl., § 1 StVO Rdnr. 36. dem fol­gend auch Senat, noch unver­öff. Urteil vom 3. Sep­tem­ber 2008 — 14 U 71/08, S. 7 der Ent­schei­dungs­grün­de). Wenn der Beklag­te zu 1 jedoch — wovon man­gels ent­ge­gen­ste­hen­der Anhalts­punk­te aus­zu­ge­hen ist — den Pkw der Klä­ge­rin auf der Stra­ße vor sich zumin­dest teil­wei­se hät­te sehen kön­nen, hät­te er nicht ein­fach wei­ter vor­wärts fah­ren dür­fen.

c) Bei Abwä­gung der bei­der­sei­ti­gen Ver­schul­dens­an­tei­le hält der Senat einen Haf­tungs­an­teil der Klä­ge­rin für das Ver­schul­den des Zeu­gen S. von 60 % und einen der Beklag­ten für das Ver­schul­den des Beklag­ten zu 1 von 40 % für sach­ge­recht. Der Zeu­ge S. hat nicht ledig­lich — wie im Fall des Senats­ur­teils vom 3. Sep­tem­ber 2008 (14 U 71/08) — das wei­te­re Fahr­ver­hal­ten des Beklag­ten zu 1 und des­sen Sicht­mög­lich­kei­ten falsch ein­ge­schätzt, son­dern sich auch selbst durch das knap­pe Vor­bei­fah­ren kon­kret in Gefahr gebracht. Anhalts­punk­te dafür, dass er sich dem Beklag­ten zu 1 vor dem Anfah­ren durch Hand­zei­chen, Blick­kon­takt oder Hupen ver­ständ­lich gemacht hat, sind nicht vor­han­den. Die Klä­ge­rin hat zwar vor­ge­tra­gen, der Zeu­ge S. habe noch die Hupe betä­tigt, um den Beklag­ten zu 1 zu war­nen. Dies geschah jedoch erst in dem Zeit­punkt, als er sich bereits unmit­tel­bar vor der Kol­li­si­on befand, d. h. nicht mehr recht­zei­tig (vgl. dazu ins­be­son­de­re Bl. 123 d. A.).

Ent­ge­gen der Ansicht der Beklag­ten ist das Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs vom 25. Janu­ar 1994 (VI ZR 285/92, NZV 1994, 184) für die Haf­tungs­ab­wä­gung nicht ver­gleichs­wei­se her­an­zu­zie­hen. In jenem Fall han­del­te es sich um einen bereits im Sach­ver­halt wesent­lich ande­ren Vor­gang, weil dort der Fah­rer eines schwer­fäl­li­gen land­wirt­schaft­li­chen Geräts außer­orts nach links in eine bevor­rech­tig­te Stra­ße ein­fah­ren woll­te, die bis zu 80 m ein­seh­bar war.

Da der Abstand zum Lkw auch für den Zeu­gen S. erkenn­bar sehr knapp und der Ran­gier­vor­gang noch nicht abge­schlos­sen war, hat letzt­lich der Zeu­ge S. den im Ver­hält­nis der betei­lig­ten Fah­rer ent­schei­den­de­ren Bei­trag zum Unfall­ge­sche­hen geleis­tet, als er in die enge Lücke hin­ein fuhr. Ent­spre­chend hat die Klä­ge­rin leicht über­wie­gend — zu 60 % — für die Unfall­fol­gen ein­zu­ste­hen.

II. Zur Scha­dens­hö­he:

1. Repa­ra­tur­kos­ten:

Die Repa­ra­tur­kos­ten­rech­nung vom 15. März 2007 (Bl. 40 d. A.) über 4.427,79 € ist unstrei­tig (vgl. ins­be­son­de­re Bl. 61 f. und 107 d. A.).

2. Wert­min­de­rung:

Die Klä­ge­rin legt ihrem Anspruch eine mer­kan­ti­le Wert­min­de­rung von 1.600 € zugrun­de, die der mit der Scha­dens­be­wer­tung von ihr beauf­trag­te Kfz­Sach­ver­stän­di­ge T. nach der Metho­de Ruhkopf/Sahm errech­net hat (Bl. 23, 33 d. A.). Die Beklag­ten bestrei­ten, dass die­se Metho­de zu einem ange­mes­se­nen Ergeb­nis führt. es müs­se statt­des­sen ein eigen­stän­di­ges Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten ein­ge­holt wer­den. Die Metho­de Ruhkopf/Sahm sei zu pau­schal und berück­sich­ti­ge ins­be­son­de­re nicht den Wert­ver­lust von Fahr­zeu­gen einer hohen Preis­klas­se, wie dem hier ver­un­fall­ten Audi A 6.

Der Senat hat — jeden­falls in die­sem Fall — kei­ne Beden­ken, im Rah­men des durch § 287 ZPO ein­ge­räum­ten Ermes­sens bei der Scha­dens­schät­zung die vom Sach­ver­stän­di­gen T. ermit­tel­te Wert­min­de­rung von 1.600 € anzu­set­zen. Das gilt auch im Hin­blick auf die bei der Ermitt­lung der Wert­min­de­rung ver­wen­de­te Metho­de Ruhkopf/Sahm. Denn die Beden­ken, die zum Teil gegen die­se Ermitt­lungs­me­tho­de vor­ge­bracht wer­den (vgl. z. B. Amts­ge­richt Ett­lin­gen, MDR 2006, 928, ins­bes. jur­isRdnr. 13 f.), sind hier ver­nach­läs­si­gens­wert. Die Metho­de Ruhkopf/Sahm (VersR 1962, 593 f.) ist eine aner­kann­te Metho­de der Scha­dens­er­mitt­lung, die von der Recht­spre­chung ange­wen­det wird und nach ver­brei­te­ter Ansicht zu brauch­ba­ren Ergeb­nis­sen führt (vgl. BGH, Urteil vom 18. Sep­tem­ber 1979 VI ZR 16/79 , VersR 1980, 46, ins­bes. jur­isRdnr. 13 m. w. N.. OLG Düs­sel­dorf, Urteil vom 23. Okto­ber 2006 — 1 U 110/06, ins­bes. jur­isRdnr. 33. Land­ge­richt Karls­ru­he, Urteil vom 26. Janu­ar 2007 — 3 O 471/05, ins­bes. jur­isRdnr. 52. Amts­ge­richt Erkel­enz, Urteil 30. Sep­tem­ber 2008 — 6 C 215/08, VRR 2009, 65, jur­isRdnr. 32. Palandt/Heinrichs, BGB, 68. Aufl. 2009, § 251, Rdnr. 15 m. w. N.).

Dar­über hin­aus erscheint dem Senat die vom Sach­ver­stän­di­gen ermit­tel­te Wert­min­de­rung von 1.600 € ange­sichts des erheb­li­chen Sach­scha­dens (Beschä­di­gung der hin­te­ren lin­ken Tür, des lin­ken Rad­aus­schnitts sowie von Tei­len der Auf­hän­gung) bei einem nur neun Mona­te alten Fahr­zeug (Bl. 20 f. d. A.) der Ober­klas­se, das noch kei­ne 20.000 km gefah­ren wur­de (Bl. 18 R, 84 d. A.), durch­aus rea­lis­tisch. Denn es ent­spricht all­ge­mei­ner Erfah­rung, wie der stän­dig mit Stra­ßen­ver­kehrs­un­fall­sa­chen befass­te Senat auch aus eige­ner Anschau­ung beur­tei­len kann, dass trotz voll­stän­di­ger und ord­nungs­ge­mä­ßer Instand­set­zung eines bei einem Unfall erheb­lich beschä­dig­ten Kraft­fahr­zeugs allein des­halb ein mer­kan­ti­ler Min­der­wert ver­bleibt, weil bei einem gro­ßen Teil der Käu­fer, vor allem wegen des Ver­dachts ver­bor­gen geblie­be­ner Schä­den, eine den Preis beein­flus­sen­de Abnei­gung gegen den Erwerb unfall­be­schä­dig­ter Kraft­fahr­zeu­ge besteht (BGH, Urteil vom 23. Nov. 2004 — VI ZR 357/03 , VersR 2005, 284, Rdnr. 16 m. w. N.). Die­ser Min­der­wert dürf­te bei Ober­klas­se­fahr­zeu­gen eher höher aus­fal­len, weil Käu­fer die­ser Fahr­zeug­klas­se im All­ge­mei­nen auf einen beson­de­ren tech­ni­schen Stan­dard des Fahr­zeugs Wert legen. Die ver­blie­be­ne Min­de­rung des Ver­kaufs­werts stellt einen unmit­tel­ba­ren Sach­scha­den dar (vgl. BGH a. a. O., m. w. N.).

Der Senat hält des­halb die von der Klä­ge­rin ange­setz­te Wert­min­de­rung von 1.600 € nicht für zu hoch und legt sie der Scha­dens­be­rech­nung zugrun­de.

3. Sach­ver­stän­di­gen­kos­ten:

Die Beklag­ten haben die Rech­nung des Sach­ver­stän­di­gen T. vom 27. Febru­ar 2007(Bl. 41 d. A.) über 433,60 € net­to nicht bestrit­ten.

4. Pau­scha­le:

Die Klä­ge­rin macht 30 € gel­tend. Der Senat spricht nach stän­di­ger Recht­spre­chung (seit dem Urteil vom 9. Sept. 2004 — 14 U 32/04, NJWRR 2004, 1673) jedoch nur eine Pau­scha­le 25 € zu. War­um die Klä­ge­rin einen höhe­ren Betrag benö­tigt, hat sie nicht dar­ge­legt.

5. Ersatz­fahr­zeug:

a) Der Ein­wand der Beklag­ten, der Klä­ge­rin ste­he als Part­ner­schafts­ge­sell­schaft kei­ne Nut­zungs­aus­fall­ent­schä­di­gung zu, ist uner­heb­lich. Die Klä­ge­rin begehrt kei­nen Ersatz für Nut­zungs­aus­fall, son­dern Ersatz der ange­fal­le­nen Kos­ten für die Anmie­tung eines Ersatz­fahr­zeugs.

Die Klä­ge­rin hat dar­ge­legt, war­um sie den Pkw infol­ge des Unfalls nicht hat nut­zen kön­nen. Dass der Pkw danach nicht ver­kehrs­si­cher war, hat der Sach­ver­stän­di­ge T. bestä­tigt (Bl. 20 d. A.). Der Zeu­ge S. hat dar­über hin­aus aus­ge­sagt, war­um der Wagen zur Repa­ra­tur nach Göt­tin­gen ver­bracht und von dort ein Miet­wa­gen abge­holt wor­den sei, den er dann für die Part­ner­schafts­ge­sell­schaft genutzt habe (Bl. 136 d. A.). Die Beklag­ten sind die­sem Vor­trag bzw. die­ser Aus­sa­ge nicht ent­ge­gen­ge­tre­ten (Bl. 136 f. d. A.).

b) Der Senat hat kei­nen Anlass, die in der Rech­nung vom 9. März 2007 (Bl. 76 d. A.) ange­setz­ten 9 Tage für die Nut­zung des Miet­wa­gens in Zwei­fel zu zie­hen. Die Nut­zungs­dau­er war nach der Rech­nung noch län­ger (Miet­be­ginn: 27. Febru­ar 2007, Rück­ga­be des Fahr­zeugs am 9. März 2007). Dass der Sach­ver­stän­di­ge eine Repa­ra­tur­dau­er von nur 5 Werk­ta­gen ange­nom­men hat (Bl. 20 d. A.), ist dem­ge­gen­über unbe­acht­lich. Hier han­del­te es sich nur um eine vage Schät­zung auf­grund des Scha­dens­bil­des. die Aus­las­tung der Werk­statt­ka­pa­zi­tät oder ggf. auch der erfor­der­li­che Zeit­raum, um Ersatz­tei­le zu beschaf­fen, konn­ten dabei nicht berück­sich­tigt wer­den. Dar­auf hat der Sach­ver­stän­di­ge hin­ge­wie­sen (Bl. 23 d. A.)

c) Auf die Ver­äs­te­lun­gen der jün­ge­ren BGH­Recht­spre­chung zur Ersatz­fä­hig­keit von Unfal­l­ersatz­ta­ri­fen kommt es vor­lie­gend nicht an. Denn es wur­de ledig­lich ein Nor­mal­ta­rif in Höhe von 111,21 € für 9 Tage in Rech­nung gestellt (zusam­men 1.000,89 €, Bl. 76 d. A.).

d) Ersatz­fä­hig ist über den rei­nen Miet­wa­gen­ta­rif hin­aus auch die CDW­Ge­bühr (= Col­li­si­on Dama­ge Wai­ver) von 349,11 €, die zu einem Aus­schluss der Eigen­be­tei­li­gung bei Unfall­schä­den führt. Die Anmie­tung eines Ersatz­fahr­zeugs mit Voll­kas­ko­schutz ist in der Regel eine adäqua­te Scha­dens­fol­ge. Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs kann der durch einen fremd­ver­schul­de­ten Unfall geschä­dig­te KfzEi­gen­tü­mer bei Inan­spruch­nah­me eines Miet­wa­gens die Auf­wen­dun­gen für eine der Voll­kas­ko­ver­si­che­rung ohne Selbst­be­tei­li­gung ent­spre­chen­de Haf­tungs­frei­stel­lung grund­sätz­lich inso­weit ersetzt ver­lan­gen, als er wäh­rend der Miet­zeit einem erhöh­ten wirt­schaft­li­chen Risi­ko aus­ge­setzt war (vgl. BGH, Urteil vom 15. Feb. 2005 — VI ZR 74/04, VersR 2005, 568, jur­isRdnr. 11). Davon ist hier aus­zu­ge­hen, weil das Ersatz­fahr­zeug im Ver­gleich zu dem Unfall­wa­gen (leicht) höher­wer­tig war (Audi A6, 3.0 TDI, 165 KW gegen­über Audi A6, 2.7, 132 KW — vgl. Bl. 21 und 76 d. A.) und die zusätz­li­che Ver­si­che­rungs­ge­bühr zu dem abzu­si­chern­den Scha­dens­ri­si­ko nicht außer Ver­hält­nis stand. Für einen Abzug unter dem Gesichts­punkt des Vor­teils­aus­gleichs sieht der Senat des­halb kei­nen Anlass (§ 287 ZPO).

e) Die Gebühr für die Insas­sen­un­fall­ver­si­che­rung PAI (= Per­so­nal Acci­dent Insuran­ce) von 38,79 € ist dage­gen nicht ersatz­fä­hig. Sie dient ins­be­son­de­re dazu, Schä­den bei einer Unfall­ver­ur­sa­chung durch einen Fuß­gän­ger oder Rad­fah­rer abzu­de­cken, der über kei­ne pri­va­te Haft­pflicht­ver­si­che­rung ver­fügt und die auf­ge­tre­te­nen Schä­den nicht erset­zen kann, weil er nicht ent­spre­chend leis­tungs­fä­hig ist. Der Abschluss einer der­ar­ti­gen Zusatz­ver­si­che­rung ist von Rechts wegen nicht gebo­ten. Die Beklag­te hat pau­schal bestrit­ten, dass die Insas­sen­un­fall­ver­si­che­rung geschul­det wird (Bl. 64 d. A.). Die Klä­ge­rin hat dem­ge­gen­über vor­ge­tra­gen, die in Rech­nung gestell­ten (Bl. 76 d. A.) Beträ­ge und Ver­si­che­rungs­kos­ten sei­en ange­mes­sen gewe­sen (Bl. 83 d. A.). Dem sind die Beklag­ten zwar nicht wei­ter ent­ge­gen­ge­tre­ten. Ent­schei­dend für die Fra­ge, ob die­se Posi­ti­on ersatz­fä­hig ist, ist jedoch der Ver­si­che­rungs­schutz, der der Klä­ge­rin bzw. ihrem ver­un­fall­ten Pkw und des­sen Fahr­zeug­in­sas­sen zur Ver­fü­gung stand. Wenn die Klä­ge­rin tat­säch­lich eben­falls eine zusätz­li­che Insas­sen­un­fall­ver­si­che­rung (PAI) abge­schlos­sen hat für ihren Pkw HJD 364, dann könn­te sie inso­weit auch einen ent­spre­chen­den Schutz bei der Anmie­tung eines Ersatz­fahr­zeugs in Anspruch neh­men. Ver­füg­te sie jedoch vor­her nicht über eine PAI, hät­te sie im Ersatz­fahr­zeug einen höhe­ren Ver­si­che­rungs­schutz genos­sen, als in dem ver­un­fall­ten Pkw. In die­sem Fall wäre der Klä­ge­rin kein ersatz­fä­hi­ger Scha­den ent­stan­den. Der Schä­di­ger hat nicht für eine unfall­be­ding­te Bes­ser­stel­lung des Geschä­dig­ten ein­zu­ste­hen, son­dern nur den Scha­den aus­zu­glei­chen, den der Geschä­dig­te durch den Unfall tat­säch­lich erlit­ten hat.

Der Senat hat die­sen Gesichts­punkt im Rah­men der münd­li­chen Ver­hand­lung ange­spro­chen und dar­auf hin­ge­wie­sen, dass ohne wei­te­ren Vor­trag zum ursprüng­li­chen Ver­si­che­rungs­schutz für den ver­un­fall­ten Pkw die PAI nicht zuer­kannt wer­den könn­te. Die Klä­ge­rin hat dar­auf nichts vor­ge­tra­gen. Die Kos­ten für den Abschluss der PAI sind damit nicht ersatz­fä­hig.

f) Der Senat nimmt von den sich danach erge­ben­den Miet­wa­gen­kos­ten in Höhe von 1.350, € ins­ge­samt einen 5 %igen Abzug für erspar­te Eigen­auf­wen­dun­gen vor. Da die Klä­ge­rin einen im Wesent­li­chen gleich­wer­ti­gen Wagen gemie­tet hat (vgl. Bl. 21 mit Bl. 76 d. A.), muss sie im Rah­men des Vor­teils­aus­gleichs einen Abzug für erspar­te Eigen­auf­wen­dun­gen hin­neh­men. In wel­cher Höhe die­ser vor­zu­neh­men ist, wird in der Recht­spre­chung unein­heit­lich beur­teilt. In der Ver­gan­gen­heit wur­de die Erspar­nis regel­mä­ßig auf 15 bis 20 % der Miet­wa­gen­kos­ten, oft aber auch — ins­be­son­de­re in jüngs­ter Zeit — im Bereich von 10 % oder deut­lich dar­un­ter bis zu 3 % oder 4 % geschätzt (vgl. dazu jeweils die Nach­wei­se bei
Palandt/Heinrichs, BGB, 68. Aufl., § 249, Rdnr. 32).

Der Senat hält hier einen pau­scha­len Abzug von etwas ober­halb der nied­rigs­ten Pro­zent­sät­ze für ange­mes­sen. Ein höhe­rer Abzug erscheint im Hin­blick auf die Aus­füh­run­gen von Mei­nig (DAR 1993, 281 f.), der sich meh­re­re Ober­lan­des­ge­rich­te ange­schlos­sen haben (vgl. OLG Stutt­gart, NJWRR 1994, 921. OLG Karls­ru­he, DAR 1996, 56. OLG Düs­sel­dorf, VersR 1996, 987. OLG Nürn­berg, VersR 2001, 208 — in der letzt­ge­nann­ten Ent­schei­dung ins­bes. jur­isRdnrn. 17 f.), nicht ange­bracht.

Ein Abzug von nur 3 % — wie ihn Mei­nig vor­schlägt — ist jedoch eben­falls nicht ange­mes­sen. Denn Mei­nig legt dem von ihm ermit­tel­ten Eige­n­er­spar­nis­an­teil eine ange­nom­me­ne täg­li­che Fahr­leis­tung von 55 km zugrun­de. Für den Pkw der Klä­ge­rin kann davon nicht aus­ge­gan­gen wer­den. Er wies zum Unfall­zeit­punkt einen Kilo­me­ter­stand von 19.539 km auf (Bl. 18 R und 84 d. A.). Umge­rech­net auf die Nut­zungs­dau­er von gut 9 Mona­ten kommt man damit schon auf mehr als 2.100 km/Monat. Tag­ge­nau berech­net — den Monat zu 30 Tagen käme man auf (9 x 30 zzgl. der 9 Tage vom 18. bis zum 27. Febru­ar 2007 = 279 Tage, d. h. 19.539 : 279 =) etwa 70 km/Tag und damit auf eine um mehr als 27 % höhe­re durch­schnitt­li­che täg­li­che Fahr­leis­tung, als sie Mei­nig sei­ner Berech­nung zugrun­de legt. Dies recht­fer­tigt einen Auf­schlag bei der Schät­zung (§ 287 ZPO) des Eige­n­er­spar­nis­an­teils.

Es ergibt sich damit ein Abzug von 67,50 € (5 % von 1.350, €), so dass hier ein berück­sich­ti­gungs­fä­hi­ger Betrag von 1.282,50 € ver­bleibt.

6. Dies führt zu fol­gen­der Abrech­nung:

4.427,79 € Repa­ra­tur­kos­ten
+ 1.600,00 € Wert­min­de­rung
+ 433,60 € Sach­ver­stän­di­gen­kos­ten
+ 25,00 € Pau­scha­le
+ 1.282,50 € Miet­wa­gen­kos­ten
= 7.768,89 € ins­ge­samt.

Von die­sem Betrag kann die Klä­ge­rin 40 % von den Beklag­ten bean­spru­chen, das sind 3.107,56 €.

7. Die zuge­spro­che­nen Zin­sen recht­fer­ti­gen sich aus Ver­zug. Sie waren aller­dings erst (ent­ge­gen Bl. 10 d. A.) seit dem 26. März 2007 zuzu­spre­chen, weil nach dem Vor­trag der Klä­ge­rin eine Frist zur Zah­lung bis zum 25. März 2007 gesetzt wur­de (Bl. 16 d. A.).

III.

Die Kos­ten­ent­schei­dung beruht auf §§ 91 Abs. 1, 269 Abs. 3 ZPO. Die Klä­ge­rin hat zunächst nicht die Beklag­te zu 2, son­dern die K.A. GmbH ver­klagt (Bl. 1 d. A.) und inso­weit spä­ter die Kla­ge zurück­ge­nom­men (Bl. 116 d. A.). Dies hat geson­der­te Kos­ten ver­an­lasst (vgl. Bl. 50 und 119 d. A.). Die Beklag­ten haben erst­in­stanz­lich bean­tragt, der Klä­ge­rin die ent­spre­chen­den Kos­ten auf­zu­er­le­gen (Bl.122 und 139 d. A.). Der unein­heit­li­che Kos­ten­aus­spruch ist in dem Fall einer nach teil­wei­ser Kla­ge­rück­nah­me ganz aus­schei­den­den Beklag­ten zuläs­sig (vgl. Zöller/Greger, ZPO, 27. Aufl., § 269, Rdnr. 19 a).

Die Ent­schei­dung über die vor­läu­fi­ge Voll­streck­bar­keit beruht auf §§ 708 Nr. 10, 713 ZPO.

Die Revi­si­on war nicht zuzu­las­sen, weil die gesetz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen dafür (§ 543 Abs. 2 ZPO) nicht vor­lie­gen.

Apel Dr. Wes­sel Schaf­fert

Gericht: OLG Cel­le, 14. Zivil­se­nat
Typ, AZ: Urteil, 14 U 63/09
Datum: 30.09.2009
Sach­ge­biet: Bür­ger­li­ches Recht
Nor­men: BGB § 249, ZPO § 287

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    1. Bei der Bere­chung des Ersatz­an­spruchs für die unfall­be­dingt erfor­der­lich gewor­de­ne Nut­zung eines Miet­wa­gens kann im Rah­men des Vor­teils­aus­gleichs für erspar­te Eigen­auf­wen­dun­gen ein pau­scha­ler Abzug von 5 % der Miet­wa­gen­kos­ten ange­mes­sen sein. 2. Im Ra

     

    Auf die Beru­fung der Klä­ge­rin wird das Urteil des Ein­zel­rich­ters der 16. Zivil­kam­mer des Land­ge­richts Han­no­ver vom 11. März 2009 unter Zurück­wei­sung des wei­ter­ge­hen­den Rechts­mit­tels abge­än­dert und neu
    gefasst wie folgt:

    Die Beklag­ten wer­den als Gesamt­schuld­ner ver­ur­teilt, an die
    Klä­ge­rin 3.1…

    (vdvka) …07,56 € nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Basis­zins­satz seit dem 26. März 2007 zu zah­len.

    Im Übri­gen wird die Kla­ge abge­wie­sen.

    Die Kos­ten des Rechts­streits ers­ter Instanz tra­gen die Klä­ge­rin zu 60 % und die Beklag­ten als Gesamt­schuld­ner zu 40 %, mit Aus­nah­me der Kos­ten, die der frü­he­ren Beklag­ten zu 2 — der KRA­VA­GAs­se­ku­ranz GmbH — ent­stan­den sind. die­se trägt die Klä­ge­rin allein.

    Die Kos­ten des Beru­fungs­ver­fah­rens tra­gen die Klä­ge­rin zu 43 % und die Beklag­ten als Gesamt­schuld­ner zu 57 %.

    Das Urteil ist vor­läu­fig voll­streck­bar.

    Die Revi­si­on wird nicht zuge­las­sen.

    G r ü n d e (gem. §§ 540 Abs. 1, 313 a Abs. 1 Satz 1 ZPO):

    Die Beru­fung ist nur zum Teil begrün­det.

    I. Zur Haf­tungs­ver­tei­lung:

    1. Ent­ge­gen der Ansicht des Land­ge­richts sieht der Senat den Unfall nicht als unab­wend­bar für den Beklag­ten zu 1 an. Denn er wuss­te, dass auf­grund sei­nes Ran­gier­ma­nö­vers meh­re­re Pkw dar­auf war­te­ten, freie Durch­fahrt zu erhal­ten, um an dem ran­gie­ren­den Lkw vor­bei­fah­ren zu kön­nen. Des­halb hät­te ins­be­son­de­re der Ran­gier­vor­gang nach vor­ne — also auf die Har­ten­bra­ken­stra­ße zu — beson­de­re Vor­sicht erfor­dert. Ein Ide­al­fah­rer hät­te zudem den unmit­tel­bar vor dem Fah­rer­haus des Lkw vor­bei­fah­ren­den Audi der Klä­ge­rin wahr­ge­nom­men und zur Ver­mei­dung einer Kol­li­si­on noch gebremst. Die von der Beklag­ten vor­ge­leg­ten Licht­bil­der zur Sicht aus einem ver­gleich­ba­ren Lkw (Bl. 74 f. d.A.) zei­gen nicht, dass dem Beklag­ten zu 1 die erfor­der­li­che Über­sicht ins­ge­samt fehl­te. In jedem Fall kön­nen die Beklag­ten nicht bewei­sen, dass die Kol­li­si­on für den Beklag­ten zu 1 unab­wend­bar war.

    Das gilt aller­dings nicht min­der für die Klä­ge­rin. Auch sie kann nicht bewei­sen, dass der Zeu­ge S. den Unfall nicht hät­te ver­mei­den kön­nen. Nach Bekun­dung des Zeu­gen D. (Bl. 143 d. A.) war der Ran­gier­vor­gang „ganz klar noch nicht been­det“. Der Zeu­ge S. sei ange­fah­ren, als der Lkw ein­mal ein klei­nes Stück­chen wei­ter zurück­ge­fah­ren sei als sonst. durch die ent­stan­de­ne Lücke habe der Audi der Klä­ge­rin „so gra­de durch“ gepasst. Hät­te also der Zeu­ge S. gewar­tet, wäre es eben­falls nicht zur Kol­li­si­on gekom­men.

    2. Die gegen­sei­ti­gen Ver­ur­sa­chungs und Ver­schul­dens­bei­trä­ge sind gegen­ein­an­der abzu­wä­gen (§§ 17 Abs. 1, 18 Abs. 3 StVG). Über die Betriebs­ge­fah­ren der unfall­be­tei­lig­ten Fahr­zeu­ge hin­aus sieht der Senat die etwas höhe­re Schuld für die Ver­ur­sa­chung des Ver­kehrs­un­falls bei dem Zeu­gen S.. das muss sich die Klä­ge­rin als Hal­te­rin des Pkw zurech­nen las­sen.

    a) Nach den Bekun­dun­gen sämt­li­cher vom Land­ge­richt ver­nom­me­ner Zeu­gen war die Har­ten­bra­ken­stra­ße, auf der sich der Unfall ereig­ne­te, noch nicht ins­ge­samt von dem Lkw geräumt und zudem der Ran­gier­vor­gang noch nicht abge­schlos­sen. Allein die­ser letz­te Gesichts­punkt hät­te vom Zeu­gen S. beson­de­re Sorg­falt erfor­dert. Der Zeu­ge S. hat gegen das all­ge­mei­ne Rück­sicht­nah­me­ge­bot des § 1 Abs. 2 StVO ver­sto­ßen, wel­ches unter ande­rem eine defen­si­ve Fahr­wei­se gebie­tet (vgl. dazu die Nach­wei­se bei Jagow/Burmann/Heß, Stra­ßen­ver­kehrs­recht, 20. Aufl., § 1 StVO, Rdnr. 28). In der kon­kre­ten Situa­ti­on hät­te er nicht ein­fach die ers­te sich bie­ten­de knap­pe Lücke aus­nut­zen dür­fen, um „so gra­de“ (Zeu­ge D.) an dem Pkw vor­bei­zu­fah­ren. Nach Wahr­neh­mung des Zeu­gen D. „war es offen­sicht­lich, dass es knal­len wür­de“ (Bl. 138 d. A.). Der Ran­gier­vor­gang war auch zu dem Zeit­punkt, in dem der Zeu­ge S. ver­such­te, an dem Lkw vor­bei­zu­fah­ren, noch nicht been­det. Dies hat nicht nur der Zeu­ge D. bekun­det. eben­so hat die Zeu­gin O. aus­ge­sagt, der Lkw habe noch in die Har­ten­bra­ken­stra­ße hin­ein­ge­ragt, sie — die Zeu­gin — hät­te in der Situa­ti­on wohl eher noch gewar­tet (Bl. 137 d. A.). Schließ­lich hat auch der Zeu­ge S. selbst bekun­det, im Moment sei­nes Los­fah­rens sei sowohl die Warn­blink­an­la­ge als auch eine wei­te­re oran­ge Blink­leuch­te an dem Lkw ein­ge­schal­tet gewe­sen (Bl. 136 d. A.). Es lag also nahe, anzu­neh­men, dass der Ran­gier­vor­gang noch andau­ern wür­de.

    b) Dem Beklag­ten zu 1 ist eben­falls ein Ver­stoß gegen die Gene­ral­klau­sel des § 1 Abs. 2 StVO vor­zu­wer­fen. Denn wenn der Beklag­te zu 1 den Stra­ßen­be­reich unmit­tel­bar vor dem Lkw nicht aus­rei­chend hat über­bli­cken kön­nen, dann hät­te er sich vor dem Anfah­ren nach vor­ne ein­wei­sen las­sen oder auf ande­re Wei­se für die nöti­ge Über­sicht sor­gen müs­sen (vgl. Hentschel/König/Dauer, Stra­ßen­ver­kehrs­recht, 40. Aufl., § 1 StVO Rdnr. 36. dem fol­gend auch Senat, noch unver­öff. Urteil vom 3. Sep­tem­ber 2008 — 14 U 71/08, S. 7 der Ent­schei­dungs­grün­de). Wenn der Beklag­te zu 1 jedoch — wovon man­gels ent­ge­gen­ste­hen­der Anhalts­punk­te aus­zu­ge­hen ist — den Pkw der Klä­ge­rin auf der Stra­ße vor sich zumin­dest teil­wei­se hät­te sehen kön­nen, hät­te er nicht ein­fach wei­ter vor­wärts fah­ren dür­fen.

    c) Bei Abwä­gung der bei­der­sei­ti­gen Ver­schul­dens­an­tei­le hält der Senat einen Haf­tungs­an­teil der Klä­ge­rin für das Ver­schul­den des Zeu­gen S. von 60 % und einen der Beklag­ten für das Ver­schul­den des Beklag­ten zu 1 von 40 % für sach­ge­recht. Der Zeu­ge S. hat nicht ledig­lich — wie im Fall des Senats­ur­teils vom 3. Sep­tem­ber 2008 (14 U 71/08) — das wei­te­re Fahr­ver­hal­ten des Beklag­ten zu 1 und des­sen Sicht­mög­lich­kei­ten falsch ein­ge­schätzt, son­dern sich auch selbst durch das knap­pe Vor­bei­fah­ren kon­kret in Gefahr gebracht. Anhalts­punk­te dafür, dass er sich dem Beklag­ten zu 1 vor dem Anfah­ren durch Hand­zei­chen, Blick­kon­takt oder Hupen ver­ständ­lich gemacht hat, sind nicht vor­han­den. Die Klä­ge­rin hat zwar vor­ge­tra­gen, der Zeu­ge S. habe noch die Hupe betä­tigt, um den Beklag­ten zu 1 zu war­nen. Dies geschah jedoch erst in dem Zeit­punkt, als er sich bereits unmit­tel­bar vor der Kol­li­si­on befand, d. h. nicht mehr recht­zei­tig (vgl. dazu ins­be­son­de­re Bl. 123 d. A.).

    Ent­ge­gen der Ansicht der Beklag­ten ist das Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs vom 25. Janu­ar 1994 (VI ZR 285/92, NZV 1994, 184) für die Haf­tungs­ab­wä­gung nicht ver­gleichs­wei­se her­an­zu­zie­hen. In jenem Fall han­del­te es sich um einen bereits im Sach­ver­halt wesent­lich ande­ren Vor­gang, weil dort der Fah­rer eines schwer­fäl­li­gen land­wirt­schaft­li­chen Geräts außer­orts nach links in eine bevor­rech­tig­te Stra­ße ein­fah­ren woll­te, die bis zu 80 m ein­seh­bar war.

    Da der Abstand zum Lkw auch für den Zeu­gen S. erkenn­bar sehr knapp und der Ran­gier­vor­gang noch nicht abge­schlos­sen war, hat letzt­lich der Zeu­ge S. den im Ver­hält­nis der betei­lig­ten Fah­rer ent­schei­den­de­ren Bei­trag zum Unfall­ge­sche­hen geleis­tet, als er in die enge Lücke hin­ein fuhr. Ent­spre­chend hat die Klä­ge­rin leicht über­wie­gend — zu 60 % — für die Unfall­fol­gen ein­zu­ste­hen.

    II. Zur Scha­dens­hö­he:

    1. Repa­ra­tur­kos­ten:

    Die Repa­ra­tur­kos­ten­rech­nung vom 15. März 2007 (Bl. 40 d. A.) über 4.427,79 € ist unstrei­tig (vgl. ins­be­son­de­re Bl. 61 f. und 107 d. A.).

    2. Wert­min­de­rung:

    Die Klä­ge­rin legt ihrem Anspruch eine mer­kan­ti­le Wert­min­de­rung von 1.600 € zugrun­de, die der mit der Scha­dens­be­wer­tung von ihr beauf­trag­te Kfz­Sach­ver­stän­di­ge T. nach der Metho­de Ruhkopf/Sahm errech­net hat (Bl. 23, 33 d. A.). Die Beklag­ten bestrei­ten, dass die­se Metho­de zu einem ange­mes­se­nen Ergeb­nis führt. es müs­se statt­des­sen ein eigen­stän­di­ges Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten ein­ge­holt wer­den. Die Metho­de Ruhkopf/Sahm sei zu pau­schal und berück­sich­ti­ge ins­be­son­de­re nicht den Wert­ver­lust von Fahr­zeu­gen einer hohen Preis­klas­se, wie dem hier ver­un­fall­ten Audi A 6.

    Der Senat hat — jeden­falls in die­sem Fall — kei­ne Beden­ken, im Rah­men des durch § 287 ZPO ein­ge­räum­ten Ermes­sens bei der Scha­dens­schät­zung die vom Sach­ver­stän­di­gen T. ermit­tel­te Wert­min­de­rung von 1.600 € anzu­set­zen. Das gilt auch im Hin­blick auf die bei der Ermitt­lung der Wert­min­de­rung ver­wen­de­te Metho­de Ruhkopf/Sahm. Denn die Beden­ken, die zum Teil gegen die­se Ermitt­lungs­me­tho­de vor­ge­bracht wer­den (vgl. z. B. Amts­ge­richt Ett­lin­gen, MDR 2006, 928, ins­bes. jur­isRdnr. 13 f.), sind hier ver­nach­läs­si­gens­wert. Die Metho­de Ruhkopf/Sahm (VersR 1962, 593 f.) ist eine aner­kann­te Metho­de der Scha­dens­er­mitt­lung, die von der Recht­spre­chung ange­wen­det wird und nach ver­brei­te­ter Ansicht zu brauch­ba­ren Ergeb­nis­sen führt (vgl. BGH, Urteil vom 18. Sep­tem­ber 1979 VI ZR 16/79 , VersR 1980, 46, ins­bes. jur­isRdnr. 13 m. w. N.. OLG Düs­sel­dorf, Urteil vom 23. Okto­ber 2006 — 1 U 110/06, ins­bes. jur­isRdnr. 33. Land­ge­richt Karls­ru­he, Urteil vom 26. Janu­ar 2007 — 3 O 471/05, ins­bes. jur­isRdnr. 52. Amts­ge­richt Erkel­enz, Urteil 30. Sep­tem­ber 2008 — 6 C 215/08, VRR 2009, 65, jur­isRdnr. 32. Palandt/Heinrichs, BGB, 68. Aufl. 2009, § 251, Rdnr. 15 m. w. N.).

    Dar­über hin­aus erscheint dem Senat die vom Sach­ver­stän­di­gen ermit­tel­te Wert­min­de­rung von 1.600 € ange­sichts des erheb­li­chen Sach­scha­dens (Beschä­di­gung der hin­te­ren lin­ken Tür, des lin­ken Rad­aus­schnitts sowie von Tei­len der Auf­hän­gung) bei einem nur neun Mona­te alten Fahr­zeug (Bl. 20 f. d. A.) der Ober­klas­se, das noch kei­ne 20.000 km gefah­ren wur­de (Bl. 18 R, 84 d. A.), durch­aus rea­lis­tisch. Denn es ent­spricht all­ge­mei­ner Erfah­rung, wie der stän­dig mit Stra­ßen­ver­kehrs­un­fall­sa­chen befass­te Senat auch aus eige­ner Anschau­ung beur­tei­len kann, dass trotz voll­stän­di­ger und ord­nungs­ge­mä­ßer Instand­set­zung eines bei einem Unfall erheb­lich beschä­dig­ten Kraft­fahr­zeugs allein des­halb ein mer­kan­ti­ler Min­der­wert ver­bleibt, weil bei einem gro­ßen Teil der Käu­fer, vor allem wegen des Ver­dachts ver­bor­gen geblie­be­ner Schä­den, eine den Preis beein­flus­sen­de Abnei­gung gegen den Erwerb unfall­be­schä­dig­ter Kraft­fahr­zeu­ge besteht (BGH, Urteil vom 23. Nov. 2004 — VI ZR 357/03 , VersR 2005, 284, Rdnr. 16 m. w. N.). Die­ser Min­der­wert dürf­te bei Ober­klas­se­fahr­zeu­gen eher höher aus­fal­len, weil Käu­fer die­ser Fahr­zeug­klas­se im All­ge­mei­nen auf einen beson­de­ren tech­ni­schen Stan­dard des Fahr­zeugs Wert legen. Die ver­blie­be­ne Min­de­rung des Ver­kaufs­werts stellt einen unmit­tel­ba­ren Sach­scha­den dar (vgl. BGH a. a. O., m. w. N.).

    Der Senat hält des­halb die von der Klä­ge­rin ange­setz­te Wert­min­de­rung von 1.600 € nicht für zu hoch und legt sie der Scha­dens­be­rech­nung zugrun­de.

    3. Sach­ver­stän­di­gen­kos­ten:

    Die Beklag­ten haben die Rech­nung des Sach­ver­stän­di­gen T. vom 27. Febru­ar 2007(Bl. 41 d. A.) über 433,60 € net­to nicht bestrit­ten.

    4. Pau­scha­le:

    Die Klä­ge­rin macht 30 € gel­tend. Der Senat spricht nach stän­di­ger Recht­spre­chung (seit dem Urteil vom 9. Sept. 2004 — 14 U 32/04, NJWRR 2004, 1673) jedoch nur eine Pau­scha­le 25 € zu. War­um die Klä­ge­rin einen höhe­ren Betrag benö­tigt, hat sie nicht dar­ge­legt.

    5. Ersatz­fahr­zeug:

    a) Der Ein­wand der Beklag­ten, der Klä­ge­rin ste­he als Part­ner­schafts­ge­sell­schaft kei­ne Nut­zungs­aus­fall­ent­schä­di­gung zu, ist uner­heb­lich. Die Klä­ge­rin begehrt kei­nen Ersatz für Nut­zungs­aus­fall, son­dern Ersatz der ange­fal­le­nen Kos­ten für die Anmie­tung eines Ersatz­fahr­zeugs.

    Die Klä­ge­rin hat dar­ge­legt, war­um sie den Pkw infol­ge des Unfalls nicht hat nut­zen kön­nen. Dass der Pkw danach nicht ver­kehrs­si­cher war, hat der Sach­ver­stän­di­ge T. bestä­tigt (Bl. 20 d. A.). Der Zeu­ge S. hat dar­über hin­aus aus­ge­sagt, war­um der Wagen zur Repa­ra­tur nach Göt­tin­gen ver­bracht und von dort ein Miet­wa­gen abge­holt wor­den sei, den er dann für die Part­ner­schafts­ge­sell­schaft genutzt habe (Bl. 136 d. A.). Die Beklag­ten sind die­sem Vor­trag bzw. die­ser Aus­sa­ge nicht ent­ge­gen­ge­tre­ten (Bl. 136 f. d. A.).

    b) Der Senat hat kei­nen Anlass, die in der Rech­nung vom 9. März 2007 (Bl. 76 d. A.) ange­setz­ten 9 Tage für die Nut­zung des Miet­wa­gens in Zwei­fel zu zie­hen. Die Nut­zungs­dau­er war nach der Rech­nung noch län­ger (Miet­be­ginn: 27. Febru­ar 2007, Rück­ga­be des Fahr­zeugs am 9. März 2007). Dass der Sach­ver­stän­di­ge eine Repa­ra­tur­dau­er von nur 5 Werk­ta­gen ange­nom­men hat (Bl. 20 d. A.), ist dem­ge­gen­über unbe­acht­lich. Hier han­del­te es sich nur um eine vage Schät­zung auf­grund des Scha­dens­bil­des. die Aus­las­tung der Werk­statt­ka­pa­zi­tät oder ggf. auch der erfor­der­li­che Zeit­raum, um Ersatz­tei­le zu beschaf­fen, konn­ten dabei nicht berück­sich­tigt wer­den. Dar­auf hat der Sach­ver­stän­di­ge hin­ge­wie­sen (Bl. 23 d. A.)

    c) Auf die Ver­äs­te­lun­gen der jün­ge­ren BGH­Recht­spre­chung zur Ersatz­fä­hig­keit von Unfal­l­ersatz­ta­ri­fen kommt es vor­lie­gend nicht an. Denn es wur­de ledig­lich ein Nor­mal­ta­rif in Höhe von 111,21 € für 9 Tage in Rech­nung gestellt (zusam­men 1.000,89 €, Bl. 76 d. A.).

    d) Ersatz­fä­hig ist über den rei­nen Miet­wa­gen­ta­rif hin­aus auch die CDW­Ge­bühr (= Col­li­si­on Dama­ge Wai­ver) von 349,11 €, die zu einem Aus­schluss der Eigen­be­tei­li­gung bei Unfall­schä­den führt. Die Anmie­tung eines Ersatz­fahr­zeugs mit Voll­kas­ko­schutz ist in der Regel eine adäqua­te Scha­dens­fol­ge. Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs kann der durch einen fremd­ver­schul­de­ten Unfall geschä­dig­te KfzEi­gen­tü­mer bei Inan­spruch­nah­me eines Miet­wa­gens die Auf­wen­dun­gen für eine der Voll­kas­ko­ver­si­che­rung ohne Selbst­be­tei­li­gung ent­spre­chen­de Haf­tungs­frei­stel­lung grund­sätz­lich inso­weit ersetzt ver­lan­gen, als er wäh­rend der Miet­zeit einem erhöh­ten wirt­schaft­li­chen Risi­ko aus­ge­setzt war (vgl. BGH, Urteil vom 15. Feb. 2005 — VI ZR 74/04, VersR 2005, 568, jur­isRdnr. 11). Davon ist hier aus­zu­ge­hen, weil das Ersatz­fahr­zeug im Ver­gleich zu dem Unfall­wa­gen (leicht) höher­wer­tig war (Audi A6, 3.0 TDI, 165 KW gegen­über Audi A6, 2.7, 132 KW — vgl. Bl. 21 und 76 d. A.) und die zusätz­li­che Ver­si­che­rungs­ge­bühr zu dem abzu­si­chern­den Scha­dens­ri­si­ko nicht außer Ver­hält­nis stand. Für einen Abzug unter dem Gesichts­punkt des Vor­teils­aus­gleichs sieht der Senat des­halb kei­nen Anlass (§ 287 ZPO).

    e) Die Gebühr für die Insas­sen­un­fall­ver­si­che­rung PAI (= Per­so­nal Acci­dent Insuran­ce) von 38,79 € ist dage­gen nicht ersatz­fä­hig. Sie dient ins­be­son­de­re dazu, Schä­den bei einer Unfall­ver­ur­sa­chung durch einen Fuß­gän­ger oder Rad­fah­rer abzu­de­cken, der über kei­ne pri­va­te Haft­pflicht­ver­si­che­rung ver­fügt und die auf­ge­tre­te­nen Schä­den nicht erset­zen kann, weil er nicht ent­spre­chend leis­tungs­fä­hig ist. Der Abschluss einer der­ar­ti­gen Zusatz­ver­si­che­rung ist von Rechts wegen nicht gebo­ten. Die Beklag­te hat pau­schal bestrit­ten, dass die Insas­sen­un­fall­ver­si­che­rung geschul­det wird (Bl. 64 d. A.). Die Klä­ge­rin hat dem­ge­gen­über vor­ge­tra­gen, die in Rech­nung gestell­ten (Bl. 76 d. A.) Beträ­ge und Ver­si­che­rungs­kos­ten sei­en ange­mes­sen gewe­sen (Bl. 83 d. A.). Dem sind die Beklag­ten zwar nicht wei­ter ent­ge­gen­ge­tre­ten. Ent­schei­dend für die Fra­ge, ob die­se Posi­ti­on ersatz­fä­hig ist, ist jedoch der Ver­si­che­rungs­schutz, der der Klä­ge­rin bzw. ihrem ver­un­fall­ten Pkw und des­sen Fahr­zeug­in­sas­sen zur Ver­fü­gung stand. Wenn die Klä­ge­rin tat­säch­lich eben­falls eine zusätz­li­che Insas­sen­un­fall­ver­si­che­rung (PAI) abge­schlos­sen hat für ihren Pkw HJD 364, dann könn­te sie inso­weit auch einen ent­spre­chen­den Schutz bei der Anmie­tung eines Ersatz­fahr­zeugs in Anspruch neh­men. Ver­füg­te sie jedoch vor­her nicht über eine PAI, hät­te sie im Ersatz­fahr­zeug einen höhe­ren Ver­si­che­rungs­schutz genos­sen, als in dem ver­un­fall­ten Pkw. In die­sem Fall wäre der Klä­ge­rin kein ersatz­fä­hi­ger Scha­den ent­stan­den. Der Schä­di­ger hat nicht für eine unfall­be­ding­te Bes­ser­stel­lung des Geschä­dig­ten ein­zu­ste­hen, son­dern nur den Scha­den aus­zu­glei­chen, den der Geschä­dig­te durch den Unfall tat­säch­lich erlit­ten hat.

    Der Senat hat die­sen Gesichts­punkt im Rah­men der münd­li­chen Ver­hand­lung ange­spro­chen und dar­auf hin­ge­wie­sen, dass ohne wei­te­ren Vor­trag zum ursprüng­li­chen Ver­si­che­rungs­schutz für den ver­un­fall­ten Pkw die PAI nicht zuer­kannt wer­den könn­te. Die Klä­ge­rin hat dar­auf nichts vor­ge­tra­gen. Die Kos­ten für den Abschluss der PAI sind damit nicht ersatz­fä­hig.

    f) Der Senat nimmt von den sich danach erge­ben­den Miet­wa­gen­kos­ten in Höhe von 1.350, € ins­ge­samt einen 5 %igen Abzug für erspar­te Eigen­auf­wen­dun­gen vor. Da die Klä­ge­rin einen im Wesent­li­chen gleich­wer­ti­gen Wagen gemie­tet hat (vgl. Bl. 21 mit Bl. 76 d. A.), muss sie im Rah­men des Vor­teils­aus­gleichs einen Abzug für erspar­te Eigen­auf­wen­dun­gen hin­neh­men. In wel­cher Höhe die­ser vor­zu­neh­men ist, wird in der Recht­spre­chung unein­heit­lich beur­teilt. In der Ver­gan­gen­heit wur­de die Erspar­nis regel­mä­ßig auf 15 bis 20 % der Miet­wa­gen­kos­ten, oft aber auch — ins­be­son­de­re in jüngs­ter Zeit — im Bereich von 10 % oder deut­lich dar­un­ter bis zu 3 % oder 4 % geschätzt (vgl. dazu jeweils die Nach­wei­se bei
    Palandt/Heinrichs, BGB, 68. Aufl., § 249, Rdnr. 32).

    Der Senat hält hier einen pau­scha­len Abzug von etwas ober­halb der nied­rigs­ten Pro­zent­sät­ze für ange­mes­sen. Ein höhe­rer Abzug erscheint im Hin­blick auf die Aus­füh­run­gen von Mei­nig (DAR 1993, 281 f.), der sich meh­re­re Ober­lan­des­ge­rich­te ange­schlos­sen haben (vgl. OLG Stutt­gart, NJWRR 1994, 921. OLG Karls­ru­he, DAR 1996, 56. OLG Düs­sel­dorf, VersR 1996, 987. OLG Nürn­berg, VersR 2001, 208 — in der letzt­ge­nann­ten Ent­schei­dung ins­bes. jur­isRdnrn. 17 f.), nicht ange­bracht.

    Ein Abzug von nur 3 % — wie ihn Mei­nig vor­schlägt — ist jedoch eben­falls nicht ange­mes­sen. Denn Mei­nig legt dem von ihm ermit­tel­ten Eige­n­er­spar­nis­an­teil eine ange­nom­me­ne täg­li­che Fahr­leis­tung von 55 km zugrun­de. Für den Pkw der Klä­ge­rin kann davon nicht aus­ge­gan­gen wer­den. Er wies zum Unfall­zeit­punkt einen Kilo­me­ter­stand von 19.539 km auf (Bl. 18 R und 84 d. A.). Umge­rech­net auf die Nut­zungs­dau­er von gut 9 Mona­ten kommt man damit schon auf mehr als 2.100 km/Monat. Tag­ge­nau berech­net — den Monat zu 30 Tagen käme man auf (9 x 30 zzgl. der 9 Tage vom 18. bis zum 27. Febru­ar 2007 = 279 Tage, d. h. 19.539 : 279 =) etwa 70 km/Tag und damit auf eine um mehr als 27 % höhe­re durch­schnitt­li­che täg­li­che Fahr­leis­tung, als sie Mei­nig sei­ner Berech­nung zugrun­de legt. Dies recht­fer­tigt einen Auf­schlag bei der Schät­zung (§ 287 ZPO) des Eige­n­er­spar­nis­an­teils.

    Es ergibt sich damit ein Abzug von 67,50 € (5 % von 1.350, €), so dass hier ein berück­sich­ti­gungs­fä­hi­ger Betrag von 1.282,50 € ver­bleibt.

    6. Dies führt zu fol­gen­der Abrech­nung:

    4.427,79 € Repa­ra­tur­kos­ten
    + 1.600,00 € Wert­min­de­rung
    + 433,60 € Sach­ver­stän­di­gen­kos­ten
    + 25,00 € Pau­scha­le
    + 1.282,50 € Miet­wa­gen­kos­ten
    = 7.768,89 € ins­ge­samt.

    Von die­sem Betrag kann die Klä­ge­rin 40 % von den Beklag­ten bean­spru­chen, das sind 3.107,56 €.

    7. Die zuge­spro­che­nen Zin­sen recht­fer­ti­gen sich aus Ver­zug. Sie waren aller­dings erst (ent­ge­gen Bl. 10 d. A.) seit dem 26. März 2007 zuzu­spre­chen, weil nach dem Vor­trag der Klä­ge­rin eine Frist zur Zah­lung bis zum 25. März 2007 gesetzt wur­de (Bl. 16 d. A.).

    III.

    Die Kos­ten­ent­schei­dung beruht auf §§ 91 Abs. 1, 269 Abs. 3 ZPO. Die Klä­ge­rin hat zunächst nicht die Beklag­te zu 2, son­dern die K.A. GmbH ver­klagt (Bl. 1 d. A.) und inso­weit spä­ter die Kla­ge zurück­ge­nom­men (Bl. 116 d. A.). Dies hat geson­der­te Kos­ten ver­an­lasst (vgl. Bl. 50 und 119 d. A.). Die Beklag­ten haben erst­in­stanz­lich bean­tragt, der Klä­ge­rin die ent­spre­chen­den Kos­ten auf­zu­er­le­gen (Bl.122 und 139 d. A.). Der unein­heit­li­che Kos­ten­aus­spruch ist in dem Fall einer nach teil­wei­ser Kla­ge­rück­nah­me ganz aus­schei­den­den Beklag­ten zuläs­sig (vgl. Zöller/Greger, ZPO, 27. Aufl., § 269, Rdnr. 19 a).

    Die Ent­schei­dung über die vor­läu­fi­ge Voll­streck­bar­keit beruht auf §§ 708 Nr. 10, 713 ZPO.

    Die Revi­si­on war nicht zuzu­las­sen, weil die gesetz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen dafür (§ 543 Abs. 2 ZPO) nicht vor­lie­gen.

    Apel Dr. Wes­sel Schaf­fert

    Gericht: OLG Cel­le, 14. Zivil­se­nat
    Typ, AZ: Urteil, 14 U 63/09
    Datum: 30.09.2009
    Sach­ge­biet: Bür­ger­li­ches Recht
    Nor­men: BGB § 249, ZPO § 287

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      1. Bei der Bere­chung des Ersatz­an­spruchs für die unfall­be­dingt erfor­der­lich gewor­de­ne Nut­zung eines Miet­wa­gens kann im Rah­men des Vor­teils­aus­gleichs für erspar­te Eigen­auf­wen­dun­gen ein pau­scha­ler Abzug von 5 % der Miet­wa­gen­kos­ten ange­mes­sen sein. 2. Im Ra

       

      Auf die Beru­fung der Klä­ge­rin wird das Urteil des Ein­zel­rich­ters der 16 …

      (vdvka)  Auf die Beru­fung der Klä­ge­rin wird das Urteil des Ein­zel­rich­ters der 16. Zivil­kam­mer des Land­ge­richts Han­no­ver vom 11. März 2009 unter Zurück­wei­sung des wei­ter­ge­hen­den Rechts­mit­tels abge­än­dert und neu

      gefasst wie folgt:

      Die Beklag­ten wer­den als Gesamt­schuld­ner ver­ur­teilt, an die

      Klä­ge­rin 3.107,56 ? nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Basis­zins­satz seit dem 26. März 2007 zu zah­len.

      Im Übri­gen wird die Kla­ge abge­wie­sen.

      Die Kos­ten des Rechts­streits ers­ter Instanz tra­gen die Klä­ge­rin zu 60 % und die Beklag­ten als Gesamt­schuld­ner zu 40 %, mit Aus­nah­me der Kos­ten, die der frü­he­ren Beklag­ten zu 2 — der KRA­VA­GAs­se­ku­ranz GmbH — ent­stan­den sind. die­se trägt die Klä­ge­rin allein.

      Die Kos­ten des Beru­fungs­ver­fah­rens tra­gen die Klä­ge­rin zu 43 % und die Beklag­ten als Gesamt­schuld­ner zu 57 %.

      Das Urteil ist vor­läu­fig voll­streck­bar.

      Die Revi­si­on wird nicht zuge­las­sen.

      G r ü n d e (gem. §§ 540 Abs. 1, 313 a Abs. 1 Satz 1 ZPO):

      Die Beru­fung ist nur zum Teil begrün­det.

      I. Zur Haf­tungs­ver­tei­lung:

      1. Ent­ge­gen der Ansicht des Land­ge­richts sieht der Senat den Unfall nicht als unab­wend­bar für den Beklag­ten zu 1 an. Denn er wuss­te, dass auf­grund sei­nes Ran­gier­ma­nö­vers meh­re­re Pkw dar­auf war­te­ten, freie Durch­fahrt zu erhal­ten, um an dem ran­gie­ren­den Lkw vor­bei­fah­ren zu kön­nen. Des­halb hät­te ins­be­son­de­re der Ran­gier­vor­gang nach vor­ne — also auf die Har­ten­bra­ken­stra­ße zu — beson­de­re Vor­sicht erfor­dert. Ein Ide­al­fah­rer hät­te zudem den unmit­tel­bar vor dem Fah­rer­haus des Lkw vor­bei­fah­ren­den Audi der Klä­ge­rin wahr­ge­nom­men und zur Ver­mei­dung einer Kol­li­si­on noch gebremst. Die von der Beklag­ten vor­ge­leg­ten Licht­bil­der zur Sicht aus einem ver­gleich­ba­ren Lkw (Bl. 74 f. d.A.) zei­gen nicht, dass dem Beklag­ten zu 1 die erfor­der­li­che Über­sicht ins­ge­samt fehl­te. In jedem Fall kön­nen die Beklag­ten nicht bewei­sen, dass die Kol­li­si­on für den Beklag­ten zu 1 unab­wend­bar war.

      Das gilt aller­dings nicht min­der für die Klä­ge­rin. Auch sie kann nicht bewei­sen, dass der Zeu­ge S. den Unfall nicht hät­te ver­mei­den kön­nen. Nach Bekun­dung des Zeu­gen D. (Bl. 143 d. A.) war der Ran­gier­vor­gang ?ganz klar noch nicht been­det?. Der Zeu­ge S. sei ange­fah­ren, als der Lkw ein­mal ein klei­nes Stück­chen wei­ter zurück­ge­fah­ren sei als sonst. durch die ent­stan­de­ne Lücke habe der Audi der Klä­ge­rin ?so gra­de durch? gepasst. Hät­te also der Zeu­ge S. gewar­tet, wäre es eben­falls nicht zur Kol­li­si­on gekom­men.

      2. Die gegen­sei­ti­gen Ver­ur­sa­chungs und Ver­schul­dens­bei­trä­ge sind gegen­ein­an­der abzu­wä­gen (§§ 17 Abs. 1, 18 Abs. 3 StVG). Über die Betriebs­ge­fah­ren der unfall­be­tei­lig­ten Fahr­zeu­ge hin­aus sieht der Senat die etwas höhe­re Schuld für die Ver­ur­sa­chung des Ver­kehrs­un­falls bei dem Zeu­gen S.. das muss sich die Klä­ge­rin als Hal­te­rin des Pkw zurech­nen las­sen.

      a) Nach den Bekun­dun­gen sämt­li­cher vom Land­ge­richt ver­nom­me­ner Zeu­gen war die Har­ten­bra­ken­stra­ße, auf der sich der Unfall ereig­ne­te, noch nicht ins­ge­samt von dem Lkw geräumt und zudem der Ran­gier­vor­gang noch nicht abge­schlos­sen. Allein die­ser letz­te Gesichts­punkt hät­te vom Zeu­gen S. beson­de­re Sorg­falt erfor­dert. Der Zeu­ge S. hat gegen das all­ge­mei­ne Rück­sicht­nah­me­ge­bot des § 1 Abs. 2 StVO ver­sto­ßen, wel­ches unter ande­rem eine defen­si­ve Fahr­wei­se gebie­tet (vgl. dazu die Nach­wei­se bei Jagow/Burmann/Heß, Stra­ßen­ver­kehrs­recht, 20. Aufl., § 1 StVO, Rdnr. 28). In der kon­kre­ten Situa­ti­on hät­te er nicht ein­fach die ers­te sich bie­ten­de knap­pe Lücke aus­nut­zen dür­fen, um ?so gra­de? (Zeu­ge D.) an dem Pkw vor­bei­zu­fah­ren. Nach Wahr­neh­mung des Zeu­gen D. ?war es offen­sicht­lich, dass es knal­len wür­de? (Bl. 138 d. A.). Der Ran­gier­vor­gang war auch zu dem Zeit­punkt, in dem der Zeu­ge S. ver­such­te, an dem Lkw vor­bei­zu­fah­ren, noch nicht been­det. Dies hat nicht nur der Zeu­ge D. bekun­det. eben­so hat die Zeu­gin O. aus­ge­sagt, der Lkw habe noch in die Har­ten­bra­ken­stra­ße hin­ein­ge­ragt, sie — die Zeu­gin — hät­te in der Situa­ti­on wohl eher noch gewar­tet (Bl. 137 d. A.). Schließ­lich hat auch der Zeu­ge S. selbst bekun­det, im Moment sei­nes Los­fah­rens sei sowohl die Warn­blink­an­la­ge als auch eine wei­te­re oran­ge Blink­leuch­te an dem Lkw ein­ge­schal­tet gewe­sen (Bl. 136 d. A.). Es lag also nahe, anzu­neh­men, dass der Ran­gier­vor­gang noch andau­ern wür­de.

      b) Dem Beklag­ten zu 1 ist eben­falls ein Ver­stoß gegen die Gene­ral­klau­sel des § 1 Abs. 2 StVO vor­zu­wer­fen. Denn wenn der Beklag­te zu 1 den Stra­ßen­be­reich unmit­tel­bar vor dem Lkw nicht aus­rei­chend hat über­bli­cken kön­nen, dann hät­te er sich vor dem Anfah­ren nach vor­ne ein­wei­sen las­sen oder auf ande­re Wei­se für die nöti­ge Über­sicht sor­gen müs­sen (vgl. Hentschel/König/Dauer, Stra­ßen­ver­kehrs­recht, 40. Aufl., § 1 StVO Rdnr. 36. dem fol­gend auch Senat, noch unver­öff. Urteil vom 3. Sep­tem­ber 2008 — 14 U 71/08, S. 7 der Ent­schei­dungs­grün­de). Wenn der Beklag­te zu 1 jedoch — wovon man­gels ent­ge­gen­ste­hen­der Anhalts­punk­te aus­zu­ge­hen ist — den Pkw der Klä­ge­rin auf der Stra­ße vor sich zumin­dest teil­wei­se hät­te sehen kön­nen, hät­te er nicht ein­fach wei­ter vor­wärts fah­ren dür­fen.

      c) Bei Abwä­gung der bei­der­sei­ti­gen Ver­schul­dens­an­tei­le hält der Senat einen Haf­tungs­an­teil der Klä­ge­rin für das Ver­schul­den des Zeu­gen S. von 60 % und einen der Beklag­ten für das Ver­schul­den des Beklag­ten zu 1 von 40 % für sach­ge­recht. Der Zeu­ge S. hat nicht ledig­lich — wie im Fall des Senats­ur­teils vom 3. Sep­tem­ber 2008 (14 U 71/08) — das wei­te­re Fahr­ver­hal­ten des Beklag­ten zu 1 und des­sen Sicht­mög­lich­kei­ten falsch ein­ge­schätzt, son­dern sich auch selbst durch das knap­pe Vor­bei­fah­ren kon­kret in Gefahr gebracht. Anhalts­punk­te dafür, dass er sich dem Beklag­ten zu 1 vor dem Anfah­ren durch Hand­zei­chen, Blick­kon­takt oder Hupen ver­ständ­lich gemacht hat, sind nicht vor­han­den. Die Klä­ge­rin hat zwar vor­ge­tra­gen, der Zeu­ge S. habe noch die Hupe betä­tigt, um den Beklag­ten zu 1 zu war­nen. Dies geschah jedoch erst in dem Zeit­punkt, als er sich bereits unmit­tel­bar vor der Kol­li­si­on befand, d. h. nicht mehr recht­zei­tig (vgl. dazu ins­be­son­de­re Bl. 123 d. A.).

      Ent­ge­gen der Ansicht der Beklag­ten ist das Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs vom 25. Janu­ar 1994 (VI ZR 285/92, NZV 1994, 184) für die Haf­tungs­ab­wä­gung nicht ver­gleichs­wei­se her­an­zu­zie­hen. In jenem Fall han­del­te es sich um einen bereits im Sach­ver­halt wesent­lich ande­ren Vor­gang, weil dort der Fah­rer eines schwer­fäl­li­gen land­wirt­schaft­li­chen Geräts außer­orts nach links in eine bevor­rech­tig­te Stra­ße ein­fah­ren woll­te, die bis zu 80 m ein­seh­bar war.

      Da der Abstand zum Lkw auch für den Zeu­gen S. erkenn­bar sehr knapp und der Ran­gier­vor­gang noch nicht abge­schlos­sen war, hat letzt­lich der Zeu­ge S. den im Ver­hält­nis der betei­lig­ten Fah­rer ent­schei­den­de­ren Bei­trag zum Unfall­ge­sche­hen geleis­tet, als er in die enge Lücke hin­ein fuhr. Ent­spre­chend hat die Klä­ge­rin leicht über­wie­gend — zu 60 % — für die Unfall­fol­gen ein­zu­ste­hen.

      II. Zur Scha­dens­hö­he:

      1. Repa­ra­tur­kos­ten:

      Die Repa­ra­tur­kos­ten­rech­nung vom 15. März 2007 (Bl. 40 d. A.) über 4.427,79 ? ist unstrei­tig (vgl. ins­be­son­de­re Bl. 61 f. und 107 d. A.).

      2. Wert­min­de­rung:

      Die Klä­ge­rin legt ihrem Anspruch eine mer­kan­ti­le Wert­min­de­rung von 1.600 ? zugrun­de, die der mit der Scha­dens­be­wer­tung von ihr beauf­trag­te Kfz­Sach­ver­stän­di­ge T. nach der Metho­de Ruhkopf/Sahm errech­net hat (Bl. 23, 33 d. A.). Die Beklag­ten bestrei­ten, dass die­se Metho­de zu einem ange­mes­se­nen Ergeb­nis führt. es müs­se statt­des­sen ein eigen­stän­di­ges Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten ein­ge­holt wer­den. Die Metho­de Ruhkopf/Sahm sei zu pau­schal und berück­sich­ti­ge ins­be­son­de­re nicht den Wert­ver­lust von Fahr­zeu­gen einer hohen Preis­klas­se, wie dem hier ver­un­fall­ten Audi A 6.

      Der Senat hat — jeden­falls in die­sem Fall — kei­ne Beden­ken, im Rah­men des durch § 287 ZPO ein­ge­räum­ten Ermes­sens bei der Scha­dens­schät­zung die vom Sach­ver­stän­di­gen T. ermit­tel­te Wert­min­de­rung von 1.600 ? anzu­set­zen. Das gilt auch im Hin­blick auf die bei der Ermitt­lung der Wert­min­de­rung ver­wen­de­te Metho­de Ruhkopf/Sahm. Denn die Beden­ken, die zum Teil gegen die­se Ermitt­lungs­me­tho­de vor­ge­bracht wer­den (vgl. z. B. Amts­ge­richt Ett­lin­gen, MDR 2006, 928, ins­bes. jur­isRdnr. 13 f.), sind hier ver­nach­läs­si­gens­wert. Die Metho­de Ruhkopf/Sahm (VersR 1962, 593 f.) ist eine aner­kann­te Metho­de der Scha­dens­er­mitt­lung, die von der Recht­spre­chung ange­wen­det wird und nach ver­brei­te­ter Ansicht zu brauch­ba­ren Ergeb­nis­sen führt (vgl. BGH, Urteil vom 18. Sep­tem­ber 1979 VI ZR 16/79 , VersR 1980, 46, ins­bes. jur­isRdnr. 13 m. w. N.. OLG Düs­sel­dorf, Urteil vom 23. Okto­ber 2006 — 1 U 110/06, ins­bes. jur­isRdnr. 33. Land­ge­richt Karls­ru­he, Urteil vom 26. Janu­ar 2007 — 3 O 471/05, ins­bes. jur­isRdnr. 52. Amts­ge­richt Erkel­enz, Urteil 30. Sep­tem­ber 2008 — 6 C 215/08, VRR 2009, 65, jur­isRdnr. 32. Palandt/Heinrichs, BGB, 68. Aufl. 2009, § 251, Rdnr. 15 m. w. N.).

      Dar­über hin­aus erscheint dem Senat die vom Sach­ver­stän­di­gen ermit­tel­te Wert­min­de­rung von 1.600 ? ange­sichts des erheb­li­chen Sach­scha­dens (Beschä­di­gung der hin­te­ren lin­ken Tür, des lin­ken Rad­aus­schnitts sowie von Tei­len der Auf­hän­gung) bei einem nur neun Mona­te alten Fahr­zeug (Bl. 20 f. d. A.) der Ober­klas­se, das noch kei­ne 20.000 km gefah­ren wur­de (Bl. 18 R, 84 d. A.), durch­aus rea­lis­tisch. Denn es ent­spricht all­ge­mei­ner Erfah­rung, wie der stän­dig mit Stra­ßen­ver­kehrs­un­fall­sa­chen befass­te Senat auch aus eige­ner Anschau­ung beur­tei­len kann, dass trotz voll­stän­di­ger und ord­nungs­ge­mä­ßer Instand­set­zung eines bei einem Unfall erheb­lich beschä­dig­ten Kraft­fahr­zeugs allein des­halb ein mer­kan­ti­ler Min­der­wert ver­bleibt, weil bei einem gro­ßen Teil der Käu­fer, vor allem wegen des Ver­dachts ver­bor­gen geblie­be­ner Schä­den, eine den Preis beein­flus­sen­de Abnei­gung gegen den Erwerb unfall­be­schä­dig­ter Kraft­fahr­zeu­ge besteht (BGH, Urteil vom 23. Nov. 2004 — VI ZR 357/03 , VersR 2005, 284, Rdnr. 16 m. w. N.). Die­ser Min­der­wert dürf­te bei Ober­klas­se­fahr­zeu­gen eher höher aus­fal­len, weil Käu­fer die­ser Fahr­zeug­klas­se im All­ge­mei­nen auf einen beson­de­ren tech­ni­schen Stan­dard des Fahr­zeugs Wert legen. Die ver­blie­be­ne Min­de­rung des Ver­kaufs­werts stellt einen unmit­tel­ba­ren Sach­scha­den dar (vgl. BGH a. a. O., m. w. N.).

      Der Senat hält des­halb die von der Klä­ge­rin ange­setz­te Wert­min­de­rung von 1.600 ? nicht für zu hoch und legt sie der Scha­dens­be­rech­nung zugrun­de.

      3. Sach­ver­stän­di­gen­kos­ten:

      Die Beklag­ten haben die Rech­nung des Sach­ver­stän­di­gen T. vom 27. Febru­ar 2007(Bl. 41 d. A.) über 433,60 ? net­to nicht bestrit­ten.

      4. Pau­scha­le:

      Die Klä­ge­rin macht 30 ? gel­tend. Der Senat spricht nach stän­di­ger Recht­spre­chung (seit dem Urteil vom 9. Sept. 2004 — 14 U 32/04, NJWRR 2004, 1673) jedoch nur eine Pau­scha­le 25 ? zu. War­um die Klä­ge­rin einen höhe­ren Betrag benö­tigt, hat sie nicht dar­ge­legt.

      5. Ersatz­fahr­zeug:

      a) Der Ein­wand der Beklag­ten, der Klä­ge­rin ste­he als Part­ner­schafts­ge­sell­schaft kei­ne Nut­zungs­aus­fall­ent­schä­di­gung zu, ist uner­heb­lich. Die Klä­ge­rin begehrt kei­nen Ersatz für Nut­zungs­aus­fall, son­dern Ersatz der ange­fal­le­nen Kos­ten für die Anmie­tung eines Ersatz­fahr­zeugs.

      Die Klä­ge­rin hat dar­ge­legt, war­um sie den Pkw infol­ge des Unfalls nicht hat nut­zen kön­nen. Dass der Pkw danach nicht ver­kehrs­si­cher war, hat der Sach­ver­stän­di­ge T. bestä­tigt (Bl. 20 d. A.). Der Zeu­ge S. hat dar­über hin­aus aus­ge­sagt, war­um der Wagen zur Repa­ra­tur nach Göt­tin­gen ver­bracht und von dort ein Miet­wa­gen abge­holt wor­den sei, den er dann für die Part­ner­schafts­ge­sell­schaft genutzt habe (Bl. 136 d. A.). Die Beklag­ten sind die­sem Vor­trag bzw. die­ser Aus­sa­ge nicht ent­ge­gen­ge­tre­ten (Bl. 136 f. d. A.).

      b) Der Senat hat kei­nen Anlass, die in der Rech­nung vom 9. März 2007 (Bl. 76 d. A.) ange­setz­ten 9 Tage für die Nut­zung des Miet­wa­gens in Zwei­fel zu zie­hen. Die Nut­zungs­dau­er war nach der Rech­nung noch län­ger (Miet­be­ginn: 27. Febru­ar 2007, Rück­ga­be des Fahr­zeugs am 9. März 2007). Dass der Sach­ver­stän­di­ge eine Repa­ra­tur­dau­er von nur 5 Werk­ta­gen ange­nom­men hat (Bl. 20 d. A.), ist dem­ge­gen­über unbe­acht­lich. Hier han­del­te es sich nur um eine vage Schät­zung auf­grund des Scha­dens­bil­des. die Aus­las­tung der Werk­statt­ka­pa­zi­tät oder ggf. auch der erfor­der­li­che Zeit­raum, um Ersatz­tei­le zu beschaf­fen, konn­ten dabei nicht berück­sich­tigt wer­den. Dar­auf hat der Sach­ver­stän­di­ge hin­ge­wie­sen (Bl. 23 d. A.)

      c) Auf die Ver­äs­te­lun­gen der jün­ge­ren BGH­Recht­spre­chung zur Ersatz­fä­hig­keit von Unfal­l­ersatz­ta­ri­fen kommt es vor­lie­gend nicht an. Denn es wur­de ledig­lich ein Nor­mal­ta­rif in Höhe von 111,21 ? für 9 Tage in Rech­nung gestellt (zusam­men 1.000,89 ?, Bl. 76 d. A.).

      d) Ersatz­fä­hig ist über den rei­nen Miet­wa­gen­ta­rif hin­aus auch die CDW­Ge­bühr (= Col­li­si­on Dama­ge Wai­ver) von 349,11 ?, die zu einem Aus­schluss der Eigen­be­tei­li­gung bei Unfall­schä­den führt. Die Anmie­tung eines Ersatz­fahr­zeugs mit Voll­kas­ko­schutz ist in der Regel eine adäqua­te Scha­dens­fol­ge. Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs kann der durch einen fremd­ver­schul­de­ten Unfall geschä­dig­te KfzEi­gen­tü­mer bei Inan­spruch­nah­me eines Miet­wa­gens die Auf­wen­dun­gen für eine der Voll­kas­ko­ver­si­che­rung ohne Selbst­be­tei­li­gung ent­spre­chen­de Haf­tungs­frei­stel­lung grund­sätz­lich inso­weit ersetzt ver­lan­gen, als er wäh­rend der Miet­zeit einem erhöh­ten wirt­schaft­li­chen Risi­ko aus­ge­setzt war (vgl. BGH, Urteil vom 15. Feb. 2005 — VI ZR 74/04, VersR 2005, 568, jur­isRdnr. 11). Davon ist hier aus­zu­ge­hen, weil das Ersatz­fahr­zeug im Ver­gleich zu dem Unfall­wa­gen (leicht) höher­wer­tig war (Audi A6, 3.0 TDI, 165 KW gegen­über Audi A6, 2.7, 132 KW — vgl. Bl. 21 und 76 d. A.) und die zusätz­li­che Ver­si­che­rungs­ge­bühr zu dem abzu­si­chern­den Scha­dens­ri­si­ko nicht außer Ver­hält­nis stand. Für einen Abzug unter dem Gesichts­punkt des Vor­teils­aus­gleichs sieht der Senat des­halb kei­nen Anlass (§ 287 ZPO).

      e) Die Gebühr für die Insas­sen­un­fall­ver­si­che­rung PAI (= Per­so­nal Acci­dent Insuran­ce) von 38,79 ? ist dage­gen nicht ersatz­fä­hig. Sie dient ins­be­son­de­re dazu, Schä­den bei einer Unfall­ver­ur­sa­chung durch einen Fuß­gän­ger oder Rad­fah­rer abzu­de­cken, der über kei­ne pri­va­te Haft­pflicht­ver­si­che­rung ver­fügt und die auf­ge­tre­te­nen Schä­den nicht erset­zen kann, weil er nicht ent­spre­chend leis­tungs­fä­hig ist. Der Abschluss einer der­ar­ti­gen Zusatz­ver­si­che­rung ist von Rechts wegen nicht gebo­ten. Die Beklag­te hat pau­schal bestrit­ten, dass die Insas­sen­un­fall­ver­si­che­rung geschul­det wird (Bl. 64 d. A.). Die Klä­ge­rin hat dem­ge­gen­über vor­ge­tra­gen, die in Rech­nung gestell­ten (Bl. 76 d. A.) Beträ­ge und Ver­si­che­rungs­kos­ten sei­en ange­mes­sen gewe­sen (Bl. 83 d. A.). Dem sind die Beklag­ten zwar nicht wei­ter ent­ge­gen­ge­tre­ten. Ent­schei­dend für die Fra­ge, ob die­se Posi­ti­on ersatz­fä­hig ist, ist jedoch der Ver­si­che­rungs­schutz, der der Klä­ge­rin bzw. ihrem ver­un­fall­ten Pkw und des­sen Fahr­zeug­in­sas­sen zur Ver­fü­gung stand. Wenn die Klä­ge­rin tat­säch­lich eben­falls eine zusätz­li­che Insas­sen­un­fall­ver­si­che­rung (PAI) abge­schlos­sen hat für ihren Pkw HJD 364, dann könn­te sie inso­weit auch einen ent­spre­chen­den Schutz bei der Anmie­tung eines Ersatz­fahr­zeugs in Anspruch neh­men. Ver­füg­te sie jedoch vor­her nicht über eine PAI, hät­te sie im Ersatz­fahr­zeug einen höhe­ren Ver­si­che­rungs­schutz genos­sen, als in dem ver­un­fall­ten Pkw. In die­sem Fall wäre der Klä­ge­rin kein ersatz­fä­hi­ger Scha­den ent­stan­den. Der Schä­di­ger hat nicht für eine unfall­be­ding­te Bes­ser­stel­lung des Geschä­dig­ten ein­zu­ste­hen, son­dern nur den Scha­den aus­zu­glei­chen, den der Geschä­dig­te durch den Unfall tat­säch­lich erlit­ten hat.

      Der Senat hat die­sen Gesichts­punkt im Rah­men der münd­li­chen Ver­hand­lung ange­spro­chen und dar­auf hin­ge­wie­sen, dass ohne wei­te­ren Vor­trag zum ursprüng­li­chen Ver­si­che­rungs­schutz für den ver­un­fall­ten Pkw die PAI nicht zuer­kannt wer­den könn­te. Die Klä­ge­rin hat dar­auf nichts vor­ge­tra­gen. Die Kos­ten für den Abschluss der PAI sind damit nicht ersatz­fä­hig.

      f) Der Senat nimmt von den sich danach erge­ben­den Miet­wa­gen­kos­ten in Höhe von 1.350, ? ins­ge­samt einen 5 %igen Abzug für erspar­te Eigen­auf­wen­dun­gen vor. Da die Klä­ge­rin einen im Wesent­li­chen gleich­wer­ti­gen Wagen gemie­tet hat (vgl. Bl. 21 mit Bl. 76 d. A.), muss sie im Rah­men des Vor­teils­aus­gleichs einen Abzug für erspar­te Eigen­auf­wen­dun­gen hin­neh­men. In wel­cher Höhe die­ser vor­zu­neh­men ist, wird in der Recht­spre­chung unein­heit­lich beur­teilt. In der Ver­gan­gen­heit wur­de die Erspar­nis regel­mä­ßig auf 15 bis 20 % der Miet­wa­gen­kos­ten, oft aber auch — ins­be­son­de­re in jüngs­ter Zeit — im Bereich von 10 % oder deut­lich dar­un­ter bis zu 3 % oder 4 % geschätzt (vgl. dazu jeweils die Nach­wei­se bei

      Palandt/Heinrichs, BGB, 68. Aufl., § 249, Rdnr. 32).

      Der Senat hält hier einen pau­scha­len Abzug von etwas ober­halb der nied­rigs­ten Pro­zent­sät­ze für ange­mes­sen. Ein höhe­rer Abzug erscheint im Hin­blick auf die Aus­füh­run­gen von Mei­nig (DAR 1993, 281 f.), der sich meh­re­re Ober­lan­des­ge­rich­te ange­schlos­sen haben (vgl. OLG Stutt­gart, NJWRR 1994, 921. OLG Karls­ru­he, DAR 1996, 56. OLG Düs­sel­dorf, VersR 1996, 987. OLG Nürn­berg, VersR 2001, 208 — in der letzt­ge­nann­ten Ent­schei­dung ins­bes. jur­isRdnrn. 17 f.), nicht ange­bracht.

      Ein Abzug von nur 3 % — wie ihn Mei­nig vor­schlägt — ist jedoch eben­falls nicht ange­mes­sen. Denn Mei­nig legt dem von ihm ermit­tel­ten Eige­n­er­spar­nis­an­teil eine ange­nom­me­ne täg­li­che Fahr­leis­tung von 55 km zugrun­de. Für den Pkw der Klä­ge­rin kann davon nicht aus­ge­gan­gen wer­den. Er wies zum Unfall­zeit­punkt einen Kilo­me­ter­stand von 19.539 km auf (Bl. 18 R und 84 d. A.). Umge­rech­net auf die Nut­zungs­dau­er von gut 9 Mona­ten kommt man damit schon auf mehr als 2.100 km/Monat. Tag­ge­nau berech­net — den Monat zu 30 Tagen käme man auf (9 x 30 zzgl. der 9 Tage vom 18. bis zum 27. Febru­ar 2007 = 279 Tage, d. h. 19.539 : 279 =) etwa 70 km/Tag und damit auf eine um mehr als 27 % höhe­re durch­schnitt­li­che täg­li­che Fahr­leis­tung, als sie Mei­nig sei­ner Berech­nung zugrun­de legt. Dies recht­fer­tigt einen Auf­schlag bei der Schät­zung (§ 287 ZPO) des Eige­n­er­spar­nis­an­teils.

      Es ergibt sich damit ein Abzug von 67,50 ? (5 % von 1.350, ?), so dass hier ein berück­sich­ti­gungs­fä­hi­ger Betrag von 1.282,50 ? ver­bleibt.

      6. Dies führt zu fol­gen­der Abrech­nung:

      4.427,79 ? Repa­ra­tur­kos­ten

      + 1.600,00 ? Wert­min­de­rung

      + 433,60 ? Sach­ver­stän­di­gen­kos­ten

      + 25,00 ? Pau­scha­le

      + 1.282,50 ? Miet­wa­gen­kos­ten

      = 7.768,89 ? ins­ge­samt.

      Von die­sem Betrag kann die Klä­ge­rin 40 % von den Beklag­ten bean­spru­chen, das sind 3.107,56 ?.

      7. Die zuge­spro­che­nen Zin­sen recht­fer­ti­gen sich aus Ver­zug. Sie waren aller­dings erst (ent­ge­gen Bl. 10 d. A.) seit dem 26. März 2007 zuzu­spre­chen, weil nach dem Vor­trag der Klä­ge­rin eine Frist zur Zah­lung bis zum 25. März 2007 gesetzt wur­de (Bl. 16 d. A.).

      III.

      Die Kos­ten­ent­schei­dung beruht auf §§ 91 Abs. 1, 269 Abs. 3 ZPO. Die Klä­ge­rin hat zunächst nicht die Beklag­te zu 2, son­dern die K.A. GmbH ver­klagt (Bl. 1 d. A.) und inso­weit spä­ter die Kla­ge zurück­ge­nom­men (Bl. 116 d. A.). Dies hat geson­der­te Kos­ten ver­an­lasst (vgl. Bl. 50 und 119 d. A.). Die Beklag­ten haben erst­in­stanz­lich bean­tragt, der Klä­ge­rin die ent­spre­chen­den Kos­ten auf­zu­er­le­gen (Bl.122 und 139 d. A.). Der unein­heit­li­che Kos­ten­aus­spruch ist in dem Fall einer nach teil­wei­ser Kla­ge­rück­nah­me ganz aus­schei­den­den Beklag­ten zuläs­sig (vgl. Zöller/Greger, ZPO, 27. Aufl., § 269, Rdnr. 19 a).

      Die Ent­schei­dung über die vor­läu­fi­ge Voll­streck­bar­keit beruht auf §§ 708 Nr. 10, 713 ZPO.

      Die Revi­si­on war nicht zuzu­las­sen, weil die gesetz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen dafür (§ 543 Abs. 2 ZPO) nicht vor­lie­gen.

      Apel Dr. Wes­sel Schaf­fert

      Gericht: OLG Cel­le, 14. Zivil­se­nat

      Typ, AZ: Urteil, 14 U 63/09

      Datum: 30.09.2009

      Sach­ge­biet: Bür­ger­li­ches Recht

      Nor­men: BGB § 249, ZPO § 287